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150 Jahre Festspiele

Ein Drache an der Bushaltestelle: Street Art bringt das Festspieljubiläum in die Saas

Wo noch bis vor kurzem rechtsextreme Schmierereien waren, kämpft jetzt Siegfried gegen den Drachen. Was dahinter steckt, erklären die Verantwortlichen vor Ort.

In der Saas hat das 150-jährige Festspieljubiläum schon begonnen – zumindest ein bisschen. Denn an den Wänden des Trafohäuschens an der Bushaltestelle Lerchenbühl kämpft jetzt Siegfried gegen den Drachen. Verantwortlich für das gesprühte Kunstwerk sind die Street-Art-Künstler Paul Maier und Laurin Stemmann. Seit Donnerstag sind die beiden am Werk: Erst wurde das Motiv an die Wände projiziert, dann abgeklebt und schließlich nach und nach gesprayt.

Ein Drache windet sich um’s Häuschen

„Wir haben das Festspielhaus-Motiv aus dem Logo des Jubiläums mit der Drachentöter-Szene aus dem Ring des Nibelungen kombiniert“, erklärt Laurin. „Der Drache windet sich komplett um das Trafo-Häuschen, verschwindet in den Hausformen und taucht wieder daraus auf.“ Auf dem leuchtend gelben Hintergrund stechen das kräftige Rot und Grün des Jubiläums-Designs gut hervor.

Ein Kunstwerk in Teamarbeit

Das neu gestaltete Trafo-Häuschen ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt. Die Idee kam von Kulturreferentin Eva Bär, die Stadtwerke stellten die Fläche zur Verfügung und Projektkoordinator Florian André Unterburger brachte die beiden Künstler ins Spiel. Vom ersten Vorschlag bis zum fertigen Werk vergingen gerade einmal vier Wochen.

„Zum Festspieljubiläum wollen wir Bayreuth zum Gesamtkunstwerk machen“, sagt Florian André Unterburger. Das Trafohäuschen ist ein Baustein davon. „So wollen wir die Festspiele in jeden Stadtteil bringen“, sagt Unterburger.

Kunst statt Schmiererei

Der Standort an der Bushaltestelle Lerchenbühl hat eine Vorgeschichte: „Wir hatten hier an dem Häuschen vor ein paar Wochen rechtsextreme Schmierereien“, sagt Stadtwerke-Chef Markus Rützel. „Für uns ein No-Go. Dann kam die Anfrage von Frau Bär, ob wir eine Fläche für ein Kunstprojekt zum Festspieljubiläum hätten. Und jetzt ist das Häuschen nicht nur sauber, sondern ein richtiger Hingucker.“ Die Hoffnung: Dass die Street Art das Häuschen künftig vor neuen Schmierereien schützt.

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Oberbürgermeister: „Wir wollen alle mitnehmen“

Auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger freut sich über das Projekt: „Wir wollen im Jubiläumsjahr alle mitnehmen, auch die Jugend. Street Art ist dafür ideal. Deshalb finde ich es großartig, dass sich die beiden Künstler hier so kreativ einbringen.“