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Bayreuth soll Logistik-Standort werden

Die Stadt Bayreuth soll Logistik-Standort werden und dafür einen Master-Plan entwerfen. Das zumindest findet die CSU im Bayreuther Stadtrat.

Die Verwaltung sieht keinen Bedarf für einen solchen Plan. Statt für Alleingänge der Stadt wirbt sie für eine Fortführung der Kooperationen auf diesem Gebiet, beispielsweise mit der Metropolregion Nürnberg.

„Wolkiger Begriff“ und „Misthaufen-Denken“

Von einem „wolkigen Begriff“ sprechen die Grünen. Weil hier nur an „straßengebundene Logistik“ gedacht werde und die wenig zukunftsfähig sei. In Bayreuth gebe es keinen Schiffsverkehr, kein Container-Terminal, keinen vernünftigen Schienenverkehr. Was in der Region gebraucht wird, werde auch ohne Master-Plan gut abgedeckt.

Karsten Schieseck von der Bayreuther Gemeinschaft spricht von einem „Misthaufen-Denken“, das er längst überwunden geglaubt habe. Der Antrag der CSU würde Kooperationen über den Haufen werfen und die Stadt blase stattdessen wieder zum Alleingang. Dass einzig aufgrund des Titels die Bewerber Schlange stünden, sei zudem schwer vorstellbar. Wichtiger sei es, genügend Flächen zur Ansiedlung bereitzustellen – idealerweise gemeinsam mit den Nachbarn.

Die CSU hält dagegen

Die Unternehmer in Reihen der CSU sehen das anders. Metzgermeister Helmut Parzen sagt, dass die Stadt nach dem Abbau der Arbeitsplätze beim Zigarettenhersteller BT doch händeringend nach neuen Arbeitgebern suche. Ein Master-Plan sei für solche ein Standortfaktor. Viele der großen Gewerbesteuerzahler der Stadt hätten Platzprobleme und drohten aufs Land auszuweichen.

Spediteur Christian Wedlich erinnert an den Paketzusteller DHL, der sich in der Region niederlassen und 600 Arbeitsplätze schaffen wolle. Ein solches Paketzentrum würde bedeuten, dass Unternehmen täglich drei bis vier Stunden länger Waren bestellen könnten, die noch am nächsten Tag geliefert würden.

„Wir wollen eine Tür öffnen, ein Willkommensschild raushängen.“ (Christian Wedlich)

Entscheiden muss schließlich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. Dort haben CSU, SPD, FDP und Junges Bayreuth zusammen eine Mehrheit.