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Neues Baugebiet auf dem Areal des früheren Waldhotels Stein?
In Seulbitz soll auf dem früheren Gelände des Waldhotels Stein ein neues Wohngebiet entstehen. Im Stadtentwicklungsausschuss gab es Kritik zur Informationspolitik.
Auf dem Areal des früheren Waldhotels Stein könnten künftig Wohnhäuser stehen. Als die Verwaltung am 9. Dezember 2025 im Stadtentwicklungsausschuss die Eckpunkte der Planung zum „Wohngebiet Hohereuth/Seulbitz“ vorstellte, rückte neben den baulichen Details auch die Frage nach Transparenz in den Fokus.
Vom Kurheim zum Wohngebiet
Da der Hotelbetrieb seit Jahren eingestellt ist, soll das Baurecht neu geordnet werden. Vorgesehen ist ein Allgemeines Wohngebiet mit überwiegend freistehenden Einzelhäusern. Rund zwölf neue Einzelhäuser könnten entstehen, drei bestehende Einzelhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen sollen erhalten bleiben.
Das Gebiet zwischen Hohereuth und Seulbitzer Straße soll eine städtebauliche Lücke schließen. Ein angrenzendes Biotop sowie große Teile des Waldbestands werden als Grünflächen gesichert. Die Erschließung erfolgt über bereits vorhandene Wege mit einer Stichstraße.
Beschleunigtes Verfahren – ohne Umweltprüfung
Die Stadt plant das Bebauungsplanverfahren im beschleunigten Verfahren. Eine Umweltprüfung entfällt, da der Flächennutzungsplan den Bereich bereits als Wohngebiet ausweist. Gutachten zu Klima, Natur und Lärmschutz sollen dennoch erstellt und in den nächsten Planungsschritt einfließen.
Diskussion im Ausschuss: „Das ging schon mal ins Auge“
CSU-Stadträtin Stephanie Kollmer begrüßte die Pläne grundsätzlich, wies aber auf die Größe einzelner Parzellen hin: „Die Ausweisung ist sinnvoll – aber die Grundstücke sind zum Teil sehr groß“, sagte sie und forderte, dort auch Doppel- oder Mehrfamilienhäuser zuzulassen. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger reagierte knapp: „Dass der Bebauungsplan mit dem Eigentümer abgestimmt ist, ist bekannt?“
„Schön, dass Sie’s selber ansprechen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske. Er kritisierte – nicht zum ersten Mal – die Informationspolitik des Oberbürgermeisters. „Gerade wenn Sie ein beschleunigtes Verfahren einleiten, würden wir uns wünschen, dass Sie uns im Vorfeld als Fraktionen umfassender informieren.“ Er erinnerte an die Debatte um Befangenheit beim geplanten Wohngebiet in Wolfsbach: „Dann gibt es solche Fragen nicht und wir sparen uns auch die Frage nach dem Vorhabensträger. Das ging ja das letzte Mal schon ins Auge.“ Wenn man auch noch inhaltlich werden wolle: „Uns sollte bewusst sein, dass man dort auf ein Auto angewiesen ist. Da geht’s steil rauf.“
Wer ist der Investor? – Debatte abrupt beendet
Als die Frage nach dem Investor dann kam, verwies Oberbürgermeister Ebersberger auf den nichtöffentlichen Teil der Sitzung: Darüber könne öffentlich nicht gesprochen werden. Damit war die Diskussion beendet.
Wie es weitergeht
Der Stadtrat soll nun die Aufstellung des Bebauungsplans beschließen. Anschließend beginnt die frühzeitige Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Behörden. Die Verwaltung geht davon aus, dass nach dem Beteiligungsverfahren und den ausstehenden Gutachten weitere Anpassungen folgen.











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