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Ärger am Eichelberg: Der Investor erklärt sich

Kaum ein Bauprojekt war in den letzten Jahren so umstritten wie dieses. Das liegt vor allem an der Größe und dem Ort. Am 14. Mai befasst sich der Bauausschuss erneut mit der Fortführung des Bebauungsplanverfahrens für ein neues Wohngebiet Am Eichelberg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Panoramaweg. Tags zuvor formieren sich die Gegner des Baus noch einmal um 19 Uhr im Vereinsheim des Kaninchenzüchtervereins am Hasenweg. Nun meldet sich der Investor, die Baulog GmbH, über das Bayreuther Marketingbüro Opus zu Wort. 

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In dem Schreiben heißt es unter anderem:

Der Bedarf nach neuem Wohnraum ist aktuell schon nicht ausreichend gedeckt und wird durch den erwarteten Zuzug in den nächsten Jahren eine der zentralen Fragestellungen sein. Wie soll eine Stadt wachsen, wenn keine Grundstücke zur Verfügung gestellt werden?

Weiter ist die Rede davon, dass der Investor bereits vor der Investitionsentscheidung gemeinsam mit der Stadt Untersuchungen zu Schallschutz, Entwässerung und Umweltfragen gemacht habe.

Foto: red

Somit wurde hier vorausschauend und verantwortungsvoll agiert.

Der Investor nutze außerdem den im Jahr 2009 vom Stadtrat genehmigten Flächennutzungsplan bei weitem nicht aus.

Im Bauausschuss wurde am 1. April eine Forderung auf maximal 100 Wohneinheiten erhoben, anstelle der ursprünglich deutlich höheren Zahl an geplanten Einheiten. Dieser Forderung wurde nun im aktuellen Entwurf Folge geleistet.

Max Lochner, Mitglied der Bürgerinitiative, mit einem der acht Heliumballons, mit denen die Initiative am Karsamstag aufgezeigt hat, welche Auswirkungen der Häuserbau auf das Naherholungsgebiet Panoramaweg hätte. Foto: red

Die Forderung, die aktuell in sozialen Medien vorherrscht, sich vorzugsweise auf bestehende Baulücken in der Stadt zu konzentrieren, oder einfach nur woanders eine Bebauung zu planen, fußt mehr auf dem St. Floriansprinzip als auf Sachargumenten. Auch an anderer Stelle muss der Grundstückseigentümer verkaufsbereit sein oder unter Umständen erst ein Baurecht geschaffen werden. Und auch dort gibt es, welch Überraschung, Anwohner.

Weiter heißt es, am Eichelberg solle für die Kinder der neuen Bewohner auch ein Kindergarten gebaut werden, der selbstverständlich auch anderen Kindern offen stehe und die angespannte Betreuungssituation in Bayreuth damit entspanne.

Foto: Thorsten Gütling

Den Befürchtungen der Nachbarn, Spekulanten könnten sich die Grundstücke sichern und über Jahre nicht bebauen, hält der Investor entgegen:

Dies trifft nachweislich absolut nicht zu, da am Eichelberg Bauverpflichtungen in die Grundstückskaufverträge fix aufgenommen werden als Voraussetzung. 

Zum befürchteten Verkehrskollaps an der Einmündung zur Königsallee schreibt der Investor:

Mittels Videotechnik wurden hierbei die jetzigen Verkehrsströme am 20. und 22. November sowie am 9. und 11. April erfasst und das zu erwartende Zusatzaufkommen durch neue Bewohner addiert. Ein darauf aufbauendes Gutachten belegt, dass auch zu Verkehrsspitzen am Nachmittag die infrastrukturelle Auslastung zukünftig unkritisch sein wird und kein Handlungsbedarf zu erwarten ist.

Eichelberg/Panoramaweg. Foto: red

Auch dem Risiko einer möglichen Beeinträchtigung des städtischen Klimas durch die Neubebauung sei nachgegangen worden, heißt es weiter. Es sei festgestellt worden…

… dass sich keine Gründe ableiten lassen, die eine Bebauung des Eichelbergs in Frage stellen. So werden einerseits keine klimatischen Ausgleichsflächen auf dem Gebiet überbaut. Zudem besteht keine Luftaustauschbahn zwischen dem neuen Baugebiet und dem Stadtgebiet. Diese ist bereits durch die Barriere der bestehenden A 9 empfindlich gestört.

Zu dem Vorwurf, wonach die Häuser den Ausblick vom Panoramaweg verbauen würden, heißt es, die Zahl der Häuser sei bereits verringert worden und der Abstand zum Panoramaweg mit mindestens 70 Metern bereits vergrößert.

Zudem wird durch das derzeitige Bebauungskonzept nur auf eine Länge von etwa 100 Metern die derzeitige gewohnte Sicht über die Wiesen und die Stadt Bayreuth verändert werden – dies ist nur ein Bruchteil vom etwa 1.200 Meter langen Panoramaweg. Die Sicht auf die andere Seite des Panoramaweges – also in das Fichtelgebirge – bleibt unverändert.

Foto: red

Zu guter Letzt lobt der Investor das Stadtplanungsamt als besonders kompetent am Beispiel des neuen Wohnquartiers in der Hugenottenstraße.

Hier haben die gleichen Personen des Stadtplanungsamts, die jetzt auch am Eichelberg arbeiten, in Zusammenarbeit mit dem Entwickler ein Bebauungskonzept geschaffen, das in Bayreuth seines Gleichen sucht. Auch hier waren die Vorzeichen nicht ganz einfach, trotzdem hat man ein Vorzeigequartier geschaffen, in dem moderne städtebauliche Erfordernisse mit den wirtschaftlichen Interessen des Investors in Einklang gebracht werden konnten.