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Polizei

Erneute Razzia nach Reichsbürger-Schießtraining bei Bayreuth

Mitglieder der Reichsbürgergruppierung um Prinz Reuß sollen vor drei Jahren Schießübungen bei Bayreuth durchgeführt haben, um sich auf einen Umsturz vorzubereiten. Die Polizei durchsuchte erneut mehrere Wohnungen.

Nach der bundesweiten Großrazzia gegen die Reichsbürgergruppe um Prinz Reuß  im Dezember 2022 hat es am Donnerstagmorgen, den 7. August 2025, erneut Durchsuchungen hierzu gegeben. Eine Rolle spielte dabei auch ein Schießtraining, das im April 2022 am Oschenberg stattgefunden haben soll, so die bayerische Polizei in einer Pressemitteilung. Laut Generalstaatsanwaltschaft München sollen mehrere Beschuldigte dort an Übungen mit Kurz- und Langwaffen teilgenommen haben. Mutmaßlich, um sich auf einen geplanten Angriff auf den Deutschen Bundestag vorzubereiten.

Acht Objekte durchsucht – drei Haftbefehle

Insgesamt durchsuchten Spezialeinheiten am 7. August ab 6 Uhr morgens acht Wohnungen in Bayern, Sachsen und Thüringen – unter anderem im Landkreis Forchheim und im Nürnberger Land. Die Maßnahmen richteten sich gegen fünf Männer und eine Frau im Alter zwischen 40 und 61 Jahren. Gegen drei der Männer lagen bereits Haftbefehle des Oberlandesgerichts München vor – wegen des dringenden Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens.

Beweismittel sichergestellt

Die Einsatzkräfte stellten bei den Durchsuchungen Waffen sowie umfangreiche digitale Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden. Davon erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse über das Netzwerk.

An dem Einsatz beteiligt waren rund 300 Polizeibeamte, darunter Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, des Polizeipräsidiums Oberfranken sowie Ermittler aus Thüringen und Sachsen.

Verbindungen nach Oberfranken

Schon bei der Großrazzia im Dezember 2022 war ein Mann aus dem Landkreis Bayreuth festgenommen worden: Peter W., laut Bundesanwaltschaft Teil des sogenannten „militärischen Arms“ der Gruppe. Er soll für Waffenbeschaffung, Rekrutierung und den Aufbau eines „Heimatschutzsystems“ zuständig gewesen sein. Er hat letztes Jahr bereits im Reichsbürger-Prozess in Frankfurt vor Gericht ausgesagt

Unseren Beitrag aus dem Jahr 2022 dazu lesen Sie hier.

Staatsstreich mit Gewalt geplant

Die Reichsbürgervereinigung soll laut Ermittlern geplant haben, die demokratische Grundordnung in Deutschland gewaltsam zu stürzen und durch ein eigenes System zu ersetzen. Gewalt gegen staatliche Institutionen und sogar gezielte Tötungen seien dabei bewusst in Kauf genommen worden. Ein Netzwerk ehemaliger Bundeswehrsoldaten sollte als bewaffneter Arm die Machtübernahme absichern.