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Streckensperrung zwischen Bayreuth und Nürnberg sorgt für Kritik – aber auch für Chancen
Pendler zwischen Bayreuth und Nürnberg stehen vor massiven Einschränkungen: Technische Überprüfungen mehrerer Brücken im Pegnitztal führen zu plötzlichen Zugausfällen. Politiker entlang der Strecke kritisieren die Maßnahmen scharf und fordern eine umfassende Sanierung inklusive Elektrifizierung.
Binnen eines Tages mussten sich Verkehrsteilnehmer auf gravierende Änderungen einstellen. Die Strecke zwischen Hersbruck und Pegnitz ist aufgrund der technischen Überprüfungen gesperrt, Züge enden derzeit in Pegnitz. Die Bahn hat Schienenersatzverkehr eingerichtet, genaue Prognosen zur Dauer der Einschränkungen gibt es jedoch nicht. Genaueres zu den Zugausfällen und zum Schienenersatzverkehr lesen Sie hier.
„Für Tausende Reisende und Pendler ist ab sofort in Pegnitz Endstation – mit Schienenersatzverkehr durchs Pegnitztal oder überfüllten Bussen auf der Autobahn nach Nürnberg. Das ist nur schwer zumutbar und vermeidbar gewesen, denn die Problemlagen sind seit langem bekannt“, sagt Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff. „Das ist ein Skandal!“
„Ein Prognose zur Dauer der Einschränkungen können wir aktuell leider noch nicht mitteilen“, sagt ein Presssprecherin der Bahn.
„Reisende und Güter werden von der Schiene auf die Straße gedrängt – der Schaden für das Vertrauen in die Bahn und die Politik ist immens“, sagt Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger.
DB InfraGO zu den Bauarbeiten
Die DB InfraGO AG ist verantwortlich für die Planung, den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb des deutschen Schienennetzes. Im Rahmen des Projekts zur Elektrifizierung der Strecke ist das Unternehmen aktiv beteiligt, um die Infrastruktur zu modernisieren und umweltfreundlicher zu gestalten.
Die Deutsche Bahn teilt mit: „DB InfraGO plant seit Längerem die Modernisierung und Erneuerung der Pegnitzbrücken zwischen Hersbruck und Pegnitz. Dazu laufen aktuell die Vorplanungen. Aufgrund der anspruchsvollen Topografie in der Fränkischen Schweiz ist die Erneuerung besonders planungsintensiv. Naturschutz- und Denkmalschutzauflagen erschweren die Arbeiten.“
„Seit Jahren wird auf den schlechten Zustand der Brücken hingewiesen – notwendige Sanierungen blieben aus. Nun droht eine unbestimmte Sperrung, ohne verlässlichen Zeitplan für die Wiederaufnahme des Verkehrs“, sagt Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU).
Die Brückenüberprüfungen, die nun eine dringende Sanierung erforderlich machen, rücken das Projekt zur Elektrifizierung der Strecke innerhalb der deutlich größeren Franken-Sachsen-Magistrale erneut in den Vordergrund.
Sanierung und gleichzeitige Elektrifizierung
Die Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Bayern-Sachsen koordiniert die Elektrifizierung zentraler Bahnstrecken in Franken und Sachsen. Ein zentrales Projekt ist die Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Dresden und Nürnberg. Während der sächsische Abschnitt bereits elektrifiziert ist, fehlt auf bayerischer Seite noch die Oberleitung zwischen Hof und Nürnberg.
Für die Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Bayern-Sachsen sind diese unterschiedlichen „Baustellen“ zwei Seiten einer Medaille mit einem gemeinsamen Kernproblem: Es fehlt Geld.
„Dass die Brücken aus der Zeit König Ludwigs dringend saniert werden müssen, kommt nicht überraschend“, schreibt Geschäftsstellenleiter Patrick Leitl auf Anfrage.
„Unsere Forderung aus der Region ist deshalb: Wenn jetzt schon gesperrt werden muss, dann sollte man die Strecke nicht nur sanieren, sondern auch für die Elektrifizierung entsprechend ausbauen.“
Beides sei vorgesehen, die Sanierung der Brücken aber erst ab 2029. Das Bündnis wünscht sich eine Zusammenführung beider Projekte. „Leider funktioniert das ‚System Bahn‘ bisher nicht so“, so Leitl.
Politiker fordern klare Finanzierung und Zeitpläne
Bayreuther Landrat Florian Wiedemann formuliert drei zentrale Forderungen an das Bundesverkehrsministerium:
- Sofortige Bereitstellung von Mitteln zur Brückensanierung
- Gesicherte Finanzierung der Elektrifizierung
- Transparenter Zeitplan für die Umsetzung











Der neue Spielplatz ist eröffnet: Das Team der Kinderklinik freut sich gemeinsam mit Landrat Florian Wiedemann, Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (vorne, Vierter und Fünfter von links), Geschäftsführer Dietmar Pawlik (hinten links) und Baudirektorin Sonja Pöhlmann (hinten rechts) über das erweiterte Spiel-Angebot in der Kinderklinik. © Klinikum Bayreuth
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