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Theater

Beliebter Brandenburger Kulturstadl startet in die 43. Spielzeit

Der Brandenburger Kulturstadl geht in seine Spielzeit mit einem Programm aus Komödien, Kinderstück und Weihnachtsmärchen. Insgesamt fünf Produktionen stehen 2026 auf dem Spielplan, ergänzt durch die Wiederaufnahme des Publikumserfolgs „Dinner for One – Wie alles begann“.

Künstlerischer Leiter Gordian Beck setzt bewusst auf unterhaltsames Theater: Ziel sei es, dass die Besucher „gut unterhalten nach Hause gehen“ und zwei angenehme Stunden erleben. Komödien seien deshalb einen besonderen Schwerpunkt. „Wobei ich natürlich schon auch schaue, dass wir Komödien machen, die ein gewisses Niveau haben.“

Einen der 99 Sitzplätze im Kulturstadl zu bekommen, ist nicht immer einfach. Frühzeitiges Buchen ist empfehlenswert. 2025 besuchten laut Vorstandsmitglied Stephan Müller rund 11.700 Zuschauer insgesamt 128 Vorstellungen; die durchschnittliche Auslastung lag bei über 92 Prozent – ein sehr beliebtes Theater in Bayreuth.

Neues Programm und Modernisierung

Neben dem neuen Spielplan laufen derzeit Arbeiten im Theatergebäude: Im Foyer wird eine neue Theke eingebaut, parallel entstehen Bühnenbilder für die kommenden Produktionen. Alles aufgrund von Ehrenamtliche arbeit.

Auf dieser Grundlage können auch die Eintrittskarten (12,50 Euro) weiterhin vergleichsweise günstig bleiben, unter anderem weil alle Mitwirkenden ohne Gagen arbeiten. Gerade darin liege der besondere Reiz: Das Theater sei Treffpunkt, kreative Plattform und Gemeinschaft zugleich, erklärt Vorstandsmitglied Stephan Müller.„Es macht einfach Spaß.“

Auf der Bühne könne man völlig verrückte Sachen darstellen, ergänzt Beck. Man könne dort vieles erleben, was man im normalen Leben nicht erlebt. Genau das mache ihren Reiz aus.

„Es gibt einen schönen Satz eines berühmten Regisseurs: Auf der Bühne kannst du morden und solche Dinge tun, ohne dass jemand wirklich zu Schaden kommt.“ Das Zitat wird häufig Alfred Hitchcock zugeschrieben.

Brandenburger Kulturstadl: Programm 2026

„Neurosige Zeiten“ – irrwitzige Verwechslungskomödie

Regie: Claudia Köstler und Claudia Zwerenz
Laufzeit: ab dem 28. Februar

Die Spielzeit eröffnet mit der turbulenten Komödie „Neurosige Zeiten“. Als Agnes Adolon Besuch von ihrer Mutter bekommt, darf diese auf keinen Fall erfahren, dass ihre Tochter in einer psychiatrischen Wohngruppe lebt. Ein chaotisches Verwechslungsspiel beginnt. Auf der Bühne stehen unter anderem Kirstin Scharf, Thorsten Reuther, Yvonne Reuschel, Phil Funfak, Martin Ebner und Thomas Zwerenz.

Die ersten drei Termine sind bereits ausgebucht. Mit etwas Glück kann man jedoch über die Warteliste noch ins Theater gelangen.

Hier geht es zu den Terminen

„Gespensterjäger auf eisiger Spur“ – Kinderstück nach Cornelia Funke

Regie: Susanne Grömer und Karin Meyer
Laufzeit: 16. Mai 2026 – 25. Juni 2026

Die Kindergruselgeschichte erzählt von Tom, der gemeinsam mit der Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft und einem „mittelmäßig unheimlichen Gespenst“ ein besonders gefährliches Spukwesen jagt. Die Theaterfassung basiert auf der bekannten Buchreihe von Cornelia Funke.

„Miss Sophies Erbe“ – Komödie voller Überraschungen

Regie: Angelika und Jessica Zapf
Laufzeit: 12. September 2026 – 31. Oktober 2026

Die einstige Operetten-Diva Ludmilla Stroganoff glaubt, endlich zu einem großen Erbe zu kommen – doch bei der Testamentseröffnung tauchen weitere dubiose Erben auf. Intrigen, Geheimnisse und humorvolle Verwicklungen sind garantiert

„Die Bremer Stadtmusikanten“ – Märchenklassiker kehrt zurück

Regie: Gordian Beck
Laufzeit: 21. November 2026 – 06. Januar 2027

Das bekannte Grimm-Märchen über Esel, Hund, Katze und Hahn kehrt nach vielen Jahren auf die Bühne des Kulturstadls zurück und bildet das Weihnachtsmärchen der Saison.

Eine kleine Anekdote von Stephan Müller zeigt, wie die theaterkulturelle Verbindung zur Partnerstadt Rudolstadt entstand:

„1989 wurden die ‚Bremer Stadtmusikanten‘ im Kulturstadl aufgeführt. Nach dem Mauerfall entwickelte sich daraus der Kontakt nach Rudolstadt. Mit den ‚Bremer Stadtmusikanten‘ waren wir tatsächlich 1990 erstmals in Rudolstadt zu Gast und haben dort – noch in der damaligen DDR – gespielt.“

Erst kürzlich war der Brandenburger Kulturstadl erneut in Rudolstadt zu Gast und zeigte im ausverkauften Theater „Schminkkasten“ die moderne Märcheninszenierung „Dornröschen oder der verflixte 13te Teller“.

Wiederaufnahme: „Dinner for One – Wie alles begann“

Regie: Gordian Beck
Laufzeit: Dezember 2026 – Januar 2027

Der Publikumserfolg rund um die Entstehung des berühmten Silvester-Sketches kehrt zum Jahreswechsel zurück. Kirstin Scharf, Reinhard Frank und Janin Fischer stehen erneut als Ensemble auf der Bühne.

In der Komödie „Dinner for One – Wie alles begann“ versucht eine Regisseurin, mit zwei egozentrischen und wenig talentierten Schauspielern trotz knapper Mittel den berühmten Silvesterklassiker auf die Bühne zu bringen, ein chaotisches, aber äußerst unterhaltsames Vorhaben.

Mehrfach ausgezeichnetes Engagement und beeindruckende Erfolgsgeschichte

Der Brandenburger Kulturstadl blickt auf mehr als vier Jahrzehnte außergewöhnlicher Theaterarbeit zurück. Seit über 40 Jahren arbeiten alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne vollständig ehrenamtlich – ohne Gagen oder Aufwandsentschädigungen.

Dieses bundesweit einmalige Engagement wurde mehrfach gewürdigt, unter anderem mit dem Kulturpreis der Stadt Bayreuth, Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für engagierte Mitglieder sowie dem Bayerischen Heimatpreis, der dem Ensemble 2022 von der Bayerischen Staatsregierung verliehen wurde.

Auch die Zahlen belegen den Erfolg: Seit 1982 standen mehr als 450 Schauspielerinnen und Schauspieler in über 4.300 Vorstellungen auf der Bühne und erreichten insgesamt mehr als 360.000 Zuschauer – ein eindrucksvoller Beleg für die nachhaltige Bedeutung des Kulturstadls im kulturellen Leben der Region.