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Baustelle

Bayreuths Berufsschule I: Zeit im Griff, Kosten glänzen

Mit dem Bauabschluss in drei Jahren sieht es für die technische Berufsschule I gut aus. Viele Aspekte liegen im Zeitplan, und der Kostenplan wirkt besonders verlockend. Doch ist es vielleicht zu früh, um zu jubeln?

An der Staatlichen Berufsschule I in Bayreuth wird ein umfassendes Bauprojekt durchgeführt, das moderne Ausbildungsbedingungen für eine Vielzahl von gewerblich-technischen Berufen schaffen soll. Die Schule wird zukünftig unter anderem folgende Fachbereiche anbieten: Metalltechnik, Elektrotechnik und Mechatronik, Fahrzeugtechnik, IT sowie Bau-, Holz- und Gestaltungstechnik.

Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, der das Hauptschulgebäude umfasst, ist für Ende 2026 geplant. Die Bauabschnitte 2 und 3, die neue Werkstätten und Verwaltungsräume beinhalten, sollen von 2026 bis 2028 errichtet werden. Die vollständige Inbetriebnahme des neu gestalteten Campus ist für das Frühjahr 2029 vorgesehen.

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Quartalsbericht im Stadtentwicklungsausschuss

Der aktuelle Quartalsbericht zum Bauprojekt wurde am 3. März im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Claus Rüttinger vom Büro Hitzler Ing. gab einen umfassenden Überblick über den Fortschritt und die Herausforderungen des Projekts.

Bauprojekte und Fortschritte

Die Baustelle an der Staatlichen Berufsschule I in Bayreuth ist gut im Zeitplan und zeigt erfreuliche Fortschritte. Rüttinger berichtete, dass die Ausschreibungen für die Innenausstattung und die Außenanlagen erfolgreich laufen. Der Innenausbau ist in vollem Gange, und der Rohbau befindet sich in den letzten Zügen. Im August 2025 wurde berichtet, dass sich die Fertigstellung aufgrund von Mängeln am Sichtbeton und an der Dämmung der Kellerwände verzögert hat.

„Wir haben auch die letzten Kosmetikarbeiten am Sichtbeton abgeschlossen. Bis dato gibt es keine größeren Themen bezüglich Qualität,“ sagte Rüttinger.

Kostenentwicklung

In Bezug auf die Kosten steht das Projekt sehr gut da. Die aktuelle Prognose liegt bei 114,06 Millionen Euro, was eine Differenz von rund 18 Millionen Euro zum ursprünglichen Budget von 132,5 Millionen Euro darstellt.

Diese Differenz könnte für unvorhergesehene Ausgaben in den nächsten Bauabschnitten verwendet werden, so Rüttinger. „Das zeigt einen sehr guten Kostenstand an der Stelle, wobei es da bleiben soll,“ erklärte Rüttinger.

Herausforderungen

Trotz der positiven Aspekte gibt es auch Herausforderungen. Der Eisspeicher, ein wichtiges Element für die Energieversorgung, wird voraussichtlich erst im dritten und vierten Quartal 2026 errichtet. Stephanie Anna Kollmer (CSU) äußerte Bedenken: „Im Quartal 4 2026 könnte der Boden gefroren sein. Wieso gibt es diese Verzögerung?“

Rüttinger erklärte, dass die Umsetzung der Planung viel Zeit in Anspruch genommen hat. Da das geplante Geothermiekonzept nicht umgesetzt werden könnte, wird ein neues System aus einem Eis-Energiespeicher, einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und einem Rückkühler implementiert.

„Die Dimensionen und Installationen für den Eisspeicher sind gewaltig. Die Baugrube hat einen Durchmesser von ca. 20 Metern und eine Erdüberdeckung von ca. 5 bis 6 Metern,“ fügte er hinzu.

Auch Grundwasserstände müssen entsprechend beachtet werden. „Wenn wir jetzt da vorne so einen Aushub machen würden, würden wir uns praktisch die Hauptschlagader für die Baustelle abgraben,“ betonte Rüttinger.

Thomas Bauske (SPD) äußerte Bedenken hinsichtlich der Verzögerungen bei den Estricharbeiten. Rüttinger erklärte, dass der Beginn der Estricheinbringung eingehalten wurde, jedoch die Fertigstellung im Erdgeschoss noch aussteht.

Die Verzögerungen resultieren aus den hohen Anforderungen an die Stabilität des Estrichs, so Rüttinger, die aufgrund der schweren Maschinen und Geräte, die im Erdgeschoss eingebaut werden, erforderlich sind. „Das wirkt sich dann praktisch erst weiter unten auf die Arbeiten aus,“ ergänzte er.

Meilensteine und künftige Schritte

Die nächsten Meilensteine im Bauprojekt sind:

  • Beginn der Wand- und Bodenbelagsarbeiten: Diese Arbeiten haben bereits begonnen, und die Bodenleger sind aktiv.
  • Fertigung der Außenanlagen: Der Baustart für die Außenanlagen ist geplant, wobei der Schwerpunkt auf dem Bereich Südost liegt.
  • Fertigstellung des Estrichs: Der Estrich ist in den Obergeschossen nahezu vollständig eingebaut. Im Erdgeschoss sind noch Teilflächen zu bearbeiten.
  • Planung für die nächsten Bauabschnitte: Die Vorbereitungen für die zweiten und dritten Bauabschnitte laufen bereits, wobei der Fokus auf der Erstellung der Leistungsverzeichnisse (LV) für die Abbrucharbeiten liegt.

Stefan Specht (CSU) lobte die professionelle Handhabung des Projekts und die Einhaltung der Kosten. „Es ist balsam für unsere geschundene kommunale Bauseele,“ merkte er an. Specht betonte jedoch, dass die bisherigen Einsparungen hoffentlich bestehen bleiben.

Ausblick auf die Zukunft

Der Wunsch aller Beteiligten ist es, dass die Baustelle nicht nur eine der größten, sondern auch die am besten laufenden Projekte in Bayreuth bleibt. „Wir sind hellauf begeistert. Gut, dass wir es angepackt haben,“ fasste Georg Kämpf (BG) die positive Stimmung zusammen.

Die vollständige Inbetriebnahme des neu gestalteten Campus ist für das Frühjahr 2029 vorgesehen. Bis dahin bleiben die Fortschritte und Herausforderungen des Projekts spannend.