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Investition in Köpfe und Kompetenz: Der neue IHK-Campus Bayreuth
Die berufliche Weiterbildung in Oberfranken steht vor einem großen Schritt in die Zukunft. Der geplante IHK-Campus Bayreuth soll neue Maßstäbe setzen – in Ausstattung, Lernformaten und regionaler Bedeutung.
Für Tobias Gotthardt, Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, steht das Projekt in Bayreuth für Mut und Zukunftsvision. „Mut zu haben, zu investieren und Dinge anzugehen – das sieht man hier“, sagte er. Beim letzten Besuch habe noch der alte Bau gestanden, nun entstehe etwas völlig Neues.
„Wir reißen jetzt etwas ab, das uns mehr als 50 Jahre begleitet hat, und schaffen Zukunft. Bildung und Ausbildung sind die beste Investition, die wir machen können.“
Die IHK schaffe Raum, um junge Menschen auszubilden – „kluge Köpfe, die unsere Wirtschaft dringend braucht“.
Sein Appell an die Politik war deutlich: „Wir müssen denen, die Verantwortung übernehmen wollen, die Freiheit geben, diese Verantwortung zu tragen. Lasst die Menschen machen – wie hier in Bayreuth. Ihr seid ein Leuchtturm für Freiheit in Verantwortung.“
Perspektiven für eine moderne berufliche Weiterbildung
Robert Göpel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der IHK-Weiterbildung, betonte, dass berufliche Ausbildung und Weiterbildung zusammengehören.
Jährlich führt die IHK zahlreiche Kurse in der höheren Berufsbildung durch. Dazu zählen Fachwirt- und Betriebswirtprogramme, Meisterkurse sowie Zertifikatslehrgänge und Seminare.
Mit 4.000 bis 5.000 direkten Kundenkontakten pro Jahr – an den Standorten Bayreuth, Bamberg, Hof, Kronach und online – bietet die IHK eine große Bandbreite an Qualifizierungsformaten. Moderne technische Ausstattung sorgt dafür, dass mit vorhandenen Mitteln der maximale Lernerfolg erreicht wird. Genau das soll der neue IHK-Campus in der Friedrich-von-Schiller-Straße leisten.
Hybride Infrastruktur als Schlüssel zur Zukunft
Göpel unterstreicht die Bedeutung einer hybriden Lernumgebung. Sie ermögliche es, Präsenz- und Onlineformate zu verbinden und so die notwendige Flexibilität zu bieten – besonders wichtig in einer Flächenregion wie Oberfranken.
Gleichzeitig bleibe die Präsenzlehre unverzichtbar. Hybride Angebote erweitern jedoch die Reichweite und Attraktivität der Weiterbildung erheblich.
Das Konzept des neuen Gebäudes berücksichtigt beide Ansätze, um den Bildungsangeboten der heutigen Zeit gerecht zu werden.
Bedeutung für die Fachkräftegewinnung
Der Fachkräftemangel lässt sich laut Göpel nur durch frühzeitige Weichenstellung lösen. Bereits in der Schule müsse ein Bewusstsein für berufliche Ausbildung entstehen.
Qualifizierte Fach- und Führungskräfte seien für mittelständische Unternehmen genauso wichtig wie Wissenschaft und Forschung.
Kosten und Finanzierung: 12,5 Millionen Euro für die Zukunft
Die Gesamtkosten für den Neubau des IHK-Campus Bayreuth belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro. Davon werden etwa 40 Prozent, also rund 4,2 Millionen Euro, durch Fördermittel der Europäischen Union finanziert, während die restlichen 60 Prozent von der IHK selbst getragen werden.
Das Gesamtprojekt inklusive Abrisskosten beläuft sich auf rund 14 Millionen Euro. Etwa 1,5 Millionen Euro für die Abrissarbeiten wurden aus Eigenmitteln der IHK finanziert und nicht über das Förderprojekt abgerechnet.
Baufortschritt und Zeitplan
Der Baustart des Rohbaus erfolgte Ende Juni 2025. Das Richtfest ist für Anfang 2026 geplant.
Die Einweihung soll Ende 2026 stattfinden, sodass der Neujahrsempfang 2027 bereits im neuen Campus gefeiert werden kann.
Das Projekt steht im Einklang mit den EU-Zielen
Vertreter Renke Deckarm macht deutlich, dass bis 2030 60 % der Erwachsenen in der EU eine Weiterbildung absolvieren sollen. Der IHK-Campus trägt aktiv zu diesem Ziel bei.
Die moderne Infrastruktur trägt dazu bei, den Fachkräftemangel zu bekämpfen. In Bayern sind derzeit rund 380.000 Stellen unbesetzt – eine enorme Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft, so Staatssekretär Tobias Gotthardt.
Deshalb sei es wichtig, gezielt in Bildung zu investieren, um die Wirtschaft nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa nachhaltig zu stärken.














„Ziel der Arbeiten ist es, die Aufenthaltsqualität des Platzes zu erhöhen und gleichzeitig für ein besseres Stadtklima zu sorgen“, sagt Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. © Katharina Müller-Sanke
Symbolbild: Pixabay