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60.000 zeichnen Petition: Bus und Bahn für einen Euro am Tag

Bus- und Bahnfahren soll bald in ganz Deutschland für einen Euro am Tag möglich sein. Das fordern jetzt über 62.000 Menschen, die eine entsprechende Petition im Internet unterzeichnet haben. Bereits 50.000 Unterschriften hätten nach dem Petitionsrecht gereicht, damit die Antragsteller im Petitionsausschuss öffentlich angehört werden müssen.

Bei den Antragstellern handelt es sich um Heinrich Strößenreuther von der Initiative Clevere Städte und um die Deutsche Umwelthilfe. Zur Begründung schreibt Strößenreuther:

Schluss mit der Auto-Förder- Politik! Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe fordere ich Kanzlerin Merkel auf: Machen Sie Bus und Bahn endlich für alle zugänglich – für 1 Euro am Tag, mit mehr Angebot und mit dichterem Takt! Machen Sie Schluss mit der Vergiftung unserer Atemluft und der Zerstörung unseres Klimas!

(Heinrich Strößenreuther, Initiatior)

Die Kanzlerin sollte sich demnach für mehr Grünflächen, Platz für Fahrradfahrer und Fußgänger, gesunde Luft und einen starken, modernen und gut ausgebauten Öffentlichen Nahverkehr in Stadt und Land stark machen. Deutsche Städte seien lange genug zu „Auto-Städten“ gemacht worden.

Das sogenannte 365 Euro-Ticket, ein Bus- und Bahnticket also, das jeden tag des Jahres genau einen euro kostet, sei die Lösung, weil es die Nutzung von bus und Bahn unkompliziert mache.

Ist die 365-Euro-Flatrate bezahlt, wird eher in die Öffentlichen als ins Auto eingestiegen.

(Heinrich Strößenreuther)

In Wien sei das Ticket bereits im Jahr 2012 eingeführt worden. Dort habe es dazu geführt, dass sich die Zahl der Jahreskarteninhaber von 373.000 auf 820.000 erhöht habe.

In Wien haben damit mehr Menschen ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr als ein Auto.

(Heinrich Strößenreuther)

Auch in Portugal seien im März 2019 die Preise für Bus und Bahn deutlich reduziert worden. Seither sei man im Stadtgebiet Lissabon für 360 Euro im Jahr unterwegs. In Deutschland hätten die Städte Bonn und Reutlingen das 365 Euro-Ticket bereits eingeführt – mit finanzieller Unterstützung des Bundes und mit positivem Effekt. In Berlin setze sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller öffentlich für das Ticket ein.

Heinrich Strößenreuther kritisiert, dass stattdessen aber die Ticketpreise für den Öffentlichen Nahverkehr seit dem Jahr 2000 um fast 80 Prozent gestiegen, die Parkgebühren dagegen beinahe konstant geblieben seien.

Die breite gesellschaftliche Unterstützung durch die Bewegung Fridays for Future und das klare Signal der Wähler bei der Europawahl im Mai machen deutlich: Wir wollen die Verkehrswende, die Politik muss jetzt das Statement pro Bus und Bahn setzen.

(Heinrich Strößenreuther)

Bei der Jahres-Pressekonferenz hatte der Chef der Bayreuther Stadtwerke, Jürgen Bayer, gesagt, die Einführung eines 365 Tage-Tickets müsse noch zu Ende gedacht werden. Ein solcher Tarif verschweige nämlich, dass zwar einige Fahrten günstiger würden, andere aber auch teurer.

Den Link zur Petition gibt’s hier.