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Grünes Licht für innovative Sonnenhäuser in Bayreuth
Neue Solarpanel-Häuser mit Infrarotheizung sollen an der Unteren Herzoghöhe in Bayreuth entstehen. Der Stadtentwicklungsausschuss empfahl dem Stadtrat, dem Bebauungsplan zuzustimmen und das Beteiligungsverfahren einzuleiten.
Geplant ist ein neues, energieautarkes Wohnquartier im Bayreuther Stadtgebiet Herzoghöhe, angrenzend an die Dr.-Würzburger-Straße. Die Gemeinnützige Bayreuther Wohnungsbaugenossenschaft e.G (GBW) plant dort Mehrfamilienhäuser mit umfassender Photovoltaik-Ausstattung auf Dächern und Fassaden. In Kombination mit Infrarotheizungen, Batteriespeichern und digitalem Energiemanagement sollen rund 220 Wohnungen entstehen. Der Bau ist in vier Abschnitte über etwa acht Jahre vorgesehen. Ziel ist bezahlbarer, klimafreundlicher Wohnraum mit Pauschalmieten und Energieflat. Der Stadtentwicklungsausschuss bewertet das Projekt äußerst positiv.
Nachverdichtung als Schlüssel gegen Bayreuths Wohnungsnot
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger machte deutlich, dass höhere Bauweisen notwendig seien, um Wohnraum zu schaffen: „Wenn wir mehr Wohnungen im Stadtgebiet wollen, müssen wir in die Höhe gehen. Anders kriegen wir das nicht hin.“ Die geplanten Gebäude mit bis zu sechs Geschossen seien daher folgerichtig. Auch der innovative Baustil mit Solarpanelen steht im Zeichen der Zeit.
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Zustimmung aus dem Stadtrat
Breite Unterstützung kam aus mehreren Fraktionen. Stephan Specht (CSU) bezeichnete den aktuellen Baubestand im Plangebiet als nicht mehr zeitgemäß und wirtschaftlich kaum sanierbar. Der neue Entwurf sei daher sinnvoll. Besonders positiv bewertete er den geplanten Wohnriegel entlang der Würzburger Straße, der einen wichtigen Beitrag zum Schallschutz für die dahinterliegenden Gebäude leisten solle. Zudem verbessere die neue Planung die Durchlässigkeit des Quartiers für Fußgänger und Radfahrer deutlich.
Auch Andreas Zippel (SPD) lobte das Konzept. Es sei eine „wunderbare Anordnung“, die nicht nur Wohnraum schaffe, sondern mit energieautarken Sonnenhäusern auch ökologische Ziele verfolge. Zudem hob er die soziale Durchmischung hervor, die die GBW bei bisherigen Projekten erreicht habe.
Lob für Nachverdichtung und Klimaschutz
Georg Kämpf (BG) sprach von einem zentrumsnahen und sozial verträglichen Wohngebiet. Die Erhöhung der Geschosszahlen sei richtig, da neuer Wohnraum sonst nur durch zusätzliche Bodenversiegelung entstehen könne. Das Quartier werde ein Gewinn für viele Bayreutherinnen und Bayreuther.
Christopher Süß (JB) begrüßte ebenfalls die Planung, sprach aber offene Punkte an. Er verwies auf die stark befahrene Dr.-Konrad-Pöhner-Straße und äußerte Fragen zu Schallschutz und Parksituation. Diese Aspekte müssten im weiteren Verfahren genau im Blick behalten werden.
Stadtplanung: Lärmschutz und Stellplätze geregelt
Ulrich Meyer von Helligen vom Stadtplanungsamt erläuterte, dass der Lärmschutz umfassend geprüft worden sei. Die geplanten Wohnriegel dienten nicht nur dem Schallschutz, sondern steigerten auch die Qualität der Freiflächen und Balkone. Zudem seien private Stellplätze auf den Grundstücken vorgesehen, da für Neubauten eine Stellplatzpflicht gelte.
Beschluss im Stadtentwicklungsausschuss
Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Stadtrat zwei zentrale Punkte zu beschließen: Erstens die Zustimmung zum Bebauungsplan-Entwurf (Stand 7. Januar 2026). Zweitens die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange. Damit ist der formale Weg für das Bauleitplanverfahren frei. Der nächste Stadtrat tagt am 28. Januar.











Bild: mithilfe von KI generiert.
Der Ökologisch-Botanische Garten an der Universität Bayreuth: Der Südeingang nahe des Studentenwaldes. Bild: Jürgen Lenkeit