Freizeit

5 Klassiker, die man noch bis Silvester durchlesen kann

„Im nächsten Jahr will ich wieder mehr lesen“ – klingelt da was? Wieder öfter zum Buch zu greifen ist ein echter Klassiker unter den Vorsätzen fürs neue Jahr. Und wären nicht immer Leben, Alltag und Netflix dazwischengekommen, was hätte es für ein wunderbar belesenes Jahr werden können. So blickt man traurig auf die drei Zeitschriften neben der Toilette, das Buch, das man im Zug dann doch gar nicht erst angefangen hat und den E-Reader, der bereits seit zehn Monaten nicht mehr aufgeladen wurde. Aber hey! Es gibt noch Hoffnung dem Ziel zumindest ein bisschen näher zu kommen: Kurzweilige und dünne Klassiker (gemeint ist NICHT Perry Rhodan oder der Playboy) gibt es zur Genüge. Und diese Perlen sind easy bis Silvester zu schaffen – wenn man morgen startet!


1. Truman Capote – Frühstück bei Tiffany (128 Seiten)

Wenn etwas Klassiker genannt werden darf, dann dieses Buch! Holly Golightly lässt es im New York der 50er Jahre ordentlich krachen, ist dabei aber so sympathisch, dass sie eine Spur aus schwer verliebten Männern hinter sich her zieht. Und ist sie selbst mal traurig: Gibt es ein Frühstück beim Juwelier „Tiffany“.


2. Bret Easton Ellis – Unter Null (208 Seiten)

Eine realistische Dystopie des reichen und weißen Amerikas, verpackt in einen der beeindruckendsten amerikanischen Romane der Moderne. Mit ordentlich Tempo und viel Selbstdekonstruktion treibt der Protagonist durch sein jugendliches Leben, gespickt mit Drogen und falschen Freunde. Legendär direkt der erste Satz: „Auf den Freeways in Los Angeles werden die Leute auch immer rücksichtsloser“. Ein weiteres Werk des Autors ist aufgrund einer bekannten Verfilmung noch etwas berühmter: Bret Easton Ellis schrieb auch „American Psycho“.

 

 


3. Martin Walser – Ein fliehendes Pferd (160 Seiten)

Der berühmte Walser schrieb diese Novelle der Gegenwartsliteratur angeblich als sommerliche Fingerübung innerhalb von 14 Tagen. Entstanden ist eines der großen (und dennoch dünnen) deutschsprachigen Werke über Leben, Liebe und Selbstsucht. Ausnahmslos alle Protagonisten könnten uns kaum unsympathischer sein, reißen uns aber dennoch voll in ihren Bann und zeigen über 160 Seiten hinweg, was Liebe und Leben ausmacht.

 


4. Lyman Frank Baum – Der Zauberer von Oz (192 Seiten)

Das Ding macht Kinder froh und Erwachsene ebenso. Garantiert. Obwohl vermutlich jeder eine Verfilmung (egal ob Klassiker oder Neuauflage) kennt, bietet die Geschichte als Buch doch eine ganz andere Wucht und sorgt in der „Zeit zwischen den Jahren“ für positive Nachdenklichkeit. Uneingeschränkt empfehlenswert. Noch ein kleiner Tipp: Das Buch ist sehr einfach und schön auch im Original, also auf Englisch, zu lesen. Nur Mut!

 


5. Joseph von Eichendorff – Aus dem Leben eine Taugenichts (127 Seiten)

Nicht gleich wegklicken, nur weil der Eine oder Andere Eichendorff noch mit bitterem Geschmack aus der Schulzeit in Erinnerung hat. Der „Taugenichts“ ist eine schnelle und absolut moderne Geschichte. Die Suche nach dem richtigen Lebensweg und die Revolte gegen ausgediente Ressentiments treiben einen jungen Musiker durch halb Europa. Und natürlich ist auch eine unglückliche Liebe mit von der Partie. Wären einige Formulierungen geändert: Die Geschichte könnte wohl genauso auch im Jahr 2018 spielen.