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Hochwasserschutz: Infoveranstaltung zum neuen Rückhaltebecken bei Aichig
Der Hochwasserschutz für Bayreuth soll verbessert werden. Das Wasserwirtschaftsamt Hof informiert am 22. Oktober in Bayreuth über den aktuellen Planungsstand zum Hochwasserrückhaltebecken Bauernhöfen.
Das Wasserwirtschaftsamt Hof und die Stadt Bayreuth treiben den Hochwasserschutz weiter voran: Am Mittwoch, 22. Oktober, um 19 Uhr findet im Landhaus Aichig (Kemnather Straße 63) eine öffentliche Informationsveranstaltung zum geplanten „Hochwasserrückhaltebecken Bauernhöfen“ statt. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, sich umfassend über das Projekt zu informieren und Fragen an die Verantwortlichen zu richten.
Vorstellung des aktuellen Planungsstands
Da Planungen, Gutachten sowie Baugrunduntersuchungen inzwischen weitgehend abgeschlossen sind, wird das Wasserwirtschaftsamt Hof bei der Veranstaltung den aktuellen Sach- und Planungsstand präsentieren. Ziel ist es, transparent darzustellen,
- welche Maßnahmen konkret geplant sind,
- wie der Hochwasserschutz für Bayreuth dadurch verbessert wird und
- welche Auswirkungen der Bau auf Anwohner, Natur und Umgebung haben wird.
Die Stadt Bayreuth begleitet das Vorhaben als Projektpartnerin.
Hochwasserschutz dringend nötig
Die Stadt Bayreuth gilt als stark gefährdet was Hochwasser angeht. Alte Fotos von Überflutungen in Bayreuth verdeutlichen das Risiko eindrücklich: 1909 erreichte das Hochwasser sogar den Bahnhof, 1995 kam es erneut zu schweren Überschwemmungen. Seit 2013 gibt es in der Wilhelminenaue ein Trockenbecken, das bis zu 740.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten kann. Doch nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts Hof reicht dieser Schutz nicht aus.
Standort: Becken hinter der Bahnlinie geplant
Das neue Becken soll rechts neben dem Wohngebiet Aichig am Roten Main entstehen – südlich der Bahnlinie Bayreuth–Weiden und nahe der Polarstraße.
- Links des Damms: das Wohngebiet Aichig.
- Rechts: der Rote Main mit einem Drosselbauwerk, das Wasser kontrolliert abführt.
Der Damm soll bis zu 7,5 Meter hoch werden und eine Einstaufläche von rund 30 Hektar umfassen. Bei Vollstau können bis zu 950.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Sonst soll das Becken trocken bleiben.
Das ausgewählte Gebiet habe sich dabei als beste Lösung herausgestellt – sowohl aus technischer als auch aus naturschutzfachlicher Sicht.
Bauzeit und ökologische Aspekte
Der Bau soll frühestens im März 2027 beginnen und rund zwei Jahre dauern. Währenddessen soll die Belastung für Anwohner so gering wie möglich bleiben
Das Bauwerk werde so gestaltet, dass Fische und andere Tiere durchkommen, heißt es von Seiten der Verantwortlichen.
Baukosten steigen auf 15,2 Millionen Euro
Die Kosten für das Becken sind seit 2022 von 11,5 auf 15,2 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von rund 30 Prozent. Die Stadt Bayreuth muss 35 Prozent davon tragen, also rund fünf Millionen Euro.
Veranstaltungsdaten auf einen Blick
- Termin: Mittwoch, 22. Oktober, 19:00 Uhr
- Ort: Landhaus Aichig, Kemnather Straße 63, 95448 Bayreuth
- Thema: Vorstellung der Planungen zum Hochwasserrückhaltebecken Bauernhöfen
- Veranstalter: Wasserwirtschaftsamt Hof & Stadt Bayreuth
- Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich
Diskussion aus dem Stadtentwicklungsausschuss am 16. September 2025
„Ein Hochwasserschutzkonzept wurde bereits in Studien untersucht, und daraus entstanden unsere heutigen Pläne für Hochwasserbecken“, erklärte Stefan Reil vom Ingenieurbüro Tractebel. Er stellte gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof die Entwurfsplanung vor. „Zum Hochwasserschutz brauchen wir drei Rückhaltebecken. Eines gibt es bereits, das zweite soll jetzt bei Bauernhöfen gebaut werden“, so Baureferentin Urte Kelm in der Stadtratssitzung im September.
Fragen aus dem Stadtrat
CSU-Stadtrat Stefan Specht forderte Tempo: „Wir brauchen insgesamt drei Rückhaltesysteme, um die Betonrinne des Mains im Stadtgebiet endlich zu beseitigen.“
Zur Frage, ob das dritte Rückhaltebecken erst nach 2029 geplant werde, sagte Matthias Ebert vom Wasserwirtschaftsamt Hof: „Nein, wir beginnen nicht erst 2029. Derzeit prüfen wir, ob das Becken an der Altmühle oder das bei der Hochmühle umgesetzt wird. Erste Planungen sollen Ende nächsten Jahres starten.“
Kritik an jahrelangen Verzögerungen
Stephan Müller (BG) erinnerte an die lange Vorgeschichte: „Schon 2014 wurde das Raumordnungsverfahren abgeschlossen. Baubeginn sollte 2017 sein, Fertigstellung 2020. Heute reden wir von 2029 – das sind 15 Jahre. Die Kosten sind explodiert.“
Die Vertreter des Wasserwirtschaftsamts reagierten zunächst sprachlos.
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger kam erst zum Wort: „Es ist so, wie es ist. Wir fragen regelmäßig nach, und die Mitarbeiter bemühen sich. Oft scheitert es jedoch an Personal und Kapazitäten.“
Ebert ergänzte anschließen: „Der Mitarbeiter, von dem Sie sprechen, ist in wohlverdienten Ruhestand gegangen. Wir haben 2019 das VGV-Verfahren angefangen und wir mussten dreimal die Baugrunduntersuchung ausschreiben, weil wir keinen Auftragnehmer gefunden haben. Das hat uns anderthalb Jahre zurückgeworfen. Das ist der einzige Punkt, den ich sagen kann, warum es jetzt so lange gedauert hat.“
„Ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Engagement die Einweihung im Jahr 2029 wirklich feiern können“, so Müller.











Lino Kasten - Torhüter der SpVgg Bayreuth. @Dirk Ellmer
Reifenspuren auf dem Sportplatz Betzenstein ©Polizei Pegnitz