SpVgg Bayreuth

Als die SpVgg Bayreuth beinahe in die Bundesliga aufstieg

Das Bayreuther Fußballstadion ist prall gefüllt. Den Erzählungen nach sind es über 23.000 Zuschauer, die sich am 14. Juni 1979 im Städtischen Stadion am Ellrodtweg in Bayreuth eingefunden haben. Dort steht das Hinspiel der Relegationsspiele zur 1. Fußball Bundesliga zwischen der SpVgg Bayreuth und dem Krefelder Team Bayer Uerdingen an. Wir haben mit dem damaligen Torwart der Altstadt, Wolfgang Mahr, über das Spiel gesprochen, in dem Bayreuth an die Türe zur ersten Bundesliga klopfte. 

Mit Vollgas in Richtung erste Liga

Die Ausgangslage ist klar. Eine Woche vor dem Rückspiel in Krefeld, wollen die Altstädter ein gutes Ergebnis gegen Uerdingen erzielen, um im Rennen um den Aufstieg gute Karten zu haben. Für die Zuschauer wurde im Vorfeld extra eine Zusatztribüne aufgestellt. Daneben kletterten einige Bayreuther, die keine Karten bekommen hatten, auf die Bäume am Stadion, um der Partie folgen zu können. 

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Und die Spielvereinigung legt gut los. Man merkt, dass jeder einzige Bayreuther dieses Spiel unbedingt gewinnen will. Dann erzielen die Altstädter ein Tor. Doch es wird nicht gegeben. Warum, wissen bis heute die wenigsten, die das Spiel gesehen haben. Doch trotz der Enttäuschung stecken die Altstädter nicht auf. In der 24. Minute versenkt Größler den Ball dann per Elfmeter im Kasten der Uerdinger. Dieses Mal zählt das Tor: 1:0 für Bayreuth. Das Stadion bebt.

Rückschlag

Kurz darauf klingelt es erneut. Dieses Mal auf der anderen Seite. Mit einem Kopfball überwindet Michael van de Loo SpVgg-Torwart Wolfgang Mahr zum 1:1. Darüber ärgert sich Mahr noch heute. „Bei dem Ball frage ich mich immer wieder: ‚Wäre der haltbar gewesen?‘“, erinnert sich der heutige Sportliche Leiter der Spielvereinigung. Mit 1:1 geht es dann auch in die Pause. 

In der zweiten Halbzeit entfachen die Bayreuther eine reine Flut an guten Torchancen. Doch Treffer können die Altstädter keine mehr erzielen. Mahr rekapituliert: „Wir haben das Ding einfach nicht reingebracht. Das war Wahnsinn!“ Egal wie viel die Bayreuther versuchten, am Ende geht der Ball nicht rein. Entweder fehlen wenige Zentimeter, oder der Uerdinger Schlussmann bzw. das Aluminium stehen dem Glück der SpVgg im Weg. Das Hinspiel endet 1:1. Unentschieden.

Das Rückspiel

Im Rückspiel unterliegt die SpVgg Bayreuth den Krefeldern mit 2:1, in einem Spiel, das die Altstädter auch hätten gewinnen können. Der damalige Schlussmann fasst zusammen:

Foto: SpVgg Bayreuth

Das Rückspiel war dann richtig tragisch. Das Spiel plätschert so vor sich hin, in der 81. Minute müssen wir eigentlich Elfmeter kriegen. Doch den gab es nicht. Drei Minuten später feuern die dann einen Sonntagsschuss ab und sind in der ersten Liga.

Auch hier gibt es wieder strittige Szenen. Ein Videoschiedsrichter oder die Torlinientechnologie hätten da helfen können. Aber die gibt es 1979 beide noch nicht. Das sieht Mahr mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn zum einen hätte er natürlich liebend gerne mit Bayreuth in der Bundesliga gespielt, zum anderen nimmt man dem Fußball aber auch viel Emotion und einen großen Reiz, wenn man ihm die strittigen Entscheidungen wegnimmt. 

Nach dem verpassten Aufstieg waren die Bayreuther natürlich „sauer und richtig traurig“ darüber, es nicht geschafft zu haben. Der Aufstieg in das Oberhaus der deutschen Fußballs hätte natürlich riesige Veränderungen für Bayreuth, die SpVgg und alle Spieler mit sich gebracht. Die Infrastruktur hätte sich ändern müssen. Zudem hatten die Spieler damals alle noch einen Beruf, den sie hätten aufgeben müssen. Aber das hätten natürlich alle Altstädter gerne getan, wenn sie es wirklich geschafft hätten, und mit Bayreuth in die Bundesliga gekommen wären.

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