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Bahn

Franken-Sachsen-Magistrale in der Warteschleife

Trotz bereitstehender Planer und reservierter Bundesmittel stockt die Planung zur Elektrifizierung der Bahnstrecke. Ein verbindlicher Zeitplan liegt weiterhin nicht vor.

Die zuletzt gewachsene Hoffnung auf einen baldigen Planungsstart zur Elektrifizierung Franken-Sachsen-Magistrale erhält einen Dämpfer. Eigentlich hätte die Planung nun Anfang des Jahres 2026 einen weiteren Schritt nehmen können.

Der Haushaltsausschuss hatte im November 2025 die Mittel freigegeben, ein Projektteam steht bereit. Doch wie nun aus einer aktuellen Antwort des Bundesministerium für Verkehr hervorgeht, ist eine Beauftragung der DB InfraGO AG zur Weiterplanung derzeit noch nicht erfolgt.

Noch keine Freigabe für Entwurfsplanung

Zwar hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags im November 2025 bis zu 100 Millionen Euro im Bedarfsplan Schiene für die weitere Planung bedeutender Schienenprojekte im Jahr 2026 reserviert – auch die Franken-Sachsen-Magistrale sollte davon profitieren. Doch auf die konkrete Nachfrage von Paula Piechotta (MdB Bündnis 90/die Grünen), wann der Bund die Bahn mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung zwischen Nürnberg, Lauf, Pegnitz und Schnabelwaid beauftragen werde, bleibt das Ministerium vage.

Man prüfe derzeit gemeinsam mit der DB InfraGO, wie Bedarfsplanmaßnahmen im Rahmen der vorhandenen Finanzmittel priorisiert werden könnten, heißt es aus Berlin. Eine verbindliche Zusage oder ein Zeitplan nennt das Ministerium nicht.

Projektteam steht bereit – arbeitet aber noch nicht

Auch ein angekündigter Projektstart zu Jahresbeginn 2026 hat bislang nicht stattgefunden. Ein Projektteam stehe zwar bereit und betreue derzeit unter anderem die Erneuerung der Pegnitzbrücken auf der Strecke Nürnberg-Bayreuth, könnte aber erst nach Abschluss der Prüfung mit der Arbeit beginnen. Im Falle einer Entscheidung will das Ministerium das Team entsprechend verstärken.

„Schlag ins Gesicht“ für Kommunen und Fahrgäste

Für die Region Bayreuth und ganz Nordostbayern bleibt die Franken-Sachsen-Magistrale ein Schlüsselprojekt.

„Dass sowohl Verkehrs-, als auch Finanzministerium jetzt gegen die Beschlüsse der Abgeordneten wieder das Projekt torpedieren und verzögern, ist ein Schlag ins Gesicht der Kommunen, der Fahrgäste und Güterbahnen vor Ort“, sagt Paula Piechotta. Sie ist Mitglied im Haushaltsausschuss und Berichterstatterin für den Verkehrsetat sowie Ko-Vorsitzende des Parlamentskreis Sachsen-Franken-Magistrale. „Schnieder und Klingbeil überschreiten damit ganz klar ihre Kompetenz, denn das Haushaltsrecht liegt beim Parlament und was der Bundestag beschließt, hat die Bundesregierung ohne Wenn und Aber umzusetzen“, so Piechotta weiter.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass im Zubringerabschnitt Bayreuth–Schnabelwaid ein zweites Gleis bis nach Neuenreuth vorgesehen ist. Diese Maßnahme ist unabhängig von den Verzögerungen beim Gesamtausbau der Magistrale zu sehen.