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Bayreuth

Nach Vorfall vor Bayreuther Lokal: Schwere Vorwürfe gegen Security und Polizei

Nach einer körperlichen Auseinandersetzung vor einem Lokal in der Hindenburgstraße erhebt ein Beteiligter schwere Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst und kritisiert auch das Vorgehen der Polizei. 

Nach einer Auseinandersetzung vor einem Lokal in der Hindenburgstraße, über die wir am 11. August berichtet haben, meldet sich ein Beteiligter zu Wort. Der 33-Jährige, der gemeinsam mit seinem Bruder vor Ort war, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst – und kritisiert auch das Vorgehen der Polizei.

Beteiligter widerspricht Polizeibericht

Die Polizei hatte am Montag berichtet, dass mehrere Personen in der Hindenburgstraße in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt gewesen seien. Als die Beamten eintrafen, seien die „Hauptaggressoren“ bereits vom Security-Dienst fixiert und an die Polizei übergeben worden. Als Aggressor sieht sich der 33-Jährige überhaupt nicht. Im Gegenteil: er habe weder jemanden angegriffen noch beleidigt und sich im Verlauf der Auseinandersetzung nicht einmal gewehrt.

Schwere Vorwürfe gegen Security-Dienst

Stattdessen schildert er das Geschehen am Samstagabend so: In die ursprüngliche Auseinandersetzung sei er gar nicht involviert gewesen. Er habe lediglich beobachtet, wie Sicherheitskräfte „ein am Boden liegendes, offenbar minderjähriges Opfer mit unverhältnismäßiger Gewalt“ geschlagen hätten. Er habe die Security-Mitarbeiter daraufhin gebeten, auf die Polizei zu warten. „Unmittelbar danach bekam ich den ersten Schlag“, so der Mann. Zudem hätten die Security-Mitarbeiter Pfefferspray gegen ihn eingesetzt. Dabei habe er vor Ort niemanden beleidigt, angegriffen oder sich auch nur gewehrt.

Als die Polizei eintraf, habe er bereits am Boden gelegen. Dennoch habe ihm ein Beamter rücklings Handschellen angelegt. „Als wäre ich ein gefährlicher Straftäter“, so der 33-Jährige. Entwürdigend und nicht gerechtfertigt, wie er schreibt. Körperliche Gewalt seitens der Polizei will er nicht erfahren haben.

Anzeigen gegen Security und Polizeibeamte

Er und sein 27-jähriger Bruder seien – neben zwei weiteren Personen – auf die Dienststelle gebracht worden. Dort hätten sie keinen Zugang zu einem Arzt oder Anwalt erhalten.

Die Polizei schreibt dazu auf bt-Nachfrage: Den Betroffenen wurde „die Gelegenheit gegeben, einen Angehörigen oder eine Person ihres Vertrauens zu benachrichtigen sowie durch einen verständigten Rettungsdienst sich untersuchen zu lassen. Von diesen Möglichkeiten machten die Personen nur teilweise Gebrauch.“

Der 33-Jährige hat inzwischen Anzeige sowohl gegen die Sicherheitskräfte als auch gegen die eingesetzten Polizeibeamten erstattet. Das betroffene Lokal und dessen Sicherheitsdienst wollen sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. Die Polizei teilt mit: „Wir nehmen die Vorwürfe ernst und aus diesem Grund werden sie von einer unabhängigen Stelle überprüft.“