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Bayreuth ehrt seine Festspiel-Stars
Bierkrug, Glaskubus und Medaille: Im Haus Wahnfried hat die Stadt Bayreuth langjährige Mitwirkende der Festspiele geehrt – von Stars am Dirigentenpult bis zu Statisten, die schon als Kindergartenkinder auf der Bühne standen.
Der Empfang im Haus Wahnfried gehört längst zum Festspielsommer wie die Aufführungen auf dem Grünen Hügel: Auch in diesem Jahr hat die Stadt Bayreuth langjährige Mitwirkende der Bayreuther Festspiele geehrt – aus allen Sparten, vom Orchestergraben bis zur Beleuchtung.
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Festspielleiterin Katharina Wagner und Kulturreferentin Eva-Christina Bär überreichten am Freitag die Auszeichnungen.
„Schimmala“ und Medaillen für die Geehrten
„Wir möchten uns als Ihr Gastgeber für Ihre Treue und Ihren unermüdlichen Einsatz bedanken“, so Ebersberger. Sein Dank galt auch den Familien der Geehrten, „von denen wir wissen, dass sie oft viele Wochen in unserer Stadt verbringen“.
Knapp 30 Namen standen diesmal auf der Liste, manche von ihnen sind seit zwei oder drei Jahrzehnten dabei. Je nach Dauer ihres Engagements gab es ein „Schimmala“ – einen Bayreuther Bierkrug mit Zinndeckel –, einen gläsernen Festspielhaus-Kubus oder die Richard-Wagner-Medaille.
Auch Festspielleiterin Katharina Wagner betonte den Beitrag der Geehrten: „Ohne Sie sind die Bayreuther Festspiele nichts“, sagte sie.
Jüngster Geehrter mit Bühnenstart im Kindergartenalter
Unter den Ausgezeichneten war in diesem Jahr auch ein junger Mitwirkender: Benjamin „Benni“ Müller. Mit seinen 20 Jahren kann der Bayreuther bereits auf zehn Jahre Erfahrung als Statist am Grünen Hügel zurückblicken – und auf ziemlich genau 50 Vorstellungen.
Schon mit vier Jahren lief er im „Parsifal“ von Stefan Herheim als „Emigrantenkind“ an der Hand einer Chorsängerin über die Bühne. Dass das Kostüm fürchterlich gejuckt hat, erzählte er damals im Radio-Interview gleich zwei Mal. Später schlüpfte er im legendären „Lohengrin“ von Hans Neuenfels in das Kostüm einer kleinen rosa Ratte. Wie einst sein Vorgänger musste er sich zunächst „verlaufen“ und hoppelte dann verspätet auf seinen Platz – ein Publikumsliebling. Seit drei Jahren ist Benjamin Müller Teil der aktuellen „Ring“-Produktion von Valentin Schwarz. Im blauen Anzug und mit Sonnenbrille gehört er in „Walküre“ und „Siegfried“ zum Ensemble.
Ein Opernbesuch für’s Leben
Für Statistenkollegen Thomas Linkel begann vor über zwanzig Jahren alles mit einem Besuch in der Oper. “Wenn mich meine Mutter damals nicht mitgenommen hätte, wäre heute alles anders”, so Linkel. Nach der Aufführung war er tagelang im emotionalen Ausnahmezustand. Seitdem prägt der Grüne Hügel für ihn jeden Sommer. Für 20 Jahre Engagement bekam er heute den Glaskubus Festspielhaus, den er in seinem Wohnzimmer aufstellen will.
Von Paris nach Bayreuth
Violoncellistin Tatjana Uhde wurde für 10 Jahre Beteiligung an den Festspielen geehrt. Töchter Leonora und Elina applaudierten fleißig. „Die Festspiele sind etwas Besonderes, weil alle schon bei der ersten Probe so gut sind“, sagt Uhde. Sie ist Zweite Solocellistin des Orchesters der Nationaloper Paris. Dort riet man ihr, sich in Bayreuth zu bewerben und es klappte auf Anhieb. Im überreichten „Schimmala“ kann sie sich ein alkoholfreies Radler gut vorstellen.
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Künstlerische Highlights der Ehrung
Daniele Gatti – 5 Jahre: Er dirigierte erstmals 2008 bei den Festspielen, leitete von 2008 bis 2011 den „Parsifal“ und übernahm 2025 die Leitung von „Die Meistersinger von Nürnberg“.
Daniel Behle – 5 Jahre: Tenor, von 2017 bis 2019 und 2021 als David in „Die Meistersinger von Nürnberg“, 2017 als Froh im „Rheingold“ und 2019 als Walther von der Vogelweide im „Tannhäuser“. 2025 singt er Loge im „Rheingold“.
Michael Kupfer-Radecky – 5 Jahre: Bariton, erstmals als Wotan in „Die Walküre“ 2022, 2025 übernimmt er die Rolle des Gunther in der „Götterdämmerung“ und des Herrufen des Königs in „Lohengrin“.
Brit-Tone Müllertz – 5 Jahre: Sopranistin, singt seit 2021 die Ortlinde in „Die Walküre“.
Michael Nagy – 5 Jahre: Bariton, von 2011 bis 2014 Wolfram von Eschenbach im „Tannhäuser“, 2025 Sixtus Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg“.
Ólafur Sigurdarson – 5 Jahre: Bariton, u.a. Biterolf im „Tannhäuser“ (2021–2024), Alberich in „Rheingold“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ seit 2022, sowie Friedrich von Telramund im „Lohengrin“ 2025.
Camilla Nylund – 10 Jahre: Sopran, startete 2011 als Elisabeth im „Tannhäuser“, sang 2017 die Sieglinde in „Die Walküre“, 2019/21 Eva in „Die Meistersinger“ und 2019/22 Elsa in „Lohengrin“. Seit 2024 tritt sie als Isolde in „Tristan und Isolde“ auf.





















Ennio begeistert beim Seebühnenfestival 2025 das Publikum trotz leichter Verletzung. © Neele Boderius
Das Eisstadion in Bayreuth. Archivfoto: bt-Redaktion