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Sanierung des Bayerischen Verwaltungsgerichts Bayreuth beginnt
Das Bayerische Verwaltungsgericht Bayreuth wird generalsaniert. Vier Bauabschnitte, laufender Betrieb, ein ambitionierter Zeitplan bis 2032.
Mit einem feierlichen Spatenstich hat in Bayreuth die Generalsanierung des Bayerischen Verwaltungsgerichts begonnen – schräg gegenüber der in Kürze abgeschlossenen Sanierung des Friedrichsforums. Der Freistaat Bayern stellt rund 24 Millionen Euro bereit. Platzmangel, Barrierefreiheit und eine veraltete Infrastruktur, die den Anforderungen des digitalen Zeitalters nicht mehr gerecht wird, machen den Umbau notwendig. Die Fertigstellung ist für 2032 geplant.
Sanierungsstau und digitale Lücken: Warum das Gebäude dringend modernisiert werden muss
Gerichtspräsident Thomas Weber machte beim Spatenstich deutlich, wie dringend die Maßnahme ist. Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude seien „mehr als in die Jahre gekommen“. Es habe sich ein erheblicher Sanierungsstau entwickelt, der Verkabelung, Elektrik und Datenleitungen betreffe. Die vorhandene Infrastruktur entspreche nicht mehr den Anforderungen des digitalen Zeitalters. Hinzu komme der fehlende barrierefreie Zugang, der für öffentliche Gerichtsverhandlungen unverzichtbar sei.
Staatsminister Joachim Herrmann betonte beim Spatenstich:
„Die Baumaßnahme ist dringend erforderlich, vor allem brauchen wir mehr Platz für unsere Gerichte.“ Die Verwaltungsgerichtsbarkeit sei eine tragende Säule des Rechtsstaats.
Was konkret gebaut wird
Die Baumaßnahmen umfassen die Generalsanierung des Haupt- und Nebengebäudes, den Abriss eines bestehenden Containergebäudes sowie den Neubau eines dreigeschossigen Erweiterungsbaus mit zusätzlichen Arbeits- und Funktionsräumen. Außerdem entsteht ein neuer barrierefreier Haupteingang mit Treppenanlage und Aufzug.
Das Staatliche Bauamt Bayreuth plant vier Bauabschnitte. Zunächst entsteht ein neues Gebäude, das das Nebengebäude verlängert und künftig die Mitarbeitenden aufnimmt. Danach wird das Nebengebäude saniert, bevor im dritten Schritt das Hauptgebäude weitgehend entkernt wird. Erhalten bleiben im Wesentlichen nur Außenmauern und Teile der Dachstruktur, der Innenbereich wird vollständig erneuert. Im vierten und letzten Abschnitt werden die provisorischen Modulbauten abgerissen und die Außenanlagen neu gestaltet.
Verwaltungsgericht Bayreuth: Vom Dreimänner-Betrieb zur großen Behörde
Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann reiste nach Bayreuth, um den offiziellen Baustart einzuleiten. Herrmann erinnerte dabei an die Geschichte des Gerichts: Es habe am 1. Dezember 1949 seine Tätigkeit aufgenommen, nur ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Grundgesetzes. Damals hätten drei Richter und fünf Büro- und Schreibkräfte dort gearbeitet. Heute verfüge das Gericht über acht Kammern mit 33 Richterinnen und Richtern, weiteren 33 Mitarbeitenden sowie rund 90 ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern als Beisitzer.
Das Gericht ist für den gesamten Regierungsbezirk Oberfranken zuständig. Seine zentrale Aufgabe: Menschen vor dem Staat zu schützen. Wer sich von einer Behörde ungerecht behandelt fühlt oder einen Bescheid für rechtswidrig hält, kann dort Klage einreichen.
Bayreuth als Justizstandort gestärkt
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger begrüßte die Investition ausdrücklich. Es sei erfreulich, „dass in Bayreuth gebaut wird und es weitergeht“. Gerade bei der Justiz sei das wichtig, da sie eine zentrale Institution des Rechtsstaats darstelle.
Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist laut Staatlichem Bauamt Bayreuth für das Jahr 2032 vorgesehen.












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