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Hütten auf Wanderungen digital suchen und buchen: neues Projekt aus Bayreuth
Wer Hütten entlang einer Wanderroute buchen will, kennt sehr wahrscheinlich das Problem: viele offene Browser-Tabs, veraltete Websites und am Ende oft kein freies Bett. Genau das will Andrei Arkhipov mit seiner Idee aus Bayreuth ändern.
Buchungen sind bereits über hutfinder.app möglich. Die Plattform befindet sich jedoch noch im Ausbau und sucht weiterhin Mitwirkende – sowohl Wandernde als auch Hüttenbetreiber, auch in der Region Bayreuth.
Vom Bayreuther Bergclub zur digitalen Hüttenkarte
Andrei Arkhipov kam 2021 aus Russland nach Bayreuth, um sein Masterstudium in Informatik zu absolvieren. Mit Wanderkultur hatte er zunächst wenig Berührungspunkte. Das änderte sich schnell.
Im Bayreuther Mountain Club lernte er die regionale Wanderwelt und darüber hinaus kennen, leitete Touren und plante mehrtägige Hüttenwanderungen und stieß dabei auf einen unübersichtlichen digitalen Flickenteppich.
„Ich wollte einfach eine Website, auf der ich verfügbare Hütten für ein bestimmtes Datum finde – wie bei Booking.com“, sagt Andrei.
Auch seine Verlobte Lauren Wougk, Mitstreiterin im Projekt und US-amerikanische Ingenieurin, kennt die Frustration: „Ich hatte 60 Tabs offen und bin von Seite zu Seite gesprungen – am Ende hatte ich trotzdem nichts gebucht.“
Die Konsequenz: eine eigene Lösung entwickeln.
Hütten buchen online – warum ist das noch so schwer?
Nur rund 45 Prozent der Hütten in den deutschen und österreichischen Alpenvereinen sind laut Andrei überhaupt online buchbar. In der Schweiz und in Norwegen ist die Digitalisierung deutlich weiter fortgeschritten.
Ein Grund liege in der Struktur der Alpenvereine, so Andrei. Regionale Sektionen entscheiden häufig über Buchungssysteme, wodurch viele Hütten nicht frei digital angebunden sind. Hinzu kommen unübersichtliche Preise, wenig nutzerfreundliche Buchungssysteme und fehlende Übersicht darüber, welche Routen und Hütten überhaupt miteinander kombinierbar sind.
Ein weiteres Problem ist das kulturelle Muster: Wer eine Hütte seit Jahren kennt, braucht keine Suchfunktion. Für neue Wandernde fehlt dagegen oft der Zugang. Sprachbarrieren verschärfen die Situation zusätzlich. Lauren sagt: „Ich konnte die Hütten nicht anrufen – ich spreche kein Deutsch.“
Was Hut Finder heute kann
Im Sommer 2025 gab Andrei seinen Job bei einem US-Startup auf und entwickelte hutfinder.app ab Dezember 2025 in Vollzeit weiter.
Die Plattform zeigt eine interaktive Karte mit verfügbaren Hütten, filterbar nach Datum, Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und freien Schlafplätzen.
Zu jeder Hütte gibt es Preise, Anreiserouten ab dem nächsten Bahnhof sowie Höhenprofile für angrenzende Etappen. Ein in Bayreuth entwickeltes Routing-Tool von Graphhopper berechnet bereits Touren zwischen Hunderten Hütten. Ein automatischer Touren-Generator für mehrtägige Routen ist in Entwicklung.
Aktuell fungiert die Plattform als Vermittler: Buchungen führen noch zu externen Systemen. Hütten ohne Online-Buchung sollen künftig direkt integriert werden.
Die Region Bayreuth ist noch nicht stark vertreten
In der Region Bayreuth ist die Hüttendichte auf hutfinder.app derzeit noch gering. Die Steinwaldhütte ist aktuell die einzige direkt angebundene Hütte. Rund neun weitere Hütten fehlen noch im System.
Das Team ruft deshalb Betreiber und Wandernde auf, sich zu melden. Die Aufnahme ist kostenlos und soll vor allem Sichtbarkeit schaffen
„Schon 100 monatliche Besucher sind ein echter Mehrwert für jede Hütte“, sagt Andrei.
Mittelfristig soll ein eigenes Buchungssystem entstehen, finanziert über Provisionen. „Wir wollen keine große Firma. Wir wollen, dass sich das Projekt selbst trägt.“
Jetzt mitmachen – als Nutzer und Hüttenbesitzer
hutfinder.app ist kostenlos im Browser nutzbar. Eine App für iOS und Android ist geplant. Die Plattform verzeichnet derzeit rund 100 Besucher pro Monat.
Feedback und Hütteneinträge sind über die Kontaktmöglichkeiten im Impressum möglich. Und wie Andrei sagt:
„Großartige Dinge entstehen wie große Touren – Schritt für Schritt, gemeinsam.“














Außenfassade Gasthof Vogel in der Innenstadt © Quentin Lutz