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Ökologisch-Botanischer Garten: Maßnahmenpaket für den lebendigen Süden
Der Bayreuther Süden soll weiter aufgewertet werden. Der Haupt- und Finanzausschuss hat grünes Licht für ein Kooperationsprojekt zwischen dem Ökologisch-Botanischen Garten (ÖBG) der Universität Bayreuth und dem Stadtgartenamt gegeben.
Rund 180.000 Euro aus einem privaten Nachlass sollen in neue Wege, Angebote und Infrastruktur zwischen dem Ökologisch-Botanischen Garten (ÖBG), dem Studentenwald und dem Röhrensee fließen. Ziel ist es, den sogenannten „Lebendigen Süden“ stärker zu vernetzen und für die Öffentlichkeit attraktiver zu machen.
Im Haupt- und Finanzausschuss ging es dabei weniger um einzelne Baumaßnahmen. Im Fokus stand vielmehr die Frage, welchen konkreten Nutzen das Projekt für die Bürgerinnen und Bürger hat, und nicht nur für die Universität Bayreuth.
In den vergangenen Jahren wurde der Bayreuther Süden bereits deutlich aufgewertet. Projekte wie der Tappertaue-Park, Pflanzaktionen am Studentenwald und die Wiederherstellung der Weiher haben sichtbare Fortschritte gebracht. Nun sollen weitere 180.000 Euro in die Vernetzung der Bereiche sowie in zusätzliche Angebote investiert werden.
Bessere Vernetzung zwischen Röhrensee, Studentenwald und ÖBG
Der geplante Ausbau konzentriert sich vor allem auf die bessere Anbindung des Ökologisch-Botanischen Gartens an den südlichen Stadtraum rund um Röhrensee, Studentenwald und Lindenhof. Stadtgartenamtsleiter Robert Pfeifer bezeichnete das Vorhaben als weiteren Baustein im Gesamtkonzept „Bayreuths lebendiger Süden“.
„Wir haben dort in den vergangenen Jahren zahlreiche Verbesserungen umgesetzt – von der Wiederherstellung historischer Teichanlagen im Studentenwald bis zur Aufwertung von Wegen und Aufenthaltsflächen“, erklärte Pfeifer im Ausschuss. Der bislang eher abgekoppelte Botanische Garten solle nun besser eingebunden werden, insbesondere über den neu geschaffenen Südeingang bei den Gewächshäusern.
Geplant sind unter anderem überdachte Sitzgruppen als Rastpunkte, neue Informations- und Lerntafeln sowie ein wettergeschützter Infostand. Der Weg vom Röhrensee und Studentenwald in den ÖBG soll damit nicht nur funktional, sondern auch inhaltlich aufgewertet werden.
Schon gelesen? Mit Hilfe einer zweckgebundenen Nachlass für Bayreuths Süden wurde der in die Jahre gekommene Spielplatz am Röhrensee umfassend saniert und deutlich aufgewertet.
Fitness, Bildung und Barrierefreiheit als Schwerpunkte
Ein zentrales Element des Projekts ist ein neuer Fitness-Aktivpunkt auf der stark frequentierten Jogging- und Spazierachse zwischen Röhrensee und ÖBG. Vorgesehen ist eine Calisthenics-Anlage, die kostenlos und generationenübergreifend genutzt werden kann.
„Das ist eine beliebte Strecke, und der Wunsch nach einem solchen Angebot wurde mehrfach an uns herangetragen“, so Pfeifer. Auch FDP-Stadträtin Luisa Funke-Barjak begrüßte den Ansatz: Solche Anlagen erfreuten sich großer Beliebtheit und seien ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot für viele Menschen.
Daneben setzt das Projekt stark auf Umweltbildung und Barrierefreiheit. Am Zedernhaus, dem zentralen Umweltbildungsort im ÖBG, sollen barrierefreie Sanitäranlagen entstehen. Außerdem sind ein Pavillon im Nutzpflanzengarten, digitale Angebote im Tropischen Hochgebirgshaus sowie barrierefreie Hochbeete, mobile Sitzhocker und neue Mikroskope für die Bildungsarbeit geplant.
Zustimmung – mit kritischen Tönen aus dem Stadtrat
Grundsätzlich fiel die Resonanz im Ausschuss positiv aus. CSU-Stadtrat Michael Hohl sprach von einem „sehr wertvollen Stück Infrastruktur“, das die Lebensqualität in Bayreuth deutlich steigere. „Wenn der Botanische Garten jetzt noch weiter aufgewertet wird, ist das eine tolle Sache – vor allem, wenn das mit Mitteln aus einem privaten Nachlass gelingt und den städtischen Haushalt schont“, sagte Hohl.
Auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger betonte den Nutzen für die Bevölkerung. „Das sind Maßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger, nicht für die Universität“, stellte er klar. Es gehe um bessere Nutzbarkeit, Vernetzung und Aufenthaltsqualität im Süden der Stadt.
Kritische Anmerkungen kamen aus der SPD. Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske verwies darauf, dass Bayreuth nicht nur aus dem Süden bestehe. „Wir tun dort tatsächlich sehr viel, sollten aber auch andere Stadtteile im Blick behalten“, sagte er. Zudem äußerte er Vorbehalte gegenüber Investitionen innerhalb des Botanischen Gartens. Einrichtungen wie eine barrierefreie Toilette seien aus seiner Sicht eher Aufgabe der Universität als der Stadt. Auf seinen Antrag hin wurden einzelne Punkte getrennt abgestimmt; zwei Maßnahmen erhielten jeweils zwei Gegenstimmen, der Großteil des Pakets wurde jedoch angenommen. Er und Eckhard Sabarth (DIE LINKE) stimmten gegen den Bau der Sanitäranlagen am Zedernhaus des Ökologisch-Botanischen Gartens sowie gegen den geplanten Pavillon im Nutzpflanzengarten.
„Relativ wenig Geld für viel Wirkung“
SPD-Stadtrat Christoph Rabenstein unterstrich hingegen das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projekts. „Wenn man überlegt, was wir sonst im Millionenbereich ausgeben und kaum sieht, wird hier für vergleichsweise wenig Geld sehr viel für die Bevölkerung erreicht“, sagte er. Der Botanische Garten sei öffentlich zugänglich und werde längst nicht nur von Universitätsangehörigen genutzt.
Am Ende folgte der Ausschuss der Beschlussempfehlung der Verwaltung: Die Finanzierung aus dem Nachlass wurde bewilligt. Damit kann ein weiterer Abschnitt im „Lebendigen Süden“ konkret werden, mit neuen Angeboten von der Fitnessstation bis zur barrierefreien Umweltbildung.











Zu sehen sind Beispiele der elf viergeschossigen Wohnhäuser mit schwarzen Solarpaneelen auf den Dächern sowie an der Ost-, West- und Südseite – mit Blick aus Südosten. Die rot markierten Gebäude sind noch nicht vollständig konzipiert. Sie sollen später Reihenhäuser im Südosten und größere Wohngebäude im Nordosten werden. © Autarkie-Team | Architekturstudio Klaus Hennecke
Flasche Symbolbild © Pixabay