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14 Etagen: Das Hochhaus am Bahnhof wird geplant

Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben. Jetzt darf geplant werden. Zwischen Bürgerreuther Straße, Goethestraße, Wilhelmsplatz und Friedrich-von-Schiller-Straße, dort also, wo die Post heute noch eine Logistikhalle, mehrere Nebengebäude und Parkflächen unterhält, sollen mehrere Häuser entstehen. Eines davon könnte über 40 Meter hoch werden.

Das eingekreiste Gelände wird beplant. Karte: Thorsten Gütling

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Die Hauptpost, das markante grüne Gebäude, 1929 im Stile der Neuen Sachlichkeit gebaut, soll freilich erhalten bleiben. Es steht schließlich unter Denkmalschutz. Dahinter und daneben soll aber ein „urbanes Gebiet“ entstehen, das heißt: ein Nutzungs-Mix aus Wohnen, Gewerbe, Gastro, Kultur und Sozialem.

Zwei Varianten stehen derzeit zur Wahl:

In Variante 1 stehen an den Straßen drei vier-bis fünfstöckige Häuser und in der Mitte des Areals ein Gebäude mit sieben Stockwerken und 23 Metern Höhe. Der mittlere Bau wäre damit etwas kleiner als die Türme der benachbarten Christuskirche. Variante 2 sieht statt des siebenstöckigen Hauses eines mit 43 Metern und 14 Etagen an der Ecke Bürgerreuther Straße/Goethestraße vor. Dieses Hochhaus wäre höher als die Türme der Christuskirche. Bauen will das alles ein Investor. Die Meinungen über die große Variante gehen im Stadtrat auseinander.

Goethestraße Bayreuth. Foto: Thorsten Gütling

Altoberbürgermeister Michael Hohl (CSU) fordert im Zuge des Baus auch eine Verbesserung der Infrastruktur für die Fernbusreisenden in der Goethestraße.

Ernst-Rüdiger Kettel (Bayreuther Gemeinschaft) will zunächst einmal ein Modell sehen. Er sagt aber auch:

Sichtachsen zur Christuskirche und zum Festspielhaus bleiben erhalten. Mit dem Gedanken an ein Hochhaus an dieser Stelle kann ich mich gut anfreunden.

(Ernst-Rüdiger Kettel, Bayreuther Gemeinschaft)

Elisabeth Zagel (SPD) will, dass die Stadt zunächst einmal prüft, ob sie in den nächsten zehn Jahren den Platz nicht besser für ein öffentliches Gebäude braucht.

Es wäre der ideale Platz für eine Schule. Bei der Suche nach einem Standort für die Graserschule haben wir gemerkt, dass es kaum noch freie städtische Grundstücke gibt.

(Elisabeth Zagel, SPD)

Stefan Schlags (Grüne) ist für eine sinnvolle Nachverdichtung. Er fordert sogar, dass sowohl das sieben- als auch das 14-stöckige Gebäude gebaut wird und ein Teil der Etagen für sozial schwache zur Verfügung gestellt wird.

Bayreuths stellvertretender Bürgermeister, Thomas Ebersberger (CSU) sagt:

Wir sollten in die Vollen gehen. Hier bekommen wir eine Nachverdichtung ohne große Turbulenzen hin.

(Thomas Ebersberger, CSU)

Christoph Rabenstein (SPD) ist für die kleinere Variante, weil ein so hohes Gebäude das Stadtbild über Jahrzehnte prägt. Auch dann, wenn es nicht mehr modern wirkt.

Helmut Parzen (CSU) sagt, er sei für die kleinere Variante, weil es sich zwischen Christuskirche und Festspielauffahrt um eine sensible Stelle in der Stadt handle. Parzen spricht von einem „Giftfinger“ und vermutet, dass sich die Oberbürgermeisterin ein Denkmal setzen will.

Die Türme der Christuskirche. Foto: Thorsten Gütling

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) hält dagegen:

Ich weise es weit von mir, dass mir ein privater Investor ein Denkmal bauen will. Ich bin froh, dass wir mittlerweile so attraktiv sind, dass Investoren in unserer Stadt solche Projekte realisieren wollen.

(Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin)

Ulrike Gote (Grüne) rät: Mutig sein, Neues wagen. Mal ein architektonisches Highlight zulassen. Den Architekten sogar noch mehr Möglichkeiten geben. Bezüglich der Höhe sagt sie:

Früher waren die Menschen stolz, höher als die Kirche zu bauen. Und ich glaube nicht, dass wir in Zeiten vor die Säkularisierung zurück wollen.

(Ulrike Gote, Grüne)

Mit drei Gegenstimmen stimmen die Stadträte schließlich dafür, dass die Verwaltung beide Varianten plant und dem Gremium wieder vorlegt.