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Zuletzt aktualisiert am 14. April 2026 | 19:06

Friedrichsforum

Erste Veranstaltung am 17. April trotz Bauverzögerungen

von Michael Christensen

Das Friedrichsforum in Bayreuth öffnet am 17. April erstmals seine Türen für eine Veranstaltung im Vorbetrieb. Trotz erheblicher Bauverzögerungen und noch ausstehender Restarbeiten gelang es dem Projektteam, diesen Meilenstein zu sichern.

Im Großen Saal. © Dirk Ellmer
Im Großen Saal. © Dirk Ellmer

Am 14. April berichtete Projektsteuerer des Friedrichsforums Maximilian Loos von Drees & Sommer im Stadtentwicklungsausschuss über den Stand des Großprojekts. Grundlage war der erste Quartalsbericht des Jahres 2026, der zum Stichtag 27. März erstellt wurde. Loos ergänzte ihn um aktuelle Entwicklungen bis zum Tag der Sitzung.

Die eigentlich geplante Übergabe des Friedrichsforums an den Betreiber zum 16. März konnte nicht eingehalten werden. Baureferentin Urte Kelm sprach von „extremen Kraftanstrengungen“ und einem „außergewöhnlichen Einsatz“ aller Beteiligten, der dennoch dazu geführt habe, die Premiere am 17. April mit Bundesjugend- und Bundesjazzorchester zu ermöglichen. Besonders hob sie den Beitrag des Betreibers hervor, der „eigentlich immer vor Ort und auf Abruf zur Verfügung steht“.

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Was den Termin am 17. April möglich macht

Damit die erste Veranstaltung im Probebetrieb stattfinden kann, hat das Projektteam eine Reihe von Kompensationsmaßnahmen umgesetzt. Der Wandelgang entlang des Geißmarkts wurde provisorisch mit befestigten Wegeflächen ausgelegt, um Flucht- und Rettungswege nutzbar zu machen. Gleichzeitig installierte das Team eine provisorische Beleuchtung für diese Wege.

Einen besonderen Aufwand erforderte die Reinigung des Gebäudes. Da das Friedrichsforum seit fast zehn Jahren in der Bauphase ist, hatten sich in schwer zugänglichen Bereichen erhebliche Verschmutzungen angesammelt. Eine Spezialfirma mit Industriekletterern reinigte über mehrere Wochen den Bühnenturm und den Großen Saal, was schließlich die Inbetriebnahme der bühnentechnischen Anlagen ermöglichte.

Auch beim Brandschutz arbeitet die Stadt mit einem Kompensationspaket. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger erläuterte im Stadtrat, dass der formale Brandschutznachweis zum Zeitpunkt der Sitzung noch nicht vollständig vorlag. Dennoch signalisierten die Sachverständigen, dass keine Gefährdung bestehe. Ebersberger erklärte:

„Es wird die Feuerwehr draußen aufpassen, dass nicht bei den Feuerwehrzufahrten Dritte parken. Es werden auch Feuerwehrmitarbeiter der Kontrolle noch mit durchführen, weil nicht jede Tür im Friedrichsforum komplett verschließbar ist.“

Einige „kleinere Punkte“ sollen bis zum Wochenende geregelt sein.

Mit dem im Mai geplanten Probebetrieb wird es voraussichtlich eine Herausforderung im Zusammenspiel zwischen Veranstalter und Baustelle geben.

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Aktueller Planungsstand: Was noch aussteht

Auf der Planungsseite laufen weiterhin Verhandlungen mit der Schlösser- und Seenverwaltung zur Anpassung des Gestattungsvertrags, insbesondere bezüglich der Ausgleichsleistungen. Ebersberger berichtete von fortlaufenden Gesprächen und überraschend neuen Forderungen.

Ungeklärt bleibt auch die Schnittstelle zum geplanten Geißmarkt. Der barrierefreie Zugang des Kleinen Hauses über den Anlieferungsbereich kann noch nicht abschließend geplant werden, solange die Ausführungstermine für den Geißmarkt fehlen.

Ebenso steht die Akustikverkleidung im Regieraum noch aus. Die akustischen Messungen in den Sälen sind auf Ende April verschoben worden, da eine Messung nach der Veranstaltung als sinnvoller erachtet wird.

Einen Fortschritt gibt es jedoch beim Thema Gebäudefunk. Das Risiko einer Überlagerung der BOS-Anlagen konnte technisch gelöst werden. Die entsprechenden Anlagen sind inzwischen voll funktionsfähig, berichtet Loos.

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Kosten: Reserve schmilzt, Gesamtrahmen hält

Die Gesamtkosten des Friedrichsforums liegen laut aktueller Prognose bei 114,8 Millionen Euro. Damit bleibt der Rahmen formal stabil, jedoch ist die Reserve auf 2,11 Millionen Euro brutto gesunken. Allein im letzten Quartal flossen rund 3,6 Millionen Euro in das Projekt, was Loos als für diese Projektphase nicht ungewöhnlich bezeichnete. Der aktuelle Zahlungsstand beträgt 103,07 Millionen Euro.

Zusätzliche Ausgaben entstanden durch Sonderleistungen wie die Spezialreinigung, nachträglich beauftragte Arbeiten sowie Massenmehrungen bei bereits laufenden Aufträgen. Eine Vergabe steht noch aus, die erforderlichen Abstimmungen dafür seien jedoch abgeschlossen, so Loos.

Diskussion im Stadtrat: Lob und kritische Nachfragen

Die Debatte im Stadtrat war von Anerkennung für das Projektteam geprägt, aber auch von gezielten Nachfragen. Stefan Specht (CSU) würdigte die Leistung: Es sei „ganz heilsam gewesen, dass wir alles dran gesetzt haben, unter dem Druck dieses Termins [17. April] zumindest die Ampeln auf Grün zu stellen.“

Thomas Bauske (SPD) hakte beim Brandschutz nach und bat um öffentliche Klarstellung, da sonst „der Eindruck entsteht, dass alles passt.“ Ebersberger erläuterte daraufhin transparent die Sachlage mit dem Kompensationspaket.

Sabine Steininger (Die Grünen) fragte, ob der Termin am 17. April eher als Treiber oder als Hindernis im Baugeschehen gewirkt habe. Loos antwortete:

„Eine gewisse Aufbruchstimmung ist letztendlich darauf erfolgt, auch wenn die Zielsetzung inhaltlich im Gesamten noch nicht ganz erreicht werden konnte.“

Ebersberger ergänzte, ohne den massiven Einsatz des Betreibers hätte es „mit Sicherheit noch deutlich größere Herausforderungen gegeben.“

Karsten Schieseck (BG) betonte, der Termin sei nun eine Chance für Aufbruchstimmung. Er sagte: „Hätte das nicht funktioniert, wäre es natürlich nochmal ein Schlag ins Kontor gewesen. So sollten wir die Aufbruchstimmung langsam beginnen.“

Wie viele Berichte noch? Und wie geht es weiter?

Georg Kämpf (BG) fragte direkt, wie viele Quartalsberichte der Stadtrat noch erwarten dürfe. Loos antwortete diplomatisch: Die Berichterstattung solle enden, sobald die bauliche Fertigstellung und die Übergabe abgeschlossen seien. Konkrete Termine nannte er jedoch nicht. Schieseck tippte scherzhaft auf „möglicherweise nur noch ein- oder zweimal“.

Klar ist: Das Projektteam arbeitet auch nach dem 17. April unter vollem Druck weiter. Endmontagen, Restleistungen und ausstehende Inbetriebnahmen stehen auf dem Programm. Ebersberger bekräftigte, man habe bewusst immer vom „Soft Opening“ gesprochen und nicht davon, dass bei der ersten Veranstaltung „alles hervorragend“ sei.

Dennoch blickt das Friedrichsforum optimistisch auf die kommenden Veranstaltungen. Der 17. April markiert den Anfang eines Probebetriebs, der schrittweise in den vollständigen Spielbetrieb übergeht. Wenn die Restarbeiten planmäßig abgeschlossen werden, können Bayreuth und seine Gäste das neue Kulturhaus schon bald in vollem Umfang erleben.

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