Zweites Nationales Naturmonument Bayerns liegt im Fichtelgebirge
Das Felsenlabyrinth Luisenburg in Wunsiedel wurde zum 1. Februar 2026 als zweites Nationales Naturmonument Bayerns ausgewiesen. Das hat die Bayerische Staatsregierung in ihrer Kabinettssitzung am 12. Januar beschlossen. Bundesweit gab es bislang acht nationale Naturmonumente. Nun kommt aus dem Fichtelgebirge das neunte hinzu.
Mit Inkrafttreten der Verordnung am Sonntag, den 1. Februar 2026 erhält Oberfranken einen weiteren Natur-, Bildungs- und Forschungsmagneten. Das Nationale Naturmonument liegt im Naturpark Fichtelgebirge und ergänzt die Weltenburger Enge, Bayerns bislang einziges Nationales Naturmonument.
Europas größtes Felsenlabyrinth aus Granit
Die Luisenburg gilt als größtes Felsenlabyrinth Europas. Auf mehreren Hektar erstreckt sich ein einzigartiges Granit-Felsenmeer mit markanten Formationen wie Goethefelsen oder Tränengrotte. Ein rund 1,4 Kilometer langer Rundweg mit etwa 100 Höhenmetern erschließt das Gebiet im Fichtelgebirge über 25 Stationen.
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Ein geologisches Naturphänomen mit 300 Millionen Jahren Geschichte
Die Granitformationen seien laut Verordnungsentwurf der Bayerischen Staatsregierung vor rund 300 Millionen Jahren entstanden. Gletscherbewegungen, Frost-Tau-Wechsel und Erosion hätten Risse, Spalten sowie die typische Wollsackverwitterung geformt. Bereits 1785 habe Johann Wolfgang von Goethe hier die Granitverwitterung untersucht.
Das Nationale Naturmonument umfasse neben dem Luisenburg-Felsenlabyrinth auch das Kleine Labyrinth, den Burgsteinfelsen sowie angrenzende Fichtenblockwälder. Es liegt im Landschaftsschutzgebiet „Fichtelgebirge“, enthält ein FFH-Gebiet und zählt zu Bayerns schönsten Geotopen mit dem Prädikat „Nationaler Geotop“.
Natur und Kultur seit über 200 Jahren verbunden
Ende des 18. Jahrhunderts wurde die einst als unzugänglich geltende Wildnis erschlossen. Die Luisenburg entwickelte sich zu einem bürgerlichen Landschaftsgarten und beherbergt heute das älteste Freilichttheater Deutschlands. Berühmte Gäste waren unter anderem Königin Luise, Friedrich Wilhelm III. und Goethe.
Nationale Naturmonumente: Selten, geschützt, bedeutend
Nationale Naturmonumente sind rechtlich geschützte Gebiete von herausragender wissenschaftlicher, natur- oder kulturhistorischer Bedeutung. Die Kategorie ist seit 2010 im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Mit der Luisenburg erhält Bayern nun sein zweites Gebiet dieser Klasse.











Quer durch Europa mit Lastrad und Baby reist Familie Schumacher. © André Schumacher
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