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Bayreuth

Tierrechtsdemo begleitet Premiere des Weihnachtscircus in Bayreuth

Vor dem Bayreuther Weihnachtscircus demonstrierte TeamFlauschrechte am Premierentag für einen Zirkus ohne Tiere. Dabei ging es nicht nur um offensichtliche Gewalt, sondern um die grundsätzliche Frage nach Freiheit, Ausbeutung und moderner Tierhaltung.

Der Bayreuther Weihnachtscircus gastiert zum ersten Jahr auf dem Volksfestplatz in Bayreuth. Bei anhaltender Resonanz könnte er sich als neue Tradition in der Stadt etablieren. Das haben die Veranstalter ausgedrückt.

Schon gelesen? Der Weihnachtscircus spendet 600 Freikarten über soziale Einrichtungen in Bayreuth.

Während im Zelt des Bayreuther Weihnachtscircus am 20. Dezember 2025 die erste Vorstellung lief, versammelte sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Gruppe von neun Menschen. Nach einer ähnlichen Aktion beim Zirkus Krone sei dies nun „Part II“ der Debatte.

„Zirkus ist gut und schön – aber ohne Tiere“

Organisiert wurde die Aktion von TeamFlauschrechte. Seine zentrale Botschaft:

„Zirkus ist gut und schön – aber ohne Tierquälerei.“

Tierquälerei beginne nicht erst bei Schlägen oder Peitschen, sie beginne bereits beim Entzug der Freiheit. Tiere könnten nicht selbst entscheiden, ob sie in der Manege auftreten wollen. Auch Lärm, grelles Licht, Transporte und die Haltung in Stallungen seien für die im Weihnachtscircus eingesetzten Pferde, Esel, Ziegen und Hunde nicht artgerecht.

Genau hier setzt die Kritik der Gruppe an: Tiere könnten sich zwar an Bedingungen anpassen – selbst wenn diese langfristig schädlich seien –, eine echte Möglichkeit, Nein zu sagen, hätten sie jedoch nicht. Termine, Abläufe, Licht und Lärm seien vorgegeben – unabhängig vom individuellen Wohlbefinden der Tiere.

Gegenstimmen von Besuchern

Beim Verlassen der Vorstellung trafen die ersten Gäste auf die demonstrierenden Aktivisten.

Mehrfach wurde betont, dass es durchaus Tierquälerei gebe, das Gezeigte im Zirkus jedoch nicht dazu zähle.

„Wo ist da Tierquälerei, wenn eine Ziege auf einem Esel steht?“, fragte eine Besucherin.

Eine andere Besucherin sagte:

„Tierquälerei wäre mir ein zu harter Begriff. Ich weiß, was Tierquälerei ist – und das ist das hier nicht.“

Auf die Frage, ob die Tiere diese Entscheidung frei treffen würden, antwortete sie mit „Ja“. Die Tiere seien in die Zirkusfamilie integriert und hätten über Generationen hinweg eine enge Bindung aufgebaut.

„Meine sieben Katzen würden sich auch frei entscheiden, bei mir zu leben.“

Erwiderung von TeamFlauschrechte

Biene Schade von TeamFlauschrechte widersprach:

„Nicht unter diesen Konditionen. So würde man kein Familienmitglied behandeln.“

Zwar gebe es gesetzliche Vorgaben und Kontrollen, doch diese reichten aus Sicht der Gruppe nicht aus. Musik, Applaus und grelles Licht seien starke Reize, die Stress auslösen. Auffälliges Verhalten werde oft normalisiert oder medizinisch behandelt, statt die Ursachen zu hinterfragen. Die Ursache liege in den vom Menschen auferlegten Lebensbedingungen.

Kern der Debatte

Für TeamFlauschrechte bleibt die freie Handlungsentscheidung unter nicht artgerechten Bedingungen der zentrale Punkt.

„Wenn ein Tier nur dann Futter bekommt, wenn es eine Leistung erbringt, ist das keine freie Wahl“, so die Argumentation.

Kritisiert wird zudem die Abhängigkeit und gezielte Konditionierung zur bloßen Unterhaltung des Publikums.

Der Kern der Debatte bleibt damit die Frage, was als Tierquälerei gilt und welche Rechte Tiere haben sollten.

Findet der Weihnachtscircus weiterhin Zuspruch, dürfte ihn diese Debatte auch künftig begleiten.