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1917: “Ein grandioses und bildgewaltiges Meisterwerk!”

bt-Filmkritiker Alex Bauer ist begeistert. Der Kriegsfilm “1917” von Sam Mendes erhält vom Kinoexperten die Höchstpunktzahl. Auch die beiden bt-Leser sind voll des Lobes für den Streifen, der 2020 für zehn Oscars nominiert ist. Mehr dazu gibt’s hier im Artikel!

Der Trailer zum Film

Das sagen Tobias Friedrich und Steven Kirchhoff zum Film

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Was Regisseur Sam Mendes da auf die Leinwand gebracht hat, ist ein grandioses und bildgewaltiges Meisterwerk, so einfach ist das.

Aber fangen wir von vorne an. Ohne seinen Großvater, Alfred Mendes, würde es wohl “1917” nicht geben. Der diente im Ersten Weltkrieg in der britischen Armee als Bote, der von Kompanie zu Kompanie eilte, um Nachrichten zu überbringen – ein ziemlich gefährlicher Job also. Später feierte er als Autor große Erfolge, aber das nur am Rande. Dieser Alfred Mendes erzählte seinen Enkeln Geschichten aus der Kriegszeit und Jahrzehnte später bringt nun Sam Mendes so eine Geschichte auf die Kinoleinwand. Und wie.

Dabei ist das Szenario in Hollywood ehrlich gesagt nicht gerade attraktiv. Lieber wurden in der Vergangenheit große Heldengeschichten aus dem 2. Weltkrieg erzählt, meistens Oscar-prämiert wie “Der Soldat James Ryan” oder zuletzt “Hacksaw Ridge”. Das war einfacher zu inszenieren als Heldentaten in einem Krieg, der sich in Frankreich vor allem in Schützengräben abgespielt hat und sich in großen Schlachten die Fronten teilweise nur um wenige Meter verschoben hatten. Aber auch dort gab es wohl große Geschichten, die erzählt werden sollten. Die Geschichte von “1917” ist so eine.

Zwei junge Soldaten werden nämlich hinter die feindlichen Frontlinien geschickt, um mit ihren Informationen eine Einheit mit 1600 Soldaten vor dem sicheren Tod zu retten. Sam Mendes inszeniert den Schützengraben-Krieg dabei bildgewaltig und erschütternd zugleich. Tiefe Bombenkrater mit zerfetzten Leichen, die vom Krieg ausgezehrten und traumatisierten britischen Soldaten, die in den matschigen Gräben Schutz vor dem Trommelfeuer der deutschen MGs suchen und ein alles zerstörender Artillerie-Bombenhagel darf auch nicht fehlen. Und mittendrin die zwei Soldaten und auch der Zuschauer.

Denn Sam Mendes hat sich dazu entschieden, mit der Kamera immer nah bei den Protagonisten zu bleiben. So hat man den Eindruck, als wäre man der unsichtbare dritte Soldat, der das Duo begleitet. Wie er das schafft? Indem Mendes so tut, als wäre der ganze Film in einem Stück gedreht worden, ohne Schnitte, die Kamera verfolgt nur die beiden Soldaten. Hat er natürlich nicht, so ganz ohne Schnitte ging es dann doch nicht, sie wurden aber so gut versteckt, dass sie wirklich keinem auffallen.

Was Mendes mit “1917” auf die Leinwand gebracht hat , ist ein unglaublich intensives Kinoerlebnis, das schonungslos das Leid der Soldaten im Ersten Weltkrieg zeigt, die von den aufeinander treffenden Kriegsgegnern sinnlos in den Tod geschickt wurden. Da wird nichts geschönt, da gibt es keine Zeit, sich für Taten feiern zu lassen, da geht es einzig und allein um das blanke Überleben und die vermeindliche Rettung der eigenen Kameraden. Verdienterweise ist “1917” für zehn Oscars nominiert, unter anderem für den besten Film, und sicher wird er auch die eine oder andere Auszeichnung mit nach Hause nehmen. Zurecht.

5 Sterne