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Festival

Bayreuths Festa Italica: Lokale Beteiligung noch Zukunftsmusik

Festa Italica bringt in weniger als anderthalb Wochen italienisches Lebensgefühl nach Bayreuth. Beim ersten Mal bleiben lokale Gastronomen und Händler außen vor. Veranstalter Joachim Krohn erklärt, warum sie diesmal nicht eingeladen wurden und ob eine Teilnahme im nächsten Jahr möglich ist.

In eineinhalb Wochen ist es soweit: Das fünftägige italienische Festival Festa Italica kommt erstmals nach Bayreuth. Musik, Kulinarik, Getränke und Produkte direkt aus Italien sollen die Stadt in mediterranes Flair tauchen. Doch trotz der engen Verbindung Bayreuths zu italienischen Unternehmen – von Eisdielen über Restaurants bis hin zu Mode- und Lebensmittelgeschäften – wurden lokale Akteure nicht eingeladen.

Warum Bayreuther Geschäfte fehlen

Eventveranstalter Joachim Krohn erklärt:

„Das ist einfach dem Konzept geschuldet. Wir binden generell keine lokalen Akteure ein, weil unser Fokus ein anderer ist. Es hat nichts mit Ablehnung gegenüber Bayreuther Betrieben zu tun, aber die Erfahrung zeigt: Restaurantbetrieb und Festverkauf sind zwei völlig unterschiedliche Disziplinen.“

Für Krohn ist Sicherheit im ersten Jahr entscheidend. „Ich muss sicherstellen, dass alles gut funktioniert, die Produkte stimmen und wir einen positiven Eindruck hinterlassen.“ Deshalb setze er auf ein bewährtes Team von Profis, die schon auf anderen Events erfolgreich waren.

Krohn führt aus, dass er Events seit über 20 Jahren organisiert, unter anderem fränkische Weinfeste, und dabei stets festgestellt hat, dass lokale Akteure oft nach dem ersten Fest wieder abspringen oder nicht den erwarteten Standard liefern. „Deswegen arbeiten wir ausschließlich mit professionellen Betrieben, die ihr Hauptgeschäft auf Veranstaltungen ausrichten“, so Krohn.

Der Eventveranstalter erhielt darüber indirekt Beschwerden, dass die lokalen Akteure aus Bayreuth nicht einmal eingeladen wurden. Für ihn nichts Neues.

Rückblick auf Erfahrungen aus Bamberg

Bereits beim ersten Festa Italica in Bamberg gab es ähnliche Diskussionen: Der italienische Kulturverein mosaico italiano und lokale Händler fühlten sich übergangen, erzählt Krohn.

Er habe offen reagiert und eine Zusammenarbeit angeboten – inklusive der Möglichkeit, Modestände oder gastronomische Angebote zu integrieren. Doch es kam keine Rückmeldung.

„Es war reine Provokation beim ersten Fest, danach hat niemand die Chance ergriffen“, erinnert sich Krohn.

Ob Bayreuths Szene es anders handhaben wird, muss sich erst im nächsten Jahr zeigen – vorausgesetzt natürlich, dass das Festival für die Veranstalter wirtschaftlich erfolgreich ist.

Einfluss auf die Innenstadt

Einige Bayreuther Gastronomen sollen befürchten, dass das Festival ihnen Kundschaft abzieht. Krohn widerspricht energisch:

„Das Gegenteil ist der Fall. Veranstaltungen wie unsere ziehen Menschen in die Innenstadt – oft auch solche, die sonst nicht in die Stadt gehen. Davon profitieren Gastronomie, Einzelhandel, Hotels und Tourismus gleichermaßen.“

Perspektive für die Zukunft

Offenheit für lokale Beteiligung schließt Krohn jedoch nicht aus:

„Wenn es Betriebe gibt, die Erfahrung haben, ein passendes Sortiment anbieten und die Standgebühren zahlen können, dann werden wir niemanden ausschließen.“

Wer überzeugt, könnte 2026 Teil des Events werden.