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Wirtschaft

Campus-Streik in Bayreuth: Beschäftigte kämpfen für bessere Bezahlung

Am 28. Januar gehen Beschäftigte der Universität Bayreuth und des Studierendenwerks Oberfranken in den Streik. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).

Mit dem landesweiten Campus-Streiktag wollen die Mitmachenden gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di sichtbar machen, wie unverzichtbar ihre Arbeit für einen funktionierenden Hochschulbetrieb ist. Gleichzeitig fordern sie eine bessere Bezahlung für die Arbeit, die den Campus am Laufen hält.

„Ohne uns läuft der Campus nicht“

Zu dem Streik hat die Gewerkschaft ver.di Beschäftigte an Hochschulen in allen Bundesländern aufgerufen. Ziel ist es, den Druck auf die Tarifverhandlungen der Länder zu erhöhen. Die zentrale Botschaft: Lehre, Forschung und Studium funktionieren nur, weil tausende Beschäftigte den Alltag an den Hochschulen tragen.

Streikkundgebung in Bayreuth

Die Streikkundgebung fand am 28. Januar um 11:00 Uhr vor der Mensa der Universität Bayreuth statt. Neben Akteuren der Gewerkschaft ver.di waren Angestellte der Universität, des Studierendenwerkes Oberfranken und der Burgen & Schlösserverwaltung daran beteiligt.

Streikleiter Maik Schaarschmidt betonte in seiner Rede besonders den Mangel an Wertschätzung, der den Universitätsangestellten entgegengebracht wird, wobei eben diese Angestellten für den reibungslosen Ablauf des Universitätsalltags verantwortlich seien.

Viele Bereiche, ein gemeinsames Ziel

Am Streik beteiligen sich Mitarbeitende aus Verwaltung, Bibliotheken, IT-Abteilungen, Laboren, technischen Diensten und weiteren Bereichen. Nach Angaben von ver.di halten diese Beschäftigten den Hochschulbetrieb seit Jahren unter schwierigen Bedingungen aufrecht, trotz unzureichender Bezahlung im TV-L.

Maik Schaarschmidt, zuständiger Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Oberfranken-Ost, sagt:

Die Länder profitierten stark von der hohen Identifikation der Beschäftigten mit ihren Hochschulen. Diese Loyalität dürfe jedoch nicht weiter ausgenutzt werden.

Forderungen in der Tarifrunde TV-L

Die Beschäftigten fordern:

  • sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat
  • 200 Euro mehr für Nachwuchskräfte
  • eine unbefristete Übernahme von Nachwuchskräften nach erfolgreichem Abschluss
  • und einen Vertrag für studentische Hilfe

Oliver Gschwender, Beschäftigter an der Universität Bayreuth, sieht darin einen notwendigen Inflationsausgleich.

„Wer exzellente Forschung, Lehre und Studium stärken will, der muss auch die Arbeitsbedingungen derjenigen stärken, die den Betrieb Tag für Tag aufrechterhalten.“

Studentische Hilfskräfte sollen einbezogen werden

ver.di fordert, studentische Hilfskräfte in die Tarifregelungen einzubeziehen. Sie leisteten einen zentralen Beitrag in Lehre, Forschung und Verwaltung, seien jedoch vielerorts weiterhin von Tarifverträgen ausgeschlossen. Die Gewerkschaft verlangt einen verbindlichen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte.

Studierendenwerk und weitere Einrichtungen beteiligen sich

Auch die Beschäftigten des Studierendenwerks Oberfranken beteiligen sich am Streik. Sie sorgen für bezahlbares Wohnen, soziale Beratung, Kinderbetreuung und eine verlässliche Mensaversorgung. Steigende Studierendenzahlen, wachsende Anforderungen und Personalmangel bei niedriger Bezahlung belasteten sowohl Beschäftigte als auch Studierende.

Unterstützung kommt außerdem von den Beschäftigten der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage, die ebenfalls dem TV-L unterliegen.