NachrichtenPolizeibericht

Badeunfälle: Tragödien aus der Region

Es kann so schnell gehen und meist bekommt es niemand mit. Denn häufig ertrinken Menschen still und leise. Kein lautes Rufen nach Hilfe, kein wildes, verzweifeltes Gezappel im Wasser. Nicht immer machen Badegäste in Not auf sich aufmerksam. Die Zahl der Badeunfälle steigt. Fast täglich liest oder hört man dieser Tage von einem neuen Unglück. Kein Wunder, zieht es doch viele im Sommer ins Wasser für eine kleine Abkühlung.

Auch in Oberfranken und der Region sind in diesem Jahr schon einige Unfälle an Badeseen oder in Freibädern passiert. Nicht immer fanden die Szenen ein glückliches Ende.

Kritischer Zustand nach Badeunfall

Erst am Montagnachmittag wäre ein 63 Mann in Lisberg im Landkreis Bamberg beinahe in einem Badeweiher ertrunken. Der Schwimmer war bereits mehrere Minuten unter Wasser, als es anderen Badegästen gelang, ihn an Land zu bringen, teilt die Polizei mit.

Kurz vor 15 Uhr sah ein Gast des Badesees im Ortsteil Trabelsdorf den Mann unter der Wasseroberfläche treiben. Er habe zunächst angenommen, dass dieser tauchen würde. Nachdem er nach einigen Sekunden jedoch nicht mehr auftauchte, sprang der Retter in den See, um den 63-Jährigen herauszuziehen. Zusammen mit einem weiteren Badegast suchte er unter Wasser zunächst vergeblich nach dem Verunglückten. Ein Mitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fand den Mann schließlich und brachte ihn ans Ufer.

Da war der Badegast bereits bewusstlos. Die Ersthelfer begannen sofort mit der Reanimation des Mannes, bis der Rettungsdienst eintraf. Der Notarzt und das Rettungsteam konnten ihn schließlich wiederbeleben und ins Krankenhaus bringen. Noch immer befindet sich der Mann im kritischen Zustand auf der Intensivstation.

Vater und Sohn liegen bewegungslos im Becken

Ein schrecklicher Anblick bot sich Badegästen am Sonntagnachmittag im Freizeitbad Palm Beach in Stein bei Fürth. Ein Mann und sein kleiner Sohn lagen leblos auf dem Boden eines Beckens. Andere Gäste bemerkten die leblosen Körper des 45 Jahre alten Vaters und des zwei Jahre alten Kindes gegen 17 Uhr und zogen sie sofort aus dem Wasser. Die Retter, unter denen sich auch ein Rettungsschwimmer befand, reanimierten die beiden.

Vater und Sohn wurden bei dem Badeunfall schwer verletzt. Sie sind noch immer im Krankenhaus, mittlerweile aber außer Lebensgefahr.

Mann treibt leblos im Wasser

Tragisch endete der Besuch des Freibads für einen 77 Jahre alten Mann in Höchstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt vergangenen Mittwoch. Badende bemerkten im Schwimmbecken den leblosen Körper des Badegastes. Obwohl das Aufsichtspersonal sofort vor Ort war, kam für den Mann jede Hilfe zu spät. Alle Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

Der 77-Jährige ist nach bisherigem Ermittlungsstand vermutlich ertrunken oder an einem Herzinfarkt gestorben. Dies soll eine Obduktion klären.

Junge steckt fest

Das hätte schlimm ausgehen können. Ein Junge aus Marktredwitz hatte vergangenen Donnerstag noch einmal Glück. Der Neunjährige lief am Schwimmbecken entlang, rutschte aus, fiel in das Schwimmbecken und blieb mit dem Fuß zwischen einem Handlauf und dem Beckenrand stecken. Die Feuerwehr musste anrücken und den kleinen Mann befreien. Mit einem gequetschten Oberschenkel kam er vorsorglich ins Krankenhaus.

Vergangenes Jahr überschattete der Tot eines Siebenjährigen die Freibadsaison in der Stadt. Im August war der Junge mit seinen Geschwistern im Naturfreibad. Badegäste entdeckten das Kind leblos auf dem Grund. Trotz aller Wiederbelebungsmaßnahmen starb der Junge noch am Unfallort.

Nürnberger ertrinkt im Starnberger See

Ein Mann aus Nürnberg war am Donnerstag vergangene Woche alleine im Starnberger See baden und kam nicht mehr zurück. Seine Begleiter machten sich Sorgen und alarmierten die Polizei. Mit Booten und einem Hubschrauber suchten die Rettungskräfte nach dem 81 Jahre alten Rentner. Er trieb leblos in der Nähe des Ufers bei Tutzing. Jede Hilfe kam zu spät.