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Stadtentwicklungsausschuss

Friedrichsforum: Erster Konzerttermin im Februar 2026 abgesagt

Das erste Konzert im Friedrichsforum am 14. Februar 2026 wird nicht stattfinden. Der Stadtentwicklungsausschuss hatte am Dienstag lange darüber diskutiert, ob der Termin stattfinden kann.

Update vom 12. November: Auftaktveranstaltung abgesetzt

Am Mittwochmittag macht eine Pressemitteilung klar: Die am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss behandelte Auftaktveranstaltung ist abgesetzt. „Noch sind keine Verträge geschlossen, noch sind keine Einladungen ausgesprochen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Der bauliche Fortschritt lässt noch zu viele Unwägbarkeiten bezüglich der verfügbaren Räumlichkeiten, der Infrastruktur und mängelfreier Abnahmen offen.“ Das Risiko einer kurzfristigen Absage wäre zu hoch gewesen, so die Stadt Bayreuth weiter.

Offizielle Eröffnung im August?

Weitere geplante Veranstaltungen sollen stattfinden. Außerdem bereitet die Stadt einen Tag der offenen Tür und öffentliche Führungen für die Bevölkerung vor. Die offizielle Eröffnung des Friedrichsforums ist für Ende August vorgesehen. Auch das geht aus der Pressemitteilung hervor. Im September soll dann der Einstieg in die reguläre Veranstaltungssaison erfolgen.

Artikel vom 11. November 2025: Erster Konzert-Termin im Friedrichsforum wackelt

Die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 11. November begann mit einem Antrag von SPD-Stadtrat Thomas Bauske: Punkt 13 auf der Tagesordnung – „Sachstandsbericht Friedrichsforum / Nutzerseitig“ – sollte aus dem nichtöffentlichen Teil in die öffentliche Sitzung vorgezogen werden. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger war dagegen. Eine öffentliche Diskussion sei nicht möglich, da Firmennamen und Details nicht genannt werden könnten.

Öffentlich wider Willen

Worum es den Stadträten eigentlich ging, wurde im Verlauf der Sitzung klar: Der medial von Ebersberger angekündigte erste Konzerttermin am 14. Februar 2026 steht auf der Kippe. Viele Stadträte waren der Meinung, dass die Öffentlichkeit darüber informiert werden sollte.

Verzögerungen beim Baufortschritt

Maximilian Loos von der Projektsteuerung „Drees & Sommer“ übernahm den Bericht zum dritten Quartal. „Wir haben gewisse Verzögerungen erkannt und sie in den Rahmenterminplan integriert“, sagte Loos. „Bis Ende 2025 haben wir kein betriebsfertiges Gebäude.“ Das neue Regiefenster sei inzwischen beauftragt, die Probleme bei der Befestigung der Sitzreihen im großen Saal gelöst, und auch die vergessene Dehnungsfuge im Hofgartensaal inzwischen eingebaut. Dennoch habe sich der Terminplan „durchaus negativ verändert“.

Technische Probleme und fehlende Liefertermine

Auch im Inneren des Gebäudes gebe es noch Herausforderungen, berichtete Architekt Thomas Knerer: Der Terrazzoboden im Wandelgang sei fertig, bei den audio- und videotechnischen Anlagen jedoch gebe es weiterhin Verzögerungen: „Wir haben Montageschwierigkeiten, und es gibt noch keine konkret zugesagten Liefertermine“, sagte Loos.

Unsicherer Zeitplan

Im Bauablaufplan ist derzeit die Fertigstellung für April 2026 vermerkt. „In den letzten Monaten haben sich weitere Verzögerungen ergeben, sodass die Abnahme erst im Januar 2026 erfolgen kann“, erklärte Loos.

Debatte um den Eröffnungstermin

„Ist das noch ein Risiko oder schon eine Katastrophe?“, fragte CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht mit Blick auf den 14. Februar. Für viele Stadträte liegt das Problem im kommunizierten Datum: „Seit September weiß die Bevölkerung, dass der 14. Februar ein Termin sein soll – und der klappt jetzt wahrscheinlich nicht“, sagte FDP-Stadträtin Luisa Funke-Barjak. „Haben Sie sich denn gar nicht mehr besprochen, als Sie im September diesen Termin genannt haben?“ fragte Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger. „Ich habe das Datum genannt, als ich von einer Übergabe Anfang Dezember ausgegangen bin“, erklärte Ebersberger und betonte, dass er nie eine reguläre Eröffnung am 14. Februar gemeint habe, sondern lediglich eine Auftaktveranstaltung für das 150-jährige Festspieljubiläum.

„Wie Sie’s nennen, ist uns wurscht“,

sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske. „Es wäre halt eine schöne Veranstaltung gewesen, die noch im Wahlkampf liegt. Wir wollen jetzt wissen, ob das klappt.“ Christoph Süss (JB) forderte, Ebersberger solle seine öffentliche Ankündigung korrigieren. „Sobald alle Informationen da sind, werde ich ganz transparent Bezug nehmen“, versicherte der Oberbürgermeister. Er habe mit dem Datum zusätzlichen Druck auf die Gewerke ausüben wollen.

Aus Sicht von Architekt Knerer hat zumindest das zum Teil funktioniert: „Ich kann ganz subjektiv sagen, dass da bei einigen Baufirmen mehr Motivation da war“, so Knerer. Andere hielten Zusagen nicht ein oder erschienen gar nicht, wodurch sich auch die Anschlussgewerke verzögerten.

Nutzerseitige Einschätzung

Nach über einer Stunde Diskussion sprach Kultur- und Wirtschaftsreferentin Eva Bär Klartext aus Nutzersicht: Die Inbetriebnahme des Konzerthauses dauere normalerweise sechs bis neun Monate – von der Übergabe bis zum ersten Konzert. „Wir tun alles Menschenmögliche und sind mittlerweile bei einem Vorlauf von mindestens vier Wochen“, erklärte Bär. Um den Termin am 14. Februar einhalten zu können, müsste die Übergabe also Mitte Januar erfolgen. „Es geht nicht darum, einen Schuldigen zu finden. Wir müssen eine pragmatische Entscheidung treffen. Aus unserer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Absage zu groß. Das wäre ein enormer Imageverlust.“ Spätestens bis Ende der Woche müsse eine Entscheidung fallen, ob das Auftaktkonzert zum 150-jährigen Festspieljubiläum im Friedrichsforum stattfinden könne oder nicht.

Kosten steigen weiter

Dass die Gesamtkosten erneut steigen, wurde in der Sitzung fast zum Nebenthema. Laut Projektsteuerung belaufen sie sich aktuell auf 114,8 Millionen Euro brutto – im zweiten Quartal waren es noch 110 Millionen. Auf Nachfrage von JB-Stadtrat Christopher Süss stellte Baureferentin Urte Kelm klar, dass die Gestaltung der Außenanlagen in dieser Summe noch nicht enthalten ist. Wie teuer das Friedrichsforum inklusive der Außenbereiche tatsächlich wird, blieb in der Sitzung offen.