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Baustelle Hochbrücke: So soll umgeleitet werden

Die Autobahndirektion Nordbayern plant den Abriss und Neubau der Hochbrücke bei der Anschlusstelle Bayreuth Nord in fünf Teilabschnitten. Die Brücke aus dem Baujahr 1972 kann aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr saniert werden. Die Autobahndirektion hat am Dienstag den Ablauf der Bauarbeiten, der innerhalb von vier Jahren erfolgen soll, betroffenen Unternehmern aus dem Industriegebiet vorgestellt.

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Industriegebiet: So wird die Umleitung voraussichtlich aussehen

In einem ersten Bauabschnitt, der 1,5 bis zwei Jahre dauert, sollen die beiden seitlichen Nord-Rampen der Autobahnbrücke abgebrochen werden. Die Hauptbrücke bleibt derweil noch unberührt. Die Zu- und Abfahrt ins Industriegebiet wird über die Bindlacher Allee, die Weiherstraße, die Riedinger Straße und andererseits über die Bernecker Straße erfolgen, wie Stefan Schricker von der Autobahndirektion Nordbayern erklärt.

Der Weg in Richtung Bindlach wird zweispurig bleiben, da die Verkehrsbelastung von Bayreuth stadtauswärts ab 16 Uhr insgesamt höher ist, als in den Morgenstunden.

(Thomas Pfeifer, Dienststellenleiter Bayreuth / Autobahndirektion Nordbayern)

Morgens hingegen entzerre sich der Verkehr und verteile sich über drei bis vier Stunden. Es wurden bisher Verkehrszählungen an verschiedenen Knotenpunkten im Industriegebiet, am Autobahnkreisel Nord, an der Brücke, und an der ehemaligen Kaserne durchgeführt. Sie sind in die Erstellung der Umleitungspläne eingeflossen.

Messungen des Verkehrsflusses morgens und abends auf der Hochbrücke.
Messungen des Verkehrsflusses morgens und abends auf der Hochbrücke. Grafik: Autobahndirektion Nordbayern

Zweispurige Ein- und Ausfahrt in Richtung Stadtzentrum

„Die Strecke über die Hochbrücke ist schon jetzt bereits hohen Belastungen ausgesetzt“, sagt Schricker. Allerdings sehe er bis dato keine Alternativen für die erwähnte Wegführung über Bindlach. In der Bindlacher Allee müsse dazu auch die Ampelschaltung neu eingestellt werden und eine zusätzliche Ampel an der Weiherstraße eingesetzt werden. „Der Oval-Kreisverkehr hat uns besonders Sorge bereitet“, sagt Schricker.

Aus Richtung Stadtzentrum werde man den Verkehr über die Dr.-Hans-FrischStraße zweispurig ins Industriegebiet St. Georgen West leiten. Von dort in Richtung Stadt, komme man wiederum zweispurig am Grünen Baum vorbei.

Uns liegt eine frühzeitige Einbindung von Planungsträgern und Betroffenen des Ersatzneubaus Hochbrücke am Herzen. Die Planung ist ein Prozess. Wir versuchen, während dieser Entwicklung, Bedenken der Betroffenen mit zu berücksichtigen.

(Thomas Pfeifer, Dienststellenleiter Bayreuth / Autobahndirektion Nordbayern)

Ausweichen über Bindlacher Berg und Bayreuth Süd

Der Verkehr von Norden könne ebenso bereits über die Autobahn-Ausfahrt Bindlacher Berg abfahren, um Staus zu entzerren. Der Verkehr, der von den Gemeinden an der B22 kommt, werde frühzeitig abgefangen und nach Bayreuth Süd umgeleitet.

Sperrung der Abfahrt Bayreuth-Nord

Wird im dritten Bauabschnitt die Hauptbrücke, mit einer Fläche von 9.500 Quadratmetern, und auch die südlichen Rampen abgebaut, ist eine Sperrung der A9-Abfahrt Bayreuth-Nord unumgänglich – für drei Monate wird es dort eine Teilsperrung geben. Dann werde in der Dieselstraße zudem eine Behelfszufahrt zur A9  eingerichtet. An einem ruhigen Wochenende, wie Dienststellenleiter Thomas Pfeifer erklärt, müsse die A9 dann allerdings für 30 Stunden voll gesperrt werden. „Es wird dann großräumig über die A6, die A93, die A70 und die A9 in Richtung München umgeleitet. In Richtung Berlin fährt man dann am besten ab dem Autobahndreieck Holledau über die A93, oder über die A73.

Im vierten Bauabschnitt sei bereits die Durchfahrt unter der Hochbrücke, also zwischen Mc Donalds und Autobahn, wieder möglich. Im letzten und fünften Bauabschnitt werde der Verkehr nur marginal betroffen sein. Hier werde man die Entwässerungs-Führung in Angriff nehmen.

Warten auf den offiziellen Start

In Kürze, das heißt Mitte 2019, möchte die Autobahndirektion Nordbayern den sogenannten Antrag auf Planfeststellung, in dem alle Planungen zum Ersatzneubau dokumentiert sind, einreichen. Ein neutraler Gutachter werde dann auch ein Beweissicherungsverfahren an den umliegenden Gebäuden durchführen. Erst wenn die Planfeststellung genehmigt ist, kann der konkrete Zeitplan erstellt werden. Im Moment geht Pfeifer aber davon aus, dass 2020 mit den ersten Vormaßnahmen zum Bau begonnen werden kann. Ein Video-Statement dazu finden Sie über dem Text.

Warum der Ersatzneubau notwendig ist

Die Hochbrücke aus dem Jahr 1972 hat im Laufe der Zeit aus folgenden Gründen Schaden genommen:

  • Abplatzungen
  • Hohe Chloridbelastung durch Streusalz
  • Schäden am Fahrbahnübergang und an den Lagern
  • Hohlstellen, Risse und Schaden durch Korrission

Die Erneuerung werde bereits jetzt durchgeführt, damit man in Ruhe planen könne. Andernfalls müsste später  eine unbedachte Ad-Hoc-Lösung aus dem Ärmel geschüttelt werden.