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Wohnen

Untersuchung zeigt: In Bayreuth fehlen 800 Wohnungen

Bayreuth steckt im Wohnungsmangel: Während 800 Wohnungen fehlen, stockt der Neubau. Experten fordern günstiges Baugeld, weniger Vorschriften und eine bundespolitische Offensive, um die Krise auf dem Wohnungsmarkt zu beheben.

Der Wohnungsmarkt in Bayreuth steht unter Druck: Rund 800 Wohnungen fehlen aktuell in der Stadt. Das zeigt die aktuelle regionale Wohnungsmarkt-Untersuchung des Pestel-Instituts, das Wohnungsbestand, Bevölkerungsentwicklung sowie Prognosen zu Arbeitsmarkt und Beschäftigung analysiert hat.

Bedarf: 260 neue Wohnungen pro Jahr

„Vom Arbeitskräftebedarf über Geburten bis zu Sterbefällen – in Bayreuth wird sich in den kommenden Jahren einiges tun. Auf dem Wohnungsmarkt bedeutet das konkret: In den nächsten fünf Jahren müssen jährlich rund 260 neue Wohnungen entstehen“, erklärt Matthias Günther, Chef-Ökonom des Pestel-Instituts.

Neubauziele kaum erreichbar

Derzeit ist dieses Ziel jedoch weit entfernt: Im ersten Halbjahr 2025 wurden laut Statistischem Bundesamt lediglich 60 Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Bayreuth erteilt. „Der Neubau läuft mit angezogener Handbremse. Bundespolitisch muss dringend mehr passieren, damit der Wohnungsbau wieder an Fahrt gewinnt – und das möglichst schnell“, betont Günther.

Günstiges Baugeld als Schlüssel

Sein Vorschlag: niedrigere Zinsen. „Ein Zins-Programm des Bundes mit maximal zwei Prozent Finanzierungskosten würde private Bauherren und Investoren motivieren, mehr Wohnungen zu bauen. Das hätte sofortige Wirkung und würde den Wohnungsbau in Bayreuth deutlich beschleunigen“, so Matthias Günther.

Wohnungsbau als Motor der Wirtschaft

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt. Dessen Präsidentin, Katharina Metzger, kritisiert die Bundesregierung scharf: „Von dem versprochenen ‚Wohnungsbau-Turbo‘ ist bisher nichts zu sehen. Selbst bei steigenden Baugenehmigungen geschieht das auf denkbar niedrigem Niveau.“

Wohnungsbau sei entscheidend für die Binnenkonjunktur, betont Metzger. Passiere nichts, drohe ein weiterer Rückgang, Bauunternehmen geraten unter Druck, Arbeitsplätze gingen verloren.

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Bürokratie bremst Bauvorhaben

Ein weiteres Problem: zunehmende Bürokratie und komplexe Vorschriften. „Deutschland muss wieder einfacher bauen. Würde der Bund alle Auflagen der letzten zehn Jahre zurücknehmen, könnten in Bayreuth schnell deutlich mehr und günstigere Wohnungen entstehen – und zwar mit gutem Standard. Manchmal ist weniger eben mehr“, sagt Günther.