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Tarifrunde 2026

Bayreuther Stadtbusse stehen schon wieder: Diese Woche wird erneut gestreikt

In der laufenden Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen ruft die ver.di für Dienstag und Mittwoch, den 10. und 11. Februar 2026, zu ganztägigen Warnstreiks in ganz Bayern auf. Auch in Bayreuth ist mit Einschränkungen im Busverkehr zu rechnen.

Betroffen sind alle Verkehrsunternehmen, in denen der Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) gilt. Auch die Stadtwerke Bayreuth fallen darunter. Eine zusätzliche Demonstration ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht geplant.

Bereits in der vergangenen Woche kam es an der Universität zu Streiks in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder (TV-L). Nun steht der kommunale Nahverkehr im Fokus der Tarifauseinandersetzung. In der letzten Woche (2. Februar ist deshalb auch der Stadtbusverkehr zum Liegen gekommen.

Was der Streik konkret im Bayreuther Busverkehr bedeutet:

Das ist der Streikfahrplan der Bayreuther Busse

Nicht vom Streik betroffen sind:

  • die Verwaltung der Stadtwerke Bayreuth
  • die Parkeinrichtungen der Stadtwerke
  • die Lohengrin Therme
  • das Stadtbad
  • das Kundencenter Energie & Wasser
  • sowie der Bereich der Energie- und Wasserversorgung.

Die Regionalbusse im Umland (u. a. Linien 328, 372, 378) sowie die Regionalzüge (z. B. RB34) verkehren planmäßig und ohne Einschränkungen.

Am Samstag erhielten die Stadtwerke Bayreuth von ver.di die Information, dass der Streik an beiden Tagen (10. Und 11. Februar) stattfinden wird. Ein Großteil der Stadtbusse wird daher nicht fahren. Da jedoch die Busse der Partnerunternehmen wie gewohnt im Einsatz sind, kann auf vielen Linien ein Grundangebot aufrechterhalten werden.

Welche Fahrten insgesamt stattfinden, steht noch nicht final fest. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

„Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis für die Einschränkungen. Bei den Fahrten, die stattfinden, kann es aufgrund der angespannten betrieblichen Situation dennoch zu Verzögerungen und Überfüllungen kommen“, sagt Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth.

Ab Donnerstag (11. Februar), 0 Uhr, wird der Streik gemäß aktueller Informationen enden; dann werden die Stadtwerke wieder zum regulären Fahrplan zurückkehren. Die Stadtwerke Bayreuth hoffen, dass die Tarifparteien bei den laufenden Verhandlungen zu einer Einigung gelangen, um weitere Belastungen für die Fahrgäste zu vermeiden.

Tarifstruktur in Bayern: Kritik am bestehenden Modell

Anders als in anderen Bundesländern gebe es in Bayern nur einen Tarifvertrag Nahverkehr, der sowohl Entgelte als auch Arbeitsbedingungen regele, berichtet ver.di. Die Gewerkschaft fordert eine Trennung der Tarifverträge. Ziel ist es, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen nicht gegen Lohnerhöhungen auszuspielen. ver.di strebt eine bundesweite Angleichung der Arbeitsbedingungen auf hohem Niveau an.

Nach Angaben der Gewerkschaft ist ein verlässlicher ÖPNV nur mit ausreichend Personal möglich. Dafür seien stabile Finanzierungszusagen von Bund und Ländern notwendig. Einsparungen zulasten der Beschäftigten seien keine Lösung für eine nachhaltige Verkehrswende.

Forderungen der Beschäftigten im Überblick

Der TV-N gilt in mehr als 20 Unternehmen und regelt die Arbeitsbedingungen von rund 9.000 Beschäftigten. Gefordert werden:

  • eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro
  • eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit
  • eine Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden

Ziel ist es, Lohnunterschiede innerhalb der Stadtwerkekonzerne auszugleichen und die Einstiegsgehälter im Fahrdienst an das Niveau in Baden-Württemberg anzugleichen. Kürzere Arbeitszeiten sollen die hohe Belastung im Schichtdienst mindern.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen, die täglich dafür sorgen, dass Bayreuth mobil bleibt, verdienen faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die nicht länger krank machen“, erklärt Sarah Hettler.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ver.di vorgeschlagen, die Lohnabschlüsse aus dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes auf den Nahverkehr zu übertragen und 2026 den Schwerpunkt auf bessere Arbeitsbedingungen zu legen. Diese Vorschläge seien von den Arbeitgebern abgelehnt worden.

Ausblick: Weitere Streiks möglich

„Die Eskalation in der Tarifrunde liegt allein bei den Arbeitgebern“, sagt Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen bei ver.di.