Zuletzt aktualisiert am

Klimaanpassung

Fassadenbegrünung: Stadt will Kletterpflanzen verschenken

Die Stadt Bayreuth prüft ein neues Beratungs- und Förderprogramm, das Fassadenbegrünungen und ähnliche kleinere Projekte unterstützen soll. Außerdem will die Stadt im nächsten Jahr 500 Kletterpflanzen verschenken.

Wie kann Bayreuths Innenstadt grüner, klimaangepasster und lebenswerter werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Vorschlags aus der Bürgerversammlung vom 30. September. Eine Teilnehmerin forderte ein Beratungs- und Förderprogramm zur Fassadenbegrünung.

Bürger-Antrag fordert Unterstützung bei der Fassadenbegrünung

„Infolge der Klimakrise ist zunehmend mit Hitzewellen und Starkregen zu rechnen. Fassadenbegrünungen und die damit üblicherweise verbundene Entsiegelung im Bodenbereich können solche Extremereignisse abmildern und bieten darüber hinaus Lebensraum für andere Arten“, heißt es in der Begründung. Das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Bayreuth enthält die Maßnahme „Entsiegeln und Begrünung innerstädtischer Bereiche“. Ein Beratungs- und Förderprogramm solle Anreize schaffen und sicherstellen, dass Begrünungen fachgerecht umgesetzt werden, so der Bürgerantrag weiter.

Schon gelesen? Wenn Wände grün werden – Uni Studie analysiert Auswirkungen von Fassadenbegrünung.

Stadt will Richtlinie überarbeiten

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger hat in der Stadtratssitzung am 26. November die Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Antrag verlesen. Er sagte: „Schon heute existiert beim Amt für Städtebauförderung das sogenannte Fassadenprogramm.“ Unter bestimmten Voraussetzungen könnten Eigentümer finanzielle Unterstützung bekommen – auch für begrünte Fassaden. „Die Richtlinie ist allerdings in die Jahre gekommen“, so Ebersberger weiter. Deshalb soll sie überarbeitet und der Aspekt der Begrünung künftig deutlicher hervorgehoben werden.

Grün-blaue Infrastruktur fördern

Parallel dazu plane das Amt für Umwelt- und Klimaschutz ab 2026 ein neues Programm zur grün-blauen Infrastruktur („grün-blaues Bayreuth“). Mit einem Fördertopf von zunächst 15.000 Euro sollen vor allem kleinere Projekte unterstützt werden. Das Stadtgartenamt soll – so weit es personell möglich ist – die fachliche Beratung übernehmen.

Gratis-Kletterpflanzen von der Stadt

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger ergänzte in der Stadtratssitzung: „Ich habe mit Stadtgartenamtsleiter Robert Pfeifer vereinbart, dass dort erstmal 500 Kletterpflanzen gezogen werden“. Diese sollen dann im kommenden Jahr zu einem passenden Anlass kostenlos an die Bayreuther Bevölkerung abgegeben werden.

Wortwechsel im Stadtentwicklungsausschuss

Im Stadtentwicklungsausschuss am 18. November, in dem der Punkt vorberaten wurde, gab es eine kurze Debatte zum Thema. Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger nannte den Verwaltungsvorschlag „Tippelschrittchen“ und mahnte an, dass 15.000 Euro Fördervolumen schnell ausgeschöpft sein dürften.

Bamberger Förderprogramm mit 50.000 Euro

In Bamberg können Vermieterinnen, Mieterinnen, Genossenschaften, Vereine und Unternehmen seit 2024 finanzielle Unterstützung für Begrünungen von Gebäuden, Zäunen oder Gabionen beantragen. „Bamberg hat das Förderprogramm dieses Jahr auf 50.000 Euro aufgestockt“, sagte Sabine Steininger. „Wir müssen handeln und es wird uns noch teurer kommen, wenn wir es nicht tun.“

OB: Bevölkerung motivieren

Oberbürgermeister Ebersberger sprach sich hingegen für Eigeninitiative der Bürger aus. „Jeder kann jetzt schon für sich Fassadenbegrünung pflanzen“, sagte er. „Es sind überschaubare Preise und ein Förderprogramm ist viel Bürokratie. Angesichts der Haushaltsbelastung bei Freiwilligen Leistungen sollten wir die Leistung nicht erweitern, sondern lieber die Bevölkerung motivieren, selber was zu pflanzen.“

Stadtrat entscheidet bei den Haushaltsberatungen

Der Stadtentwicklungsausschuss hat das Programm zu grün-blauer Infrastruktur bereits am 14. Oktober befürwortet. Am 3. Dezember landet es im Haupt- und Finanzausschuss, bevor der Stadtrat im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheidet, ob die Förderung tatsächlich kommt.