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Berufsschule I: Bayreuths teuerste Baustelle liegt im Plan
Die Staatliche Berufsschule I in Bayreuth gilt als das größte und teuerste Projekt der Stadt. Zufriedenheit herrschte im Stadtratsaal beim zweiten Quartalsbericht. Darf man hoffen, dass es sogar günstiger als geplant realisiert wird?
Mit einem geplanten Investitionsvolumen von 132 Millionen Euro soll die Berufsschule I eine zentrale Rolle in der Ausbildung von Fachkräften in Zimmerei, Fahrzeugtechnik, IT und Mechatronik in der Region übernehmen.
Rohbau weist Mängel auf, Abnahme steht kurz bevor
Theresa Hebel von Hitzler Ingenieure berichtete im Stadtentwicklungsausschuss am 16. August 2025 über den aktuellen Stand des Projekts im zweiten Quartal 2025:
„Der Rohbau ist leider nicht wie vereinbart Anfang des Jahres abgeschlossen worden. Die offizielle Kontrolle und Bestätigung, dass der Rohbau korrekt gebaut ist, erfolgt in drei Wochen.“
Am Rohbau bestehen noch Mängel am Sichtbeton und an der Dämmung der Kellerwände, die derzeit behoben werden. Da der Auftragnehmer die Behebung nicht kostenneutral ausführt, sei eine Ersatzvornahme durch ein Fremdgewerk umgesetzt worden, so Hebel.
Auf Nachfrage von Stefan Schlags (Die Grünen) erklärte Hebel: „Die Vergabe hat Bestand, die Nachbesserung wird kurzfristig durch ein Fremdgewerk ausgeführt. Nach der Abnahme in dreieinhalb Wochen werden alle Mängelkosten in der Schlussrechnung berücksichtigt.“
Innenausbau läuft planmäßig
Die Ausschreibungen für Innentüren, Malerarbeiten, Fliesen, Labortische und Einrichtung sind abgeschlossen, die Aufträge vergeben.
„Der Innenausbau hat im Mai im zweiten Obergeschoss begonnen und wird geschossweise von oben nach unten fortgesetzt“, erklärte Hebel.
Die Kostenprognose liegt mit einem „gesunden Puffer“ niedriger als geplant
Die Kostenprognose liegt aktuell bei 113,1 Millionen Euro brutto, während die freigegebenen Gesamtkosten 132,5 Millionen Euro betragen.
„Die beauftragten Gewerke und Büros verlaufen terminlich und wirtschaftlich planmäßig“, berichtete Hebel.
Energieversorgung mit Eisspeicher
Für die Energieversorgung fiel die Entscheidung auf einen Eisspeicher mit drei Sole-Wasser-Wärmepumpen. Die Ausführungsplanung wird aktuell nachgezogen, und die Ausschreibungen werden detailliert vorbereitet.
Meilensteine und Ausblick
Wichtige Meilensteine des Projekts:
- Rohbau und Abdichtung des Gebäudes abgeschlossen (Mai 2025)
- Fertigstellung der Wand- und Bodenbeläge ab Ende des Jahres
- Beginn der Außenanlagen im Frühjahr nächsten Jahres
- Fertigstellung für den Schulbetrieb im kommenden Sommer
Änderungen während der Bauausführung
Einige Anpassungen wurden während der Bauarbeiten vorgenommen: Der Naturstein in Fluren und Marktplätzen entfällt, ebenso wurden Bodenbeläge angepasst. Viele Änderungsanträge sind bereits bearbeitet oder freigegeben.
Der Ausbau schreitet voran: Fassadenbauer montieren Blechkassetten und Holzstelen im Innenhof, Trockenbauwände und TGA-Installationen werden fortlaufend montiert. Die letzten Ausschreibungen betreffen Fachformausstattung, lose Möblierung und Medientechnik.
Kostenentwicklung und Fördermittel
Die Schule kostet aktuell 112,4 Millionen Euro, das Hausmeisterhaus 0,7 Millionen Euro, insgesamt 113,1 Millionen Euro. Wesentliche Änderungen ergaben sich durch die Vergabe der Innentüren und Malerarbeiten.
„Fast 84 Prozent der prognostizierten Kosten für die Vergaben des Innenausbaus sind bereits erreicht“, erklärte Hebel.
Für den ersten Bauabschnitt wurden vom Freistaat Bayern 29,3 Millionen Euro Fördergelder zugesagt. Die Oberfrankenstiftung steuert 310.000 Euro für die Ausstattung bei.
Diskussion aus dem Stadtrat
Eckhard Sabarth (Die Linke) wollte sicher stellen, dass die Dachfläche für PV-Anlagen vollständig genutzt wird: „Die Luftwärmekollektoren sind auf der Dachplanung noch nicht sichtbar. Alle Dachflächen sollten für PV oder Solarthermie genutzt werden, um die Betriebskosten zu senken.“
Hebel reagierte: „Die Abstimmung mit der Firma, die die PV-Anlage montiert, läuft bereits. Wir werden hierzu zeitnah Rückmeldung geben.“
Positive Rückmeldungen aus dem Ausschuss
Georg Kämpf (BG) lobte den Projektverlauf: „Es ist Wahnsinn, dass es so viele grüne und gelbe Punkte gibt“, sagte er zum färbekodierten Verlaufsplan.
Thomas Bauske (SPD) ergänzte: „Es ist schön, dass es nicht nur die teuerste, sondern auch scheinbar die schnellste Baustelle der Stadt Bayreuth ist.“











Ehrenhof in der Bayreuther Innenstadt. ©Katharina Müller-Sanke
Symbolbild Hammerwerfer @canva