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Oberbürgermeisterwahl 2020: Fünf Kandidaten bahnen sich an

Noch scheint unklar, ob die AfD bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr einen Oberbürgermeisterkandidaten ins Rennen schickt. Zwar sollte die Entscheidung bereits in einer Sitzung Ende Juli fallen, jetzt bittet der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende, Tobias Peterka, im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt um weitere Wochen Aufschub, um die Kandidaten-Frage zu klären.

Anders als noch im Juli nennt es Peterka jetzt aber auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts „eher unwahrscheinlich“, dass die AfD in Bayreuth einen eigenen OB-Kandidaten stellt. Allerdings wolle man mit einer Liste für den Stadtrat kandidieren.

Fest steht bisher nur einer

Aktuell kandidiert im März 2020 damit sicher für das Amt des Oberbürgermeisters nur Andreas Zippel von der SPD. Zippel ist 27 Jahre alt, Wirtschaftsjurist und Dozent an der Uni Bayreuth. Er gilt deshalb derzeit als einziger sicherer Kandidat, weil er als bisher einziger von seiner Partei nominiert worden ist. Zwei weitere Kandidaten haben ihren Wunsch anzutreten aber zumindest schon formuliert.

Andreas Zippel. Foto: SPD

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Thomas Hacker ist 51, Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender der FDP/DU-Stadtratsfraktion und war bereits Fraktionsvorsitzender der FDP im bayerischen Landtag. Für den Kreisverband der FDP gilt er als geeignetster Kandidat, das hat der Verband so auch schon kommuniziert. Von den Mitgliedern des Kreisverbands offiziell nominiert ist Hacker aber noch nicht.

Thomas Hacker. Foto: Stadt Bayreuth

Gleiches gilt für Thomas Ebersberger (59). In Teilen der CSU gilt er als heißester Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im nächsten Jahr. Spätestens nachdem Bayreuths Alt-OB Michael Hohl vor zwei Wochen erklärt hatte, sich auf anderer Ebene für die Belange der Stadt einsetzen zu wollen, rechnet er selbst nicht mehr mit einem Gegenkandidaten aus den eigenen Reihen. Allerdings: Teile der Partei sollen einen noch unbekannten jüngeren Kandidaten bevorzugen.

Thomas Ebersberger. Foto: Stadt Bayreuth

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Auch Bayreuths amtierende Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (63) hat sich eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden, ob sie für eine weitere Legislatur bereit steht. Sie wolle sich erst nach der Sommerpause entscheiden, Ende August soll sie erst einmal in den Urlaub fahren, im Herbst sollen die Mitglieder der Bayreuther Gemeinschaft sich offiziell auf einen Kandidaten einigen. Es heißt, die BG wolle auf jeden Fall einen Kandidaten stellen. Dafür, dass der Merk-Erbe heißt, sprechen zwei Argumente. Erstens: Die Oberbürgermeisterin hat bereits einmal angedeutet, ihre Entscheidung auch davon abhängig zu machen, in wessen Hände sie die Stadt übergeben könnte. Und zwischen ihr und dem wahrscheinlichen CSU-Kandidaten Ebersberger ist der Ton im Stadtrat in den vergangenen Wochen hörbar rauer geworden. Zweitens: Dass sich ein anderer Kandidat aus Reihen der BG hervortut, ist gerade nicht erkennbar.

Brigitte Merk-Erbe. Foto: Stadt Bayreuth

Rätselraten um die Grünen

Unklar auch, wen die Grünen ins Rennen schicken. Stefan Schlags, der vielleicht heißeste Kandidat aus Reihen der grünen Stadtratsfraktion, sagt auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts, die Partei wolle sich bis Dezember Zeit mit der Entscheidung lassen. Gegenüber dem bt hatte er aber auch schon erklärt „noch einmal Lust zu haben, auf einen richtig guten Wahlkampf“. Statt seinen Hut nach 2012 noch einmal in den Ring zu werfen, könnte Schlags auf absehbare Zeit aber auch seiner Frau Ulrike Gote folgen, die im Sommer die Stelle der Bildungsreferentin im hessischen Kassel angenommen hat. Vor allem unter Erstwählern hätte Schlags wohl  gute Karten. Tochter Magdalena ist die Hauptorganisatorin der Fridays for Future-Bewegung in Bayreuth.

Stefan Schlags. Foto: Stadt Bayreuth

JB und DU wollen mehr

Als relativ sicher gilt hingegen, dass das Junge Bayreuth einen eigenen Kandidaten um die Nachfolge Merk-Erbes ins Rennen schickt. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt der Fraktionsvorsitzende Stefan Schuh. Auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts dementiert er das nicht, verweist aber auf eine Nominierungsversammlung Ende September.

Stefan Schuh. Foto: Stadt Bayreuth

Auch die Unabhängigen (DU) um Med-Center- und Spielvereinigungs-Chef Wolfgang Gruber wollen mehr als die bisherigen zwei Sitze im Stadtrat und die daraus resultierende Fraktionsgemeinschaft mit der FDP. Dass sie einen eigenen Kandidaten stellen gilt zumindest als möglich.

Wolfgang Gruber. Foto: Stadt Bayreuth