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Bayreuther Klimawald in Gefahr

Gibt es zeitnah keinen Regen, müssen Helfer die Bewässerung der über 4.700 Jungbäume übernehmen.

Der Startschuss im April

Ende April haben 270 Freiwillige den Klimawald in Bayreuth angelegt und mehr als 4.700 neue Setzlinge in einem bestehenden Waldstück gepflanzt. Auf der Waldfläche hinter einer Weide gegenüber der Adolf-Wächter-Straße wachsen dort unter anderem Traubeneichen, Douglasien, Esskastanien oder Hainbuchen heran – bisher ohne weiteres menschliches Zutun. Doch bei den derzeitigen schwül-warmen Temperaturen in Bayreuth und Umgebung, könnte sich das bald ändern.

Der Extremfall: Über 4.700 Jungbäume einzeln gießen

„Bis jetzt haben die Niederschläge noch ausgereicht. Doch in den kommenden Tagen braucht es auf jeden Fall wieder Regen, damit die Jungbäume gut wachsen und anwurzeln können“, sagt Udo Wenzel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth. Würde es zeitnah keine natürlichen Niederschläge geben, wäre schnell menschliche Hilfe gefragt. „Dann müssten wir mit einem Traktor Wasserkanister in den Wald fahren und dann alle Setzlinge – also 4.719 Stück – punktuell mit Gießkannen gießen“, fügt Wenzel auf Anfrage des Bayreuther Tagblatts hinzu. Das braucht nicht nur helfende Hände, sondern auch eine Menge Zeit.

In diesem Waldstück gegenüber der Adolf-Wächter-Straße findet die Pflanzaktion zum Klimawald statt.

Das ganze Areal großflächig und automatisch zu bewässern, sei keine Alternative. Dann würden immens hohe Mengen an Wasser benötigt werden, im Endeffekt umsonst. Jede Woche kontrolliert jemand aus dem Forstamt oder vom Organisationsteam der Universität, ob im Klimawald alles in Ordnung ist. „Wenn die Jungpflanzen anfangen die Blätter hängen zu lassen, sollte man zügig eingreifen“, so Wenzel.

Sollte sich ein trocken-heißer Sommer wie 2018 wiederholen, werden die Jungpflanzen kaum ohne Hilfe durchkommen. Dann stünde eine Gießaktion an – eine im Forst für größere Neupflanzungen äußerst unübliche Maßnahme.

Wie viele der Jungbäume tatsächlich anwachsen, bleibt abzuwarten, aber bisher sieht es gut aus. Ein Segen war der gegen Ende der Pflanzaktion einsetzende Regen und die anschließende kühl-feuchtere Witterung im Mai. Neben Wetterbedingungen sind weitere Faktoren fürs Anwachsen wichtig, wie etwa der Feinwurzelanteil der gelieferten Setzlinge, und ob beim Pflanzen ausreichend enger Kontakt zwischen Wurzeln und Erdreich hergestellt werden konnte.

Nachgezählt – und bei Bedarf auch nachgepflanzt – wird daher erst im Herbst. In den kommenden Jahren werden dann nach und nach die alten Fichten entnommen.

(Theresa Landwehr, Organisatorin beim Projekt Klimawald von der Uni Bayreuth)

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