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Neue Kita für die Saas: Stadtrat spricht sich für Standort Jakobstraße aus
In der Saas soll bald gebaut werden: Die neue Kita soll voraussichtlich an der Jakobstraße entstehen, auf dem Gelände des alten Forsthauses. Damit endet die monatelange Suche nach einem Standort – und der Ersatz der provisorischen Container rückt näher.
Der Weg zur neuen Kita im Stadtteil Saas ist entschieden: Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Stadtrat, das Gelände an der Jakobstraße – das sogenannte alte Forsthaus – als Standort für den Neubau von Kita und Hort festzulegen. Damit endet eine monatelange Standortprüfung, bei der vier mögliche Alternativen gegeneinander abgewogen wurden.
Container sollen endlich ersetzt werden
Seit Jahren drängen Eltern und Träger auf eine dauerhafte Lösung: Die Kita Saas nutzt derzeit Container, die längst ersetzt werden müssten. Auch die Hort-Container an der Grundschule sollen verschwinden. Eine Bedarfsanalyse von Stadt und Diakonie ergab, dass mindestens drei Gruppenräume neu gebaut werden müssen, eine altersgemischte Gruppe ist zusätzlich geplant.
Standort 1: Jakobstraße – Favorit der Verwaltung
Das Gelände des alten Forsthauses in der Jakobstraße 128 überzeugte die Verwaltung vor allem durch seine Lage. Das Grundstück, das der Hospitalstiftung gehört, liegt in unmittelbarer Nähe zur Grundschule Lerchenbühl. Auch zur evangelischen KiTa am Erikaweg ist es nicht weit. Das Grundstück ist gut erschlossen und liegt im Grünen.
Das alte Forsthaus auf dem Grundstück, müsste der Kita weichen. Es ist allerdings derzeit bewohnt. Der Begriff „Entmietung“ machte einigen Stadträten im Stadtentwicklungsausschuss Bauchschmerzen. Im Haus wohne ein älteres Paar, für das die Wohngegebenheiten im Forsthaus nicht mehr komfortabel seien, sagte Baureferentin Urte Kelm. Man sei in guten Gesprächen, sowohl mit der Hospitalstiftung, als auch mit dem Ehepaar und den Angehörigen. Mehrere Stadträte baten mit Nachdruck darum, hier sensibel vorzugehen.
Zukünftig soll auf dem Gelände einen Neubau in Modulbauweise entstehen, der zunächst vier Gruppen aufnehmen kann. Eine Erweiterung ist möglich. Durch die Vorprägung des Areals und die bestehende Infrastruktur könnte die Kita hier schnell entstehen, so Urte Kelm.
Standort 2: Erikaweg – Synergien, aber lange Verfahren
Die Erweiterung am bestehenden Kindergarten Erikaweg ist der Favorit des Trägers Diakonie, da so alle Betreuungsangebote gebündelt wären. Synergieeffekte im Personal- und Raumnutzungskonzept sprechen für den Standort. „Wenn wir effizient mit den Erzieherinnen und Erziehern umgehen wollen, wäre das die beste Lösung“, sagte SPD-Stadtrat Andreas Zippel. „Aber die Zeitachse spricht dagegen.“
Allerdings sind zusätzliche Grundstücksflächen nötig, und möglicherweise wäre eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Das würde das Verfahren erheblich verzögern.
Am Standort Erikaweg hat die Verwaltung noch eine weitere Möglichkeit geprüft: Einen Neubau gegenüber der bestehenden Kita. Zum Teil würde diese Kita einen städtischen Kinderspielplatz verdrängen, der an anderer Stelle ersetzt werden müsste. Ein weiteres Problem: Die neue Kita wäre durch einen Fuß- und Radweg von der bestehenden Kita getrennt. Für den Hol- und Bringverkehr nicht ideal.
Standort 3: Neubau am Narzissenweg – isoliert am Stadtrand
Der Standort Narzissenweg liegt am Rand der Saas auf einer städtischen Wiese. Die Fläche wäre sofort verfügbar, denn sie gehört der Stadt bereits. Die Diakonie als Träger findet die Lage allerdings ungünstig: Um dort auch einen Hort unterzubringen, sei der Standort zu weit von der Schule entfernt.
Auch das Hochbauamt hat Bedenken: Ein kompletter Neubau auf der „grünen Wiese“ würde viel Zeit und höhere Kosten bedeuten.
Standort 4: Ehemaliges Aldi-Gelände – teuer und ungeeignet
Das alte Aldi-Gelände an der Karl-von-Linde-Straße war von Beginn an eher ein Außenseiter. Es liegt im Stadtteil Glocke, also weit entfernt vom Siedlungskern der Saas.
Ein Umbau des ehemaligen Supermarktes wäre technisch aufwendig und teuer, so die Stadtverwaltung. Denn die Gegebenheiten eines Supermarkt-Gebäudes entsprechen den Anforderungen einer Kita nicht. Zudem verlangt der Eigentümer einen Kaufpreis von rund 1,5 Millionen Euro.
Zudem fehlen Grünflächen für Außenspielbereiche. Ein weiterer Punkt: Die Stadt möchte ihre ohnehin knapp bemessenen Gewerbeflächen nicht weiter verkleinern.
Schrittweise Umsetzung geplant
Laut Verwaltung können die Arbeiten in der Jakobstraße zügig starten. Nach der Entmietung des alten Forsthauses soll ein Erbbaurechtsvertrag mit der Hospitalstiftung geschlossen und ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden.
Die neue Einrichtung soll zunächst Platz für vier Gruppen bieten, mit Option auf Erweiterung. Durch die Modulbauweise kann später ein Hort ergänzt werden. Wenn alles klappt, kann 2027 mit dem Bau begonnen werden.
Zwei Mitglieder des Ausschusses stimmten gegen den Verwaltungsvorschlag.











Symbolfoto: pixabay
Die Feuerwehr befreite mehrere Personen aus ihren Autos. © News5/Stephan Fricke