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Sozialausschuss

Bayreuth gibt sich neue Leitlinien für Integration – Aktionsplan soll folgen

Mit neuen Integrations-Leitlinien verpflichtet sich die Stadt zu mehr Teilhabe und Chancengleichheit im Alltag. Doch im Sozialausschuss wurde auch deutlich: Zwischen Anspruch und Umsetzung liegt noch einiges an Arbeit.

Die Stadt Bayreuth verpflichtet sich zu einer aktiven Integrationspolitik. Mit neun Leitlinien legt sie fest, welche Bedingungen sie schaffen will, damit Integration in der Stadt gelingen kann – von Bildung und Arbeit über Wohnen bis hin zu interkultureller Begegnung. Am Montag, den 7. Juli, wurden die neuen Grundsätze im Sozialausschuss vorgestellt.

Neun Leitlinien mit breiter Beteiligung erarbeitet

„Wir stärken die Integration in den Arbeitsmarkt“, lautet zum Beispiel eine Leitlinie, „Wir fördern Bildung und Teilhabe für Kinder und Jugendliche“ eine andere. Behörden sollen einfacher zugänglich sein, Räume für interkulturelle Begegnung geschaffen werden.

„Ich freue mich sehr über das Ergebnis“, sagte Antragsteller Andreas Zippel (SPD). Besonders lobte er den breiten Beteiligungsprozess, bei dem die Leitlinien gemeinsam mit zahlreichen Akteuren entwickelt wurden. Auch die Bündelung der Aufgaben in der Verwaltung und die Rolle des Integrationsbeauftragten Ibukun Koussemou hob Zippel hervor.

Gemischte Gefühle im Sozialausschuss

Für Stadtrat Helmut Parzen (CSU) sind die Leitlinien „ein erster Schritt“. Doch Integration bedeute auch alltägliche Auseinandersetzung: „Das muss jetzt gelebt werden. Integration ist nicht immer nur leicht. Es müsste bekannter werden, dass man sich beispielsweise als Betrieb an die Stadt wenden kann, wenn man Hilfe mit einem Angestellten braucht.“

„Mit dem Papier ist noch nichts gewonnen“, mahnte auch Stefan Schuh (JB) und schlug vor, nicht nur Angebote, sondern auch Erwartungen zu formulieren. Nina Hellbach (FL) entgegnete: „Wenn wir zum Beispiel fordern, dass Menschen ihre Sprachkenntnisse verbessern, müssen wir auch die Angebote gewährleisten können. Sprachkurse liegen aber in der Verantwortung des Bundes, nicht der Kommune.“

Klaus Wührl-Struller (Grüne) nahm die Bedenken seiner Ausschuss-Kollegen gelassen: „Es ist wunderbar, dass wir die Leitlinien haben. Natürlich wird es Probleme geben, natürlich wird es Rückschläge geben. Wir schreiben ja auch Lehrpläne und es gibt trotzdem Schüler, die Sechser schreiben.“ Es sei trotzdem wichtig, Ziele zu setzen.

Lob für die strukturierte Herangehensweise kam von Torsten Lange aus der BG-Fraktion. Der Erarbeitungsprozess sei beeindruckend. Lange sagte: „Was die Leitlinien formulieren, ist uns eigentlich allen auch so klar. Aber es ist gut, wenn man es einmal so klar sieht.“ Auch Bettina Wurzel, Leiterin der Abteilung Integration und Inklusion im Sozialamt, betonte: Mit den Leitlinien beginne die Integrationsarbeit nicht erst, sie laufe längst. Nun soll anhand der Leitlinien ein Aktionsplan erstellt werden.