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Politik

Regionen bündeln Kräfte gegen Waldbrände – Bayreuth will sich Projekt anschließen

Mit EU-Fördermitteln will Bayreuth gemeinsam mit Partnern aus Bayern und Tschechien die Waldbrandbekämpfung verbessern. Der Haupt- und Finanzausschuss hat der Teilnahme ohne Gegenstimmen zugestimmt.

Waldbrände machen nicht an Landesgrenzen halt. Genau hier setzt das Projekt „Waldbrand kennt keine Grenzen“ an. Ziel ist es, Einsatzkräfte aus Oberfranken und der Region Karlsbad besser zu vernetzen und gemeinsame Abläufe zu trainieren, um auch schwer zugängliche Waldgebiete in der Region schneller und effektiver zu schützen.

Die besondere Rolle Bayreuths

SPD-Stadtrat und Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Bayreuth, Thomas Bauske, betonte in der Sitzung die besondere Rolle der Bayreuther Feuerwehr:

„Die Feuerwehr Bayreuth ist hier in dem Raum die einzige Feuerwehr, die Flughelfer ausbildet.“

Die Flughelferinnen und Flughelfer leisten einen wichtigen Beitrag zur Waldbrandbekämpfung. „Der Vorteil bei den Tschechen ist, dass sie sehr viel Wasser mitbringen, weil sie noch Fahrzeuge haben, die 9.000 Liter fassen“, sagte Bauske.

Zudem verwies er auf erfolgreiche gemeinsame Übungen mit tschechischen Einsatzkräften sowie auf frühere Einsätze der Bayreuther Flughelfer, etwa in der Sächsischen Schweiz und im Thüringer Wald. Dadurch, so Bauske, zeige sich der praktische Nutzen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Ausbildung, Technik und gemeinsame Standards

Kern des Projekts sind gemeinsame Aus- und Fortbildungen, abgestimmte Einsatz- und Kommunikationsstrukturen sowie neue Spezialtechnik. Einsatzkräfte aus Deutschland und Tschechien trainieren dann künftig enger gemeinsam, um im Ernstfall schneller zusammenarbeiten zu können. Ergänzend werden in allen Landkreisen Oberfrankens jeweils 20 Spezialisten für die Boden-Waldbrandbekämpfung ausgebildet.

Zusätzlich beschaffen die Projektpartner drei Abrollbehälter: einen „Waldbrand Luft“ für die Stadt Bayreuth, einen „Waldbrand Boden“ für den Landkreis Bayreuth und einen „Einsatzleitung“ für das Feuerwehrkorps Karlsbad. Ein Abrollbehälter ist ein austauschbarer Spezialcontainer für Feuerwehrfahrzeuge, der je nach Einsatz unterschiedliche Ausrüstung transportiert.

Bayreuth wollte den Abrollbehälter „Waldbrand Luft“ ohnehin kaufen und kann die Anschaffung nun über das Projekt mitfinanzieren.

Schon gelesen? Die Feuerwehr Bayreuth erhielt vor etwas mehr als einem Jahr neue Einsatzfahrzeuge und Geräte.

Kosten und Förderung

Die Anschaffungskosten für den Abrollbehälter liegen bei rund 480.000 Euro. Davon übernimmt die EU über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 80 Prozent. Initiiert wurde das Projekt von der Regierung von Oberfranken. Auch ein Großteil der Projektkosten, etwa für Personal und Ausbildung, wird über Fördermittel getragen.

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sprach deshalb von einer „Win-Win-Situation“, weil ohnehin benötigte Ausstattung mit hohen Zuschüssen finanziert werden kann.

Zustimmung im Ausschuss

Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte der Teilnahme der Stadt Bayreuth am Projekt zu.