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Europa

Wir sollten stolzer sein: Anton Hofreiter in Bayreuth

Die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Hacker (FDP) und Anton Hofreiter (GRÜNE) diskutieren in Bayreuth zum Thema “Ist unsere Demokratie in Gefahr?”

“Wir haben verlernt einfach stolz zu sein als Gesellschaft darauf was wir hinbekommen”, diese deutlichen Worte hat Anton Hofreiter bei seinem Besuch in Bayreuth gefunden.

Demokratie in Gefahr?

Gemeinsam mit Thomas Hacker, der mit ihm zusammen nicht nur im Deutschen Bundestag sitzt, sondern auch im Europaausschuss des Deutschen Bundestags, war er heute in Bayreuth. Beide hatten mehrere Termine zusammen und am Ende eine gemeinsame Podiumsdiskussion zum Thema “Demokratie in Gefahr? Gemeinsam für ein starkes Europa”. Im Gemeindesaal der Bayreuther Friedenskirche diskutierten beide und sind mit Bürgern ins Gespräch gekommen.

Herausfordernde Zeiten

Deutschland sei die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und es sei im letzten Jahr gelungen, die Abhängigkeit von Russland, was Erdgas, Steinkohle und Erdöl angeht, von teilweise über 50 Prozent auf Null zu drücken. “Das ist nicht selbstverständlich. Kein Experte hätte das vorher erwartet,” betont er.

“Wir haben extrem herausfordernde Zeiten. Dafür schlagen wir uns gut. Das sollten wir nicht selbstverständlich nehmen,” so Hofreiter. Die schwierigen Themen weiter anzupacken, das ist beiden Politikern wichtig.

Auch wenn Thomas Hacker für die FDP und Anton Hofreiter für die GRÜNEN im Parlament sitzt, scheinen sich die beiden sehr einig zu sein. “Natürlich gibt es inhaltlich oft Diskussionen, aber wir ziehen alle an einem Strang. Das ist gut,” so Hofreiter.

Einig sind sich beide zum Beispiel auch beim Thema des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und bei den Kämpfen in Palästina. “Wir stehen klar auf der Seite Israels. Gleichzeitig muss man auf beiden Seiten die Opfer sehen”, so Hacker. Und ergänzt: “Die Hamas ist keine Regierung, sondern eine Terrororganisation, das dürfen wir nie vergessen.”

Soziale Medien

Ob die Demokratie in Gefahr ist, wie es der Titel der Veranstaltung vermuten lässt? Der Druck in der Gesellschaft wächst, so Hofreiter. Schuld daran sei der Krieg in der Ukraine, die Klimakrise, die Entfremdung durch die Corona-Pandemie und schließlich auch die wachsende Beliebtheit sozialer Medien.

“Wir überlassen soziale Medien bisher zu sehr den anderen,” gibt Hacker zu bedenken. Dass heute jeder alles ungefiltert weltweit posten könne, sei ein Problem. Und dass sich bestimmte Gruppierungen insbesondere auf Tiktok eine rege Fangemeinde suchen, käme hinzu. Man habe das Thema zu lange zu sehr unterschätzt und die Strafverfolgungsbehörden nicht ausreichend ausgestattet, ergänzt Hofreiter. 

Wachsende Gewalt

Auch die steigende Gewaltkriminalität war Thema bei der Podiumsdiskussion. Dabei gab Hofreiter zu bedenken: In den letzten 50 Jahren sind die Zahlen stets zurückgegangen. Er erzählt von seiner Jugend in den 80er Jahren und wie damals auf Volksfesten und in Kneipen die Hemmschwelle noch viel niedriger war.

Man habe das damals normaler gefunden, konstatiert er. Die Menschen seien heute sensibler, wenn es um Gewalt geht. Eine an sich gute Entwicklung. In den Folgejahren ab der Jahrtausendwende sei die Lage deutlich besser geworden. Erst aktuell merke man wieder eine Verschlechterung.

Europawahl am 9. Juni

Thomas Hacker und Anton Hofreiter betonen zum Abschluss wie wichtig es ist zur Europawahl zu gehen. Dieses Mal dürfen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen.