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Moderne Technik und historische Räume: Führung durch das Friedrichsforum
Zwischen restaurierten Treppengeländern und neuen Lüftungsanlagen soll künftig Bayreuths Kulturleben pulsieren. Die Führung durch das Friedrichsforum zeigt, wie flexibel die Räume für Ausstellungen, Konzerte und Theater genutzt werden können.
Zwischen Baustaub, Kabeln und Malervlies gibt es am Donnerstagabend einen Einblick hinter die Kulissen des Friedrichsforums: Björn Rodday, neuer Leiter des Hauses, und Judith Konnerth, stellvertretende technische Leiterin, führen Gäste durch die Räume, die Bayreuths kulturelles Leben in den kommenden Jahren prägen sollen.
Hofgartensaal: Der neue Ausstellungsort
Der Rundgang startet im Hofgartensaal, einem der „größten Gewinne“ der Sanierung, wie Judith Konnerth sagt. Rund 300 Tage im Jahr soll hier bildende Kunst präsentiert werden. An den Saal schließt eine Terrasse in Richtung Hofgarten an.
Durch flexible Stellwände kann der Raum immer wieder anders gestaltet werden.
Großer Saal: Raum mit vielen Gesichtern
Weiter geht es in den Großen Saal, „ein vollwertiger Theaterraum“, sagt Björn Rodday – mit Orchestergraben, flexiblem Boden und einer Akustik, die sich durch Deckenlamellen anpassen lässt.
Nicht nur Klassik, sondern auch Popkonzerte, Tanzabende oder Bälle sollen hier möglich sein. „Das Haus soll für sehr unterschiedliche Zielgruppen funktionieren“, so Rodday.
Lesen Sie auch: Die Kosten für das Friedrichsforum liegen nun bei 114 Millionen.
Balkonsaal: Gedrehte Perspektiven
„Die Orientierung des Balkonsaals ist einmal komplett gedreht, das Publikum betritt ihn nun von einer anderen Seite“, erklärt Judith Konnerth.
Dort, wo früher der Zugang war, befindet sich der neue Backstage-Bereich. Er verbindet Balkonsaal, Großen Saal und das Kleine Haus miteinander. Sogar ein Flügel lasse sich über ein spezielles Transportsystem in alle Bühnen schieben.
Mobile Podeste sorgen dafür, dass der Raum mal Kammermusiksaal, mal Tagungsraum sein kann.
Kleines Haus: Neu gebaut – und ganz eigenständig
Das Kleine Haus ist fast ein Neubau: zwar in den alten Proportionen, aber komplett abgerissen, gedreht und neu errichtet.
Es hat einen eigenen Eingang an der Geißmarktseite, eigene Garderoben und Toiletten – wichtig, damit parallel zum Hauptprogramm Schulaufführungen, Komödien, Filmabende oder Comedy stattfinden können.
Für Rollstuhlplätze müssen ganze Sitzreihen ausgebaut werden.
Zwischen den Sälen: Viel Technik
Beim Rundgang durchs Gebäude zeigt sich der Kontrast zwischen Alt und Neu: restaurierte Treppengeländer treffen auf modernste Haustechnik. Das Foyer im ersten Stock wartet noch auf den historischen Deckenleuchter. „Ich glaube, hier wird dann das Leben pulsieren“, sagt Björn Rodday.
Insgesamt 15 große Lüftungsanlagen verteilen sich im Haus. Eine besondere Herausforderung war die akustische Entkopplung zwischen Großem Haus und Balkonsaal. Erst Proben werden zeigen, ob sogar sehr laute Parallelveranstaltungen ohne störende Überschneidungen möglich sind.
Klar ist: Der Betrieb wird viel Personal erfordern und soll im Schichtbetrieb erfolgen. „An der Drehscheibe auf der Bühne im Großen Saal zum Beispiel sind Meister verantwortlich“, erklärt Rodday. Auch die Gastronomie ist komplett neu strukturiert – mit mehreren festen und mobilen Bars sowie einem Cateringbereich samt Küchen und Kühlräumen über zwei Etagen.
Herausforderungen bis zur Eröffnung
Bis das Friedrichsforum tatsächlich in den Regelbetrieb geht, sind noch einige Hürden zu nehmen. Nach der Übergabe an die Stadt werden Monate des Probebetriebs vergehen, bis das Haus in den normalen Betrieb starten kann. Judith Konnerth erklärt: Scheinwerfer müssen geliefert, montiert und programmiert werden, Lüftungsanlagen brauchen eine Einlaufphase, Kommunikationssysteme wie Bühnenansagen müssen eingerichtet werden.
Im April sollen erste Probeveranstaltungen stattfinden. Die Leitung spricht von einem „Lernmonat“, in dem man Technik und Abläufe testen will.











Verkehrsunfall auf der Königsallee 04.12.2025 ©bt-Redaktion
Onesto Tigers Bayreuth © Dirk Ellmer