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Bahnstrecke nach Nürnberg: Hoffnung auf Ende des Ersatzverkehrs Mitte September
Nach Monaten im Ersatzverkehr gibt es endlich Perspektive: Die Bahn plant die schrittweise Rückkehr zum Zugverkehr zwischen Bayreuth und Nürnberg.
Pendler zwischen Bayreuth und Nürnberg sehen ein Licht am Ende des Tunnels. Zum Ende der Sommerferien sollen sie die Strecke wieder komplett mit der Bahn zurücklegen können. Das ist zumindest der Plan der Deutschen Bahn.
Schienenersatzverkehr soll im September wegfallen
Die Deutsche Bahn teilt mit, dass sie die bislang gesperrte Strecke zwischen Hersbruck und Pegnitz schrittweise öffnen will. Ab Anfang Mai sollen wieder Züge im Abschnitt zwischen Neuhaus und Pegnitz fahren. Die gesamte Strecke zwischen Hersbruck rechts der Pegnitz und Pegnitz soll dann bis Ende der Sommerferien 2026 (14. September) wieder regulär befahrbar sein – das ist der aktuelle Plan der Deutschen Bahn und der zuständigen Infrastrukturbetreiber. Bis zur vollständigen Freigabe bleibt der Schienenersatzverkehr bestehen. Das betrifft auch die Festspielzeit: Besucher der Bayreuther Festspiele müssten nach derzeitigem Plan mit dem Bus anreisen.
Sanierungsarbeiten in den nächsten Wochen
Die Bahn hat die Strecke zwischen Hersbruck und Pegnitz am 19. September 2025 von der DB InfraOG kurzfristig gesperrt, nachdem mehrere historische Brücken im Pegnitztal Schäden aufwiesen.
Spezialisierte Ingenieurbüros hätten die Brücken nun intensiv untersucht. Laut Bahn hätten die ersten Arbeiten begonnen und gezeigt, dass nach einer erfolgreichen Sanierung wieder ein sicherer Zugbetrieb möglich sei.
In den nächsten Wochen sollen also die Fugen der Brücken erneuert und verpresst, lose Steine im Mauerwerk verstärkt und Risse geschlossen werden. Zudem werden Hohlräume im Unterbau gefüllt, damit die Brücken die Lasten gleichmäßiger aufnehmen können. Parallel dazu laufen die Planungen zur grundlegenden Erneuerung der Brücken weiter: Die DB InfraOG reicht die Planfeststellungsanträge dazu schrittweise beim Eisenbahn‑Bundesamt ein.
Schienenersatzverkehr Bayreuth-Nürnberg weiter im Stundentakt
Bis die Strecke vollständig für den regulären Zugverkehr freigegeben ist, bleibt der Schienenersatzverkehr zwischen Bayreuth und Nürnberg bestehen. Ab Anfang Mai enden die Regionalexpresse 30, 31, 32 und 38 von Norden kommend in Neuhaus. Von dort fahren stündlich Busse mit allen Unterwegshalten nach Hersbruck. Die Direktbusse zwischen Bayreuth und Nürnberg, Pegnitz und Nürnberg sowie Neuhaus und Nürnberg verkehren weiterhin im Stundentakt.
Zwischen Nürnberg und Hersbruck fahren auf der rechten Pegnitzstrecke weiterhin die Züge der Linien 40/41 sowie die RB‑Züge der Mittelfrankenbahn; auf der linken Pegnitzstrecke fahren die Züge der S‑Bahn Nürnberg. Zudem gibt es – bis auf baustellenbedingte Einschränkungen – durchgängige Fahrten zwischen Nürnberg, Marktredwitz und Hof, bei denen die gesperrte Strecke über Weiden und Marktredwitz umfahren wird.
Silke Launert: Modernisierung muss zügig voranschreiten
Mit Blick auf die Zukunft fordert die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Silke Launert, neben der akuten Instandsetzung auch die grundlegende Modernisierung der Brücken zu beschleunigen:
„Neben der akuten Instandsetzung brauchen wir eine dauerhafte und moderne Infrastruktur. Ich erwarte, dass die Planfeststellungsverfahren rasch und konsequent vorangetrieben werden.“
FAQ zum Hintergrund der Sperrung zwischen Bayreuth und Nürnberg
Warum ist die Strecke zwischen Hersbruck und Pegnitz gesperrt?
Die Strecke zwischen Hersbruck (rechts der Pegnitz) und Pegnitz wurde am 19. September 2025 kurzfristig gesperrt, weil mehrere Brücken im Pegnitztal Schäden aufwiesen. Um die Sicherheit von Fahrgästen und Fahrzeugen zu gewährleisten, ordnete DB InfraOG eine umfangreiche Überprüfung und Instandsetzung der Brücken an. Zunächst war nicht klar, wann die Sperrung wieder aufgehoben werden würde.
Was wird an den Brücken gemacht?
Die insgesamt 18 Brücken im Pegnitztal stammen nach Angaben der Bahn aus dem frühen 20. Jahrhundert. In den kommenden Wochen sanieren Bauarbeiter die Brücken in mehreren Schritten: Sie erneuern Fugen und verpressen sie, verstärken lose Steine und schließen Risse. Zudem füllen sie Hohlräume im Unterbau, damit die Lasten gleichmäßiger verteilt werden. Langfristig sollen die Brücken aber ganz erneuert werden, weshalb die DB InfraOG die Planfeststellungsanträge beim Eisenbahn-Bundesamt einreicht.
Wann soll der Zugverkehr wieder komplett rollen?
Ab Anfang Mai 2026 sollen wieder Züge auf dem Abschnitt Neuhaus – Pegnitz fahren. Die komplette Strecke zwischen Hersbruck und Pegnitz soll bis zum Ende der Sommerferien 2026 wieder regulär befahrbar sein, sofern die Bau‑ und Prüfarbeiten planmäßig verlaufen.
Was bedeutet das für Fahrgäste bis dahin?
Zwischen Bayreuth und Nürnberg läuft weiterhin der Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Regionalexpress‑Linien 30, 31, 32 und 38 enden von Norden kommend ab Anfang Mai nicht mehr in Pegnitz, sondern fahren bis Neuhaus. Von dort fahren stündlich Busse mit allen Unterwegshalten nach Hersbruck. Expressbusse verbinden weiterhin Bayreuth mit Nürnberg sowie Pegnitz und Neuhaus mit Nürnberg im Stundentakt.
Warum dauert die Sanierung so lange?
Die Brücken im Pegnitztal sind teils historisch und erfordern aufwendige statische Prüfungen und behutsame Instandsetzungen, um sowohl die Sicherheit als auch den Denkmalschutz zu wahren. Zudem muss die dauerhafte Erneuerung der Infrastruktur im regulären Planungs‑ und Genehmigungsverfahren (Planfeststellungsverfahren) ablaufen, was Zeit in Anspruch nimmt.












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Storchennest auf einem stillgelegten Schlot in der Ludwig-Thoma-Straße. © Stadt Bayreuth