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Kulturquartier sagt nicht „Tschüss“, sondern „Auf Wiedersehen“
Das Kulturquartier Bayreuth verabschiedet sich Mitte April. Der Ort, der im vergangenen Jahr zu einer wichtigen Kulturbühne der Stadt wurde, geht auf unbestimmte Zeit in eine Pause. Grund sind geplante Sanierungs- und Umbauarbeiten, deren Zeitpunkt ebenfalls unklar ist.
Mit der letzten Veranstaltung, der ausverkauften YOUMAMY Pop-Kitchen und dem KI-Zukunftstag Nordbayern am 15. April, ist der Programmkalender des Kulturquartiers danach zunächst leer. „Das Kulturquartier, wie wir es bisher kannten, ist danach vorbei“, sagt Leiter Kai Fischer. „Es ist kein Tschüss, sondern ein Auf Wiedersehen.“
KI-Zukunftstag Nordbayern
Am 15. April findet im Kulturquartier Bayreuth der KI-Zukunftstag Nordbayern statt, veranstaltet von der VERVIA Vertrieb & Consulting GmbH. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Führungskräfte und bietet Impulse, eine Podiumsdiskussion sowie Austausch zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen. Der Eintritt ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. „Eine Platzreservierung ist in Kürze möglich“, teilt der Veranstalter mit.
Danach heißt es für das Kulturquartier Pause, denn ganz verschwinden wird es nicht. „Wir gehen quasi kurz in Urlaub“, erklärt Fischer.
Zum Abschied richtet er vor allem einen Dank aus:
„Das Wichtigste ist ein Dankeschön an die Möglichmacher dieses Vorhabens und natürlich an die vielen Gäste, die uns besucht und unterstützt haben“, sagt er. „Ich glaube, Danke ist in diesem Fall das Wichtigste, was ich sagen kann.“
Kulturquartier als Zwischennutzung
Das Kulturquartier unter Leitung von Kai Fischer startete im Januar 2025 als Veranstaltungsort. Theater, Musik und Kunst prägten das Programm. Ziel war es, das Gebäude während der Übergangszeit kulturell zu nutzen.
„Die Zwischennutzung hat das Gebäude für die Öffentlichkeit geöffnet und ein vielfältiges Programm in die Festspielstadt Bayreuth gebracht“, erklärt Petr Lehr von Ehret+Klein.
„Wir sind mit der Zusammenarbeit mit Kai Fischer sehr zufrieden und wollen sie daher fortführen.“
Umbau des ehemaligen Sparkassen-Areals geplant
Schon beim Start der Zwischennutzung war klar, dass das Gebäude langfristig umgebaut werden soll. Die Starnberger Ehret+Klein AG plant gemeinsam mit Pegasus Capital Partners eine umfassende Entwicklung des ehemaligen Sparkassen-Areals.
Das Projekt umfasst mehrere Gebäude rund um das Markgräfliche Opernhaus. Dazu gehören die Häuser in der Opernstraße 8, 10 und 12 sowie in der Badstraße 5 und 7.
Geplant ist ein neues Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Gastronomie und kulturellen Angeboten. Die Grundstücksfläche beträgt rund 4.350 Quadratmeter, vorgesehen ist eine Bruttogrundfläche von etwa 12.000 Quadratmetern.
Vorläufig kein reguläres Kulturprogramm mehr
Ein reguläres Veranstaltungsprogramm wird vorerst nicht stattfinden. Die Pause hängt nicht nur mit dem geplanten Umbau zusammen, sondern auch mit den hohen Temperaturen im Gebäude.
„Es ist einfach zu heiß. Für Veranstaltungen ist es dort kaum auszuhalten“, erklärt Fischer. „Ein Winterprogramm wird ebenfalls nicht mehr geplant.“
Formate wie die Auftritte der Naturbühne Trebgast im „Theater-Winter“ sollen daher zunächst nicht mehr stattfinden. Einzelne Veranstaltungen sind jedoch weiterhin möglich.
„Je nachdem, wann die Bauarbeiten anfangen, kann es hier und da noch einzelne Veranstaltungen geben. Aber nicht mehr unter dem Namen Kulturquartier“, so Fischer.
Bauzeit für Kulturquartier Bayreuth noch unklar
Wann genau die Bauarbeiten beginnen, steht derzeit noch nicht fest. Der Projektentwickler Ehret+Klein befindet sich aktuell in Gesprächen mit der Stadt Bayreuth.
„Wir befinden uns aktuell in einem konstruktiven Austausch mit der Stadt Bayreuth zum Bebauungsplan“, teilt das Unternehmen mit. Angaben zu Baubeginn, Bauzeit oder einer möglichen Eröffnung seien wegen laufender Abstimmungen derzeit nicht möglich.
Sollten die Gespräche planmäßig verlaufen, könnte ein Baubeginn noch in diesem Jahr starten.
Wie lange die Pause dauert
Wie lange das Kulturquartier Bayreuth geschlossen bleibt, ist deshalb offen. Kai Fischer hofft auf eine vergleichsweise kurze Pause.
„Im Idealfall dauert es drei Jahre. Das wäre der Best Case“, sagt er. „Ich bin zuversichtlich, dass Abriss, Umbau und Neuschaffung recht zügig vonstattengehen werden.“












Ergebnis der Kreistagswahl im Landkreis Bayreuth. © Landratsamt Bayreuth
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