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Peter Schmidt: Der Star-Designer erklärt sein Logo im Stadtrat

Peter Schmidt, 81 Jahre alt und einer der bekanntesten Produkt-Designer der Welt, wird am Mittwoch im Bayreuther Stadtrat sprechen. Der gebürtige Bayreuther will den Stadträten dort sein Logo für das Friedrichs-Forum erklären. Das Logo will Schmidt seiner Heimatstadt schenken. Bei einigen Stadträten stößt es aber auf Ablehnung.

Eine Bildergalerie mit Schmidts bekanntesten Designs finden Sie über dem Text.

Peter Schmidt bei einem Besuch in der Bayreuther Stadthalle. Foto: red

Peter Schmidt ist am 10. Dezember 1937 in Bayreuth geboren und betreibt in Hamburg eine weltbekannte Design-Agentur. Zu Schmidts bekanntesten Werken gehören die Parfüm-Flakons für Jil Sander, Hugo Boss und Laura Biagiotti. Zeitweise stand der Flakon des Parfüms „Jil Sander – Woman Pure“ im Museum of Modern Art in New York. Eine Auszeichnung, die nur wenige Designer vorweisen können.

Zwei von vielen Designs, die Peter Schmidt weltbekannt machten: Der gebürtige Bayreuther designte die Flasche der Mineralwassermarke Apollinaris genauso wie den neuen fränkischen Bocksbeutel.

Flakons und Bocksbeutel

Zu Schmidts Kunden zählen außerdem die Firmen Procter & Gamble, Estée Lauder und Apollinaris. Der Bayreuther entwarf nicht nur das Logo seiner Heimatstadt, sondern auch das seiner Wahlheimat Hamburg und das der Bundeswehr. Schmidt gestaltete außerdem die neue Form des Fränkischen Bocksbeutels und die Konzerthalle Bamberg. Als die Porzellanmarke Arzberg in Schwierigkeiten kam, übernahm Schmidt Anteile und entwarf zum Einstand ein neues Service. Zuletzt sorgte er mit einem neuen Flakon dafür, dass das Parfüm 4711 ein Revival erlebte.

Ein Interview der Deutschen Welle über Peter Schmidt finden Sie hier: 

In einem Interview mit dem Zeit-Magazin sagte Schmidt im vergangenen Jahr, seine bislang beste Idee sei es gewesen, aus der Marke Boss, die Marke Hugo Boss zu machen, weil eine Marke umso emotionaler wirke, je eher man sich eine Person dahinter vorstellen könne.

Das Logo für das Friedrichs-Forum, das der Star-Designer Peter Schmidt seiner Heimatstadt Bayreuth schenken will. Quelle: Stadt Bayreuth

Mit dem Stock in den Sand

Wie Daniel Belliero, neben Schmidt ein weiterer Geschäftsführer der Agentur, im Februar im Kulturausschuss der Stadt sagte, müsse ein gutes Logo mit einem Stock in den Sand gemalt werden können. Bei dem vorgelegten Logo für das Friedrichs-Forum sei das der Fall. Die vielen bunten Punkte könnten demnach die Zuschauer einer kulturellen Aufführung darstellen. Die Farbe Grün nehme Bezug auf den benachbarten Hofgarten, die violetten Punkte seien ein Hinweis auf die wahrscheinlich violette Innenausstattung des Forums. Nur auf den ersten Blick sind die Punkte willkürlich angeordnet. Bei genauerem Hinsehen sollen sie auf einem gedachten Raster liegen. Die Punkte sollten außerdem das liberale, offene Weltbild des Designers und der Stadt Bayreuth widerspiegeln.

Die Logos der Städte Hamburg und Bayreuth stammen aus der Feder Peter Schmidts.

Mit den bunten Punkten können sich Teile des Stadtrats aber genauso wenig anfreunden, wie mit der Tatsache, dass Schmidt den Zusatz „am Hofgarten“ mit ins Logo gepackt hat, obwohl der Stadtrat sich zuvor dagegen entschieden hatte.