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Tourismus am Ochsenkopf: Besucherzahlen und laufende Projekte
Wie sehen die Besucherzahlen am Ochsenkopf aus? Wann eröffnet der Spielplatz am Gipfel? Und warum startet die Wintersaison am Ochsenkopf nicht schon jetzt? Um diese und weitere Fragen ging es am Freitag im Kreistag.
Wie läuft es am Ochsenkopf? Darüber hat Markus Döhla, Vorsitzender des Zweckverbands zur Förderung des Tourismus und Wintersports im Fichtelgebirge am Freitag im Kreistag berichtet. Der Haushalt des Zweckverbands ist beschlossen und von der Regierung von Oberfranken genehmigt, die Verschuldung bleibt aufgrund laufender Großprojekte hoch – diese Investitionen prägten das Jahr:
Südbahn läuft seit Dezember 2024 – Außenanlagen folgen
Als großes Highlight gilt weiterhin die Inbetriebnahme der neuen Südbahn, die im Dezember 2024 im Beisein zahlreicher politischer Vertreter eröffnet wurde. Am Gipfel schreiten die Arbeiten an den Außenanlagen voran. Ein neuer Spielplatz wurde bereits geplant und beim Kinderfest am Ochsenkopf präsentiert. Die Bayerischen Staatsforsten übernehmen die Kosten komplett und sollen den fertigen Spielplatz im Frühjahr 2026 an den Zweckverband übergeben.
„Wir haben uns bewusst entschieden, die Spielgeräte im Winter produzieren zu lassen und sie nicht im ersten Winter schon dem Frost auszusetzen“, sagte Markus Döhla. Für die Nutzung des Spielplatzes sei der Winter ohnehin ungeeignet.
Bikepark bleibt Sorgenkind – Datenverlust bremst Planung
Als „größtes laufendes Projekt“ bezeichnete Döhla den geplanten Bikepark am Ochsenkopf. Das Projekt musste zuletzt Verzögerungen hinnehmen: Bei der zuständigen Planungsfirma sei es durch Personalwechsel zum Verlust wichtiger Projektdaten gekommen. „Wir mussten einiges neu erarbeiten“, sagte Döhla.
Immerhin: Für die naturschutzrechtlich notwendigen Ausgleichsflächen gibt es eine Lösung. Dank enger Zusammenarbeit mit AELF und Unterer Naturschutzbehörde können Ausgleichs- und Erstaufforstungsflächen auf einer gemeinsamen Fläche realisiert werden. Das spart im Vergleich zu früheren Planungen einen sechsstelligen Betrag.
Steigende Besucherzahlen und solide Umsätze
Nach Angaben des Zweckverbands gab es bis zum 31. Oktober 2025 158.892 Erstzutritte. Der Gesamtumsatz liegt bei 2.375.239 Euro brutto, inklusive der Einnahmen aus den kameraüberwachten Parkplätzen.
Der August war mit 28.442 Erstzutritten der stärkste Monat.
Allerdings brachte der Januar mit 467.514 Euro die höchsten Umsätze, denn Skifahrer lösen teurere Tickets und bleiben länger, wie Markus Döhla erklärte.
Der durchschnittliche Bruttoerlös pro Gast beträgt 14,95 Euro.
Warum die Wintersaison nicht früher startet
Im Kreistag kam die Frage auf, warum der Skibetrieb am Ochsenkopf nicht schon jetzt beginnt, wo die Temperaturen niedrig sind. Der geplante Saisonstart ist der 19. Dezember. Immer noch etwa eine Woche früher als im letzten Jahr.
Kreisrätin Sabine Habla (CSU) argumentierte: „Wir könnten doch mehr verdienen, wenn wir früher aufmachen.“ Nicht möglich, wie Markus Döhla erklärte: „Wir haben am vergangene Wochenende, als es richtig kalt war, angefangen mit der Beschneiung und inzwischen rund 15.000 Kubikmeter Schnee produziert – das ist etwa die Hälfte dessen, was wir für die Nordpiste brauchen. Aber wir sind noch nicht im effizienten Betrieb“, sagte er.
Erst ab etwa minus zehn Grad sei die Beschneiung richtig energieeffizient. Aktuell bräuchte man für dieselbe Schneemenge deutlich mehr Zeit und Energie. „Wenn wir den produzierten Schnee jetzt verteilen und es wird wieder wärmer, ist alles wieder weg“, sagte er.
Auch wirtschaftlich wäre ein früherer Start laut Döhla kaum sinnvoll: Vor Weihnachten sei im Mittelgebirge traditionell wenig Betrieb, viele Hotels blieben bis zu den Feiertagen geschlossen.
Revision bindet Personal
Parallel zur Beschneiung läuft seit drei Wochen die technische Revision der Seilbahn. Döhla vergleicht sie mit einer „großen Autoinspektion.“ Nur eben auf etwa dreieinhalb Kilometern Länge.
Auf der Nordseite zum Beispiel müssten an jeder der 17 Stützen acht Rollen ab- und wieder angebaut, geprüft und geschmiert werden. Dazu kommt die Begehung der Rodelhänge mit der Bergwacht, um sie sicherheitstechnisch abzunehmen.
Verschuldung steigt weiter
Der Zweckverband hat im Jahr 2025 Investitionen von 3,46 Millionen Euro getätigt, insbesondere für den Ausbau des Gipfelbereichs und den Bikepark. Dafür nimmt er 2,48 Millionen Euro Kredite auf. Die Gesamtverschuldung wird zum Jahresende voraussichtlich 34,23 Millionen Euro betragen.
Die Verbandsumlage sinkt leicht auf 2,95 Millionen Euro. Der Landkreis trägt sie mit 83 Prozent. Das sind 2,4 Millionen. Auf die Gemeinden Bischofsgrün und Warmensteinach entfallen je sieben Prozent, also 206.500 Euro und auf die Gemeinde Fichtelberg drei Prozent, also 88.500 Euro.











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