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Ausgangsbeschränkung wegen Covid-19: Das ist in Bayern verboten und erlaubt

Das Coronavirus breitet sich nun auch in Deutschland weiter aus. Es gibt auch mehrere bestätigte Fälle im Landkreis Bayreuth. In Apotheken sind Desinfektionsmittel und Mundschutze vergriffen, in Supermärkten decken sich Bürger für eine Notsituation ein. Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat am Freitag (20.3.2020) Ausgangsbeschränkungen für Bayern erlassen. 

Update vom 22. März: Das ist in Bayern verboten und erlaubt

Das ist erlaubt

  • Einkaufen gehen: Weiterhin ist die Lebensmittelversorgung in Bayern gewährleistet. Söder appelliert an die Bevölkerung, keine “Hamsterkäufe” zu tätigen: dafür gebe es keinen Grund.
  • Zum Arzt gehen:  Physiotherapie-Sitzungen nur im Notfall genehmigt, ebenso Ergotherapie oder Logopädie
  • Arbeiten gehen: Arbeitgeber sollen allerdings wenn möglich Home-Office-Varianten anbieten.
  • Geld abheben: Banken/ Ausgabeautomaten haben weiterhin geöffnet. Ministerpräsident Söder warnt allerdings, massenhaft Bargeld abzuheben: dafür gebe es keinen Grund.
  • Zur Post gehen: Der Gang zur Post ist weiterhin erlaubt
  • Gassi gehen: Auch ein Spaziergang mit dem Hund ist weiterhin erlaubt – allerdings alleine oder mit der engsten Familie.
  • Spazieren oder Joggen gehen: In der Regel alleine. Im Ausnahmefall gemeinsam mit Personen “desselben Hausstandes” (der Familie).
  • Lebensgefährten sehen: Weiterhin ist es erlaubt, den Lebensgefährten zu besuchen.
  • Kinder sehen: “Die Wahrnehmung des Sorgerechts” ist weiterhin erlaubt – beispielsweise, falls die Eltern in Scheidung leben und das Sorgerecht/Besuchsrecht geregelt ist.

Das ist verboten

  • Gastronomische Betriebe, Bau- und Gartenmärkte sowie Friseure müssen schließen.
  • Alle Versammlungen werden verboten: Treffen oder Aufhalten von Menschengruppen in der Öffentlichkeit sind verboten. Ohne entsprechende Begründung drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.
  • Das Verlassen des Hauses ist ohne wichtige Gründe untersagt

Nach dem Verbot von Versammlungen, den Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen, haben viele Gastronomen, Bäckereien und Co. Lieferdienste für die Bevölkerung eingerichtet. 

Fragen und Antworten zum Coronavirus

Hier werden einige Fragen zum Coronavirus geklärt.

Coronavirus: Wie viele Infizierte gibt es?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt jeden Tag neue Zahlen über die Zahl der weltweit Infizierten heraus. Am Samstag (21.3.2020, 16:25 Uhr) waren es weltweit 234.073 bestätigte Fälle. Gestorben sind davon, laut WHO, 9.840 Menschen. Das sind etwa 4 Prozent der Betroffenen. In Deutschland sind derzeit 10.999 Menschen mit dem Virus infizierte Menschen bekannt. Hier gibt es eine Übersicht über die bestätigten Fälle in Franken.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Ende Februar erklärte Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt in Bayreuth: “Der Corona-Virus ist weniger gefährlich als der jährlich auftretende Grippe-Virus.” Wie auch bei einer Grippe könne der Virus vor allem für ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Krankheiten gefährlich werden und zum Tod führen. Allerdings ist das auch hier nicht der zwingende Verlauf.

Wie verhalte ich mich, wenn ich die Vermutung habe, mich angesteckt zu haben?

Das Gesundheitsamt Bayreuth empfiehlt hier ein sofortiges Handeln. Wer nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet Krankheitssymptome zeigt oder nachweislichen Kontakt mit einer infizierten Person hatte, meldet sich bitte unbedingt telefonisch bei der Hausarztpraxis und kommt nicht unangemeldet in die Praxis. So werden Ansteckungen vermieden. Am Telefon werden Betroffene dann über weitere Maßnahmen informiert.

Wie unterscheidet sich das Coronavirus von einer Grippe?

Die Symptome ähneln sich zu Beginn sehr, erklärt Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt in Bayreuth. Halsschmerzen, Husten, Erschöpfung und Fieber würden daher am Anfang der Erkrankung auftreten. Diese Symptome könnten dann im weiteren Verlauf in einer schweren Lungenentzündung münden, so Klaus von Stetten. Diese sei vor allem für ältere Menschen sehr gefährlich.

Hilft Händewaschen gegen das Coronavirus? 

Prof. Harald Rupprecht vom Klinikum Bayreuth sagt, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gegen das Coronavirus gebe. Ein regelmäßiges und intensives Händewaschen könne aber eine gute Vorsichtsmaßnahme sein. Komplett vor dem Virus schützen, könne es aber nicht.

Wie kann ich mich und meine Mitmenschen vor Covid-19 schützen?

Beim Husten und Niesen gebe es einige Hygienemaßnahmen, die Bürger beachten sollen. „Halten Sie sich bitte ein Taschen Tuch vor Mund und Nase und werfen es danach weg“, sagt Professor Rupprecht vom Klinikum Bayreuth. Sollte keines zur Hand sein, ginge auch die Armbeuge. Nach Informationen des Bayerischen Gesundheitsamtes solle man sich auf keinen Fall in die Handflächen niesen. Anschließend sollten Bürger ihre Hände im Idealfall desinfizieren.

Kann ich mich mit einem Mundschutz komplett vor dem Virus schützen?

“Ein normaler Mundschutz ist kein Allheilmittel”, sagt Professor Rupprecht. Dennoch habe er Vorteile. “Er schützt, wenn man direkt angehustet wird. Und er schützt andere, wenn man selbst krank ist”, sagt er.

Wie kann ich eine Ansteckung vermeiden?

Für Schwangere, alte und immunschwache Menschen kann der Virus gefährlich sein. Für diese Menschen sei es hilfreich, belebte Orte und Versammlungen zu vermeiden. „Wer weniger oft Einkaufen geht, geht auch ein geringeres Risiko ein“, erklärt Professor Rupprecht vom Klinikum Bayreuth. Zusätzlich sei es hilfreich den Körperkontakt zu verringern. Umarmungen und Händeschütteln seien Verbreitungswege für Atemwegserkrankungen.

Es kommt zu „Hamsterkäufen“? Muss ich Angst davor haben, vor komplett leeren Regalen zu stehen?

Die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Konserven ist durch die Angst vor dem Coronavirus gestiegen. Dennoch müssen sich Konsumenten keine Sorgen darüber machen, keine Lebensmittel mehr zu bekommen. „Es wird verstärkt eingekauft, aber die Warenlieferungen sind nicht gefährdet. Von daher ist bei uns immer etwas vorhanden“, erklärte Maik Richter, der Marktleiter von Real in Bayreuth Anfang März. Ende des Monats haben einige Supermärkte in anderen Bundesländern eine maximale Abgabemenge für Klopapier eingeführt. Dies führte ein Einzelfällen zu Körperverletzung, Beleidigungen und Diebstahl. 

Meine Apotheke hat kein Desinfektionsmittel mehr. Wie bekomme ich trotzdem welches?

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Anleitung herausgegeben, wie Sie sich selbst Desinfektionsmittel herstellen können. Die Anleitung zum Herstellen eines Desinfektionsmittels gibt’s hier. Auch einige Apotheken haben eigens hergestellte Mittel auf Lager.