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Richard-Wagner-Museum

Ehren-Taktstock: Richard-Wagner-Museum zeigt Geschenk von König Ludwig 

Pünktlich zu den Festspielen zeigt das Richard Wagner Museum eine außergewöhnliche Neuerwerbung: den prachtvoll verzierten Taktstock, den König Ludwig II. seinem „treuen Freund“ Richard Wagner schenkte.

Ein wichtiger Teil der Musikgeschichte – und der Ausdruck großer Handwerkskunst: Zum Auftakt der diesjährigen Bayreuther Festspiele präsentiert das Richard Wagner Museum ein ganz besonderes Ausstellungsstück: In der Schatzkammer des Hauses Wahnfried ist ab dem 15. Juli 2025 der sogenannte Ehren-Taktstock zu sehen – ein Geschenk König Ludwigs II. an Richard Wagner aus dem Jahr 1868.

Der kunstvoll gefertigte Dirigierstab aus Ebenholz ist reich mit ziseliertem Silberlaub verziert und trägt auf einer Seite eine Gravur mit der Widmung: „Dem großen künstlerischen Genius – dem treuen Freunde 1868“. Auf der anderen Seite ist das königliche Monogramm unter einer Krone zu sehen, eingefasst in Gold und Edelsteine – darunter Diamanten.

Geschenk zur Uraufführung der „Meistersinger“

Den Taktstock schenkte der bayerische König Wagner zur Uraufführung der Meistersinger von Nürnberg am 21. Juni 1868. Das Objekt steht in diesem Jahr daher auch im Zentrum der traditionellen Festspiel-Ausstellung, die sich in jedem Jahr an der jeweiligen Neuproduktion orientiert.

Mit blauem Samt und königlicher Plakette

Der historische Dirigierstab wird in einem originalen Etui ausgestellt – ausgekleidet mit königsblauem Samt und versehen mit einer silbernen Plakette, die die Herkunft dokumentiert. Wie das Museum mitteilt, hatte Wagners Sohn Siegfried den Taktstock 1924 an den New Yorker Juristen Ashley Trimble Cole übergeben – wohl als Dank für dessen finanzielle Unterstützung der Festspiele.

Symbol einer besonderen Verbindung

Der Ehren-Taktstock sei weit mehr als ein kunsthistorisches Einzelstück, betont das Museum: Er stehe symbolisch für die enge Verbindung zwischen Richard Wagner und seinem königlichen Förderer – ein „Schlüsselobjekt zwischen Musikgeschichte und Erinnerungskultur“, heißt es in der Mitteilung.

Die Neuerwerbung wurde erst vor wenigen Wochen ermöglicht – mit großzügiger Unterstützung der Oberfrankenstiftung.

Schon gelesen? Das Museum hat kürzlich auch die Tannhäuser-Erstschrift von Richard Wagner erworben.

Ab dem 15. Juli ist das Exponat nun in der Schatzkammer im Haus Wahnfried zu sehen. Das Museum hat im Juli und August täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.