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Welttag der Suizidprävention: Hilfe bei Krisen in Oberfranken
Trennungen, der Tod eines Angehörigen, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine schwere Krankheit – all das kann zu einer Krise führen. In manchen Situationen sind die Belastungen so groß, dass sie nicht mehr allein oder mit Familie und Freunden bewältigt werden können. Der Bezirk Oberfranken weist deshalb auf die Bedeutung von professioneller Unterstützung hin.
Jedes Jahr am 10. September erinnert der Welttag der Suizidprävention weltweit an Aufklärung, Entstigmatisierung und Präventionsmaßnahmen. Das Motto 2025 lautet: „Changing the narrative – Geschichten von Hoffnung und Heilung“. Ziel ist es, Offenheit zu fördern, Betroffene zu unterstützen und das Schweigen rund um Suizid zu brechen.
Suizidgedanken sind häufiger als gedacht
Julia Schubert, Leiterin der Leitstelle Oberfranken, und Martin Schuster, Gebietskoordination Oberfranken der Krisendienste Bayern, erklären: Suizidgedanken sind oft Ausdruck eines dringenden Bedürfnisses nach einer Pause von Problemen. Psychische Erkrankungen begleiten viele Suizidfälle. Neben aktiven Gedanken gibt es auch passive Suizidgedanken, wie der Wunsch, morgens nicht mehr aufzuwachen.
Unterstützung durch Krisendienste Bayern
Die Krisendienste beraten sofort telefonisch und persönlich. Geschulte Fachkräfte, z. B. Psychologen oder Sozialarbeiter, helfen Betroffenen, die Situation einzuordnen und passende langfristige Unterstützungsangebote zu finden. Auch Überbrückungsangebote bis zum Therapieplatz werden vermittelt.
Krisendienste Bayern bieten flächendeckende Unterstützung
Mit dem Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (BayPsychKHG) wurden 2018 psychosoziale Krisendienste in allen sieben bayerischen Bezirken eingerichtet. Sie bilden ein flächendeckendes Netzwerk, erreichbar unter der einheitlichen Nummer 0800 / 6553000, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr.
Bezirkstagspräsident Henry Schramm betont die hohe Reichweite der Krisendienste:
„Bayernweit rund 100.000 Telefonate im vergangenen Jahr und fast 4.000 persönliche Kriseninterventionen sprechen eine deutliche Sprache – der Krisendienst ist längst ein unverzichtbarer Baustein der bayerischen Gesundheitsversorgung.“
Professionelle Hilfe wirkt
Suizidgedanken verschwinden in den meisten Fällen, sobald Belastungen bewältigt oder psychische Erkrankungen behandelt werden. Wichtig ist: Niemand muss mit Suizidgedanken allein bleiben. Je früher professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird, desto besser.
Anlaufstellen für Betroffene
- Hausärzte
- Psychotherapeutinnen und Psychiater
- Sozialpsychiatrische Dienste
- Krisendienste Bayern (rund um die Uhr erreichbar)
Die Behandlung erfolgt meist ambulant, oft im Rahmen einer Psychotherapie. Nur in besonders belastenden Situationen kann ein Klinikaufenthalt als Schutzraum sinnvoll sein.
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Hilfe für Angehörige und Freunde
Auch Angehörige und Freunde von Betroffenen können sich an die Krisendienste wenden. Begleitung ist herausfordernd – professionelle Hilfe entlastet.
Weitere Informationen finden Sie unter: Krisendienste Bayern.











Symbolbild: Pixabay
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