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Graserschule Bayreuth: Planungs- und Baumängel
Fast zehn Jahre nach dem Bürgerentscheid verzögert sich die Fertigstellung der Graserschule offenbar um mindestens anderthalb Jahre. Warum sich das Projekt weiter verzögert und welche unerwarteten Probleme im Gebäude zutage traten, zeigt der Blick auf die nächste – weiterhin erste – Bauphase.
Nach Planungs- und Baumängeln wurden die weiteren Sanierungsschritte der Graserschule zeitweise gestoppt. Eine Fertigstellung der ersten von insgesamt drei Bauphasen wird nun für Ende 2026 angestrebt. Ursprünglich war vorgesehen, alle drei Bauabschnitte bis 2028 abzuschließen. Das Projekt ist damit mindestens anderthalb Jahre im Verzug.
Mit dem Bürgerbegehren im Jahr 2016 fiel die Entscheidung für den Erhalt und die Sanierung der Graserschule. Die Umsetzung erwies sich jedoch als deutlich komplexer als erwartet. Probleme in der Planung, das Auftreten von Hausschwamm sowie die Trennung vom Architekturbüro im Februar 2025 führten zu erheblichen Verzögerungen. Im Stadtentwicklungsausschuss am 20. Januar standen die weiteren Schritte auf der Tagesordnung.
Bestandsaufnahme offenbart erhebliche Mängel
Baureferentin Urte Kelm betonte, dass das Projekt trotz aller Schwierigkeiten fortgesetzt werde. „Es geht nahtlos weiter mit der Graserschule, Bauabschnitt 1“, sagte sie und verwies auf die erneute Einbindung des Bayreuther Büros P+ Architekten. Seit Oktober seien bereits erste Maßnahmen zur Mängelbeseitigung angelaufen.
Michael Fränkel von P+ Architekten und Ingenieure berichtete über die Ergebnisse der dreimonatigen Bestandsaufnahme. Diese habe gezeigt, dass die ursprüngliche Planung unvollständig gewesen sei und systematische Mängel in der Bauausführung vorlägen.
Besonders kritisch sei der Brandschutz, von dem die weiteren Arbeiten in Bauphase I maßgeblich abhängen. Der Brandschutz sei derzeit das „zentrale Steuerungsthema“ und betreffe nahezu alle Ausbaugewerke, so Fränkel. Fragen zu Abschottungen, Anschlüssen und Leitungsführungen würden aktuell eng mit Prüfsachverständigen abgestimmt. Festgestellt wurden unter anderem:
- Mängel im Brandschutzkonzept
- Baukonstruktive Fehler im Treppenhaus
- Fehlende Sockel-, Fassaden- und Türanschlussdetails
- Fehlende Durchdringungspläne für Brandschutzdecken
- Mangelhafte Anschlüsse zwischen Neu- und Bestandsbau mit Höhenunterschieden
Diese Defizite machen umfangreiche Nacharbeiten notwendig, so Fränkel.
Koordination der Gewerke als weiterer Knackpunkt
Neben dem Brandschutz bereitet auch die Abstimmung zwischen den Gewerken Schwierigkeiten. Insbesondere an den Schnittstellen zwischen technischer Gebäudeausrüstung, Trockenbau, Metallbau und Rohbau besteht laut Stadt erheblicher Klärungsbedarf. Diese Punkte sollen nun priorisiert abgearbeitet werden. Parallel dazu sind weitere Ausschreibungen nötig, etwa für die Fassade der Turnhalle, Türen, Metallbauarbeiten und die Dachsanierung.
Trotz der Verzögerungen sieht die Stadt Fortschritte. Der Großteil der beteiligten Firmen bleibt im Projekt, nur einzelne Gewerke müssen neu vergeben werden. Erste Ausschreibungen laufen bereits. Ziel sei es, Bauabschnitt 1 zu stabilisieren und zugleich die Grundlage für die weiteren Bauphasen zu schaffen.
Für die Bayreuther Bevölkerung bedeutet das: Die Sanierung der Graserschule bleibt ein Langzeitprojekt mit neuem Zeitplan und weiterhin hohem Koordinationsaufwand.
Neuer Zeitplan und Kosten für Bauabschnitt 1
Der Bauablauf ist nun in drei Phasen gegliedert: Nach der Stabilisierung der technischen Grundlagen bis Februar 2026 folgt der Hauptausbau bis zum Sommer 2026. Anschließend stehen Innenausbau, technische Fertigstellung, Abnahmen sowie ein eingeplanter Zeitpuffer an. Als neuer Zieltermin für die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts gilt Ende 2026.
Zum ersten Bauabschnitt zählen die Mensa, die Verwaltungsräume und die Sporthalle. Für Bauabschnitt 1 sind derzeit 4,85 Millionen Euro veranschlagt. Die Kosten sind nach Gewerken aufgeschlüsselt und im Haushalt für 2026 berücksichtigt.











Unfall bei LIchtenfels ©NEWS5 / Ferdinand Merzbach
Westlich der Königsallee verläuft die geplante Verbindung über einen bestehenden, öffentlich gewidmeten Feld- und Waldweg im Landschaftsschutzgebiet mit bis zu acht Prozent Steigung, während östlich der Königsallee kein ausgewiesener Weg existiert, die Trasse über private Wiesenflächen führt und Steigungen von bis zu neun Prozent aufweist. © OpenStreetMap | openstreetmap.org/copyright