Anzeige

NachrichtenWahl 2020

Bayreuther Landratskandidat Hermann Hiery von der FDP: “Für Umweltschutz ist es zu spät”

Hermann Hiery ist der Bayreuther Landratskandidat der FDP. Deshalb ist bt-Redakteur Christoph Wiedemann mit dem Landratskandidaten durch den Bayreuther Landkreis gefahren: Ziel ist einer seiner persönlichen Lieblingsorte im Kreis Bayreuth, die Kirche in Lindenhardt. Auf der Fahrt erzählt der Mann von der FDP von Themen, für die er sich einsetzt und wie seine Frau reagiert hat, als er von der Kandidatur erzählt hat.

Zeiten des Landratsamtes ändern

“Das Grundthema ist, alles zu hinterfragen, was bisher im Kreistag gemacht wurde”, erklärt Hiery, “von den Finanzen ausgehend bis hin zu den Öffnungszeiten.” Insbesondere will Hiery die neu erhobenen Müllgebühren überprüfen: “Da habe ich damals dagegen gestimmt, weil ich das nicht nachweisbar fand.”

Außerdem will der Mann der FDP, dass das Landratsamt zukunftsfähig gemacht wird: “Da müssen die Öffnungszeiten kundenfreundlicher gemacht werden – zusätzliche Öffnungsstunden am Samstag beispielsweise für die KFZ-Zulassung.” Bei anderen Ämtern müsse man schauen, ob eine Digitalisierung sinnvoller sei.

Damit möchte er auch dem Problem entgegenwirken, “dass sich einige Menschen nicht mehr von der Politik mitgenommen fühlen”. Das müsse zwar Gesamtpolitisch angegangen werden, aber er will die Menschen wieder einbinden. Das würde er auch mit erweiterten Sprechstunden des Landrates ändern: “Mehr Sprechstunden und selbst auf Menschen zugehen.”

Klimaschutz und Mobilität im Bayreuther Landkreis

“Wir in Bayreuth sind in der glücklichen Lage, eine eigene Bahn zu besitzen: der Rest der Fichtelbergsbahn nach Weidenberg.” Die Strecke gehört dem Landkreis und ist aktuell an Agilis vermietet, deren Vertrag aber bald ausläuft. Hiery will die Bahn mit Wasserstoff betreiben, womit der Landkreis der erste in Bayern wäre.

In Sachen Mobilität bemängelt auch er die Busverbindungen im Landkreis: “Die Busverbindungen sind nicht so, wie sie sein sollten – können sie aber auch nicht, weil wir einen großen Landkreis haben.” Die neuen Verbindungen sollen sich aber nicht nur an die Jugendlichen richten, sondern auch an ältere Leute, damit diese beispielsweise zum Arzt oder zum Einkaufen fahren können.

“Für den Klimaschutz ist es zu spät”

Als Historiker sieht Hiery den Klimawandel historisch: Bereits im 13. Jahrhundert waren die Temperaturen zwei Grad über dem Normalstand, referiert Hiery. Zu dieser Zeit wurde beispielsweise bis in die Bayreuther Region Wein angebaut, da es so warm war. Damit einhergehend gab es allerdings auch drei große Naturkatastrophen, bei denen sehr viele Menschen gestorben sind.

Deshalb sieht er die Frage nach Klimaschutz überholt: dafür sei es bereits zu spät. Es müsse sich mittlerweile auf den Klimawandel eingestellt werden, der nicht mehr zu verhindern ist. Er will deshalb pragmatische Ansätze finden, die sich mit den Folgen des Klimawandels beschäftigen.

Stärken als künftiger Landrat?

“Ich bin niemand, der anderen nach dem Mund redet. Ich war der einzige der meinte, dass wir keine weitere Badewelt im Kreis brauchen.” Es gebe nach seiner Meinung schon Thermen im Kreis. Er sieht Pegnitz trotzdem als einen der wichtigsten Orte im Landkreis, “da muss auch einiges getan werden”. Aber das Cabriosol “ist eine Sache der Stadt Pegnitz: jetzt muss sie mit den Konsequenzen leben“, erläutert Hiery.

Familie und die FDP

Auch die Familie steht hinter der Kandidatur von Hiery. Auch wenn sie am Anfang bedenken hatten, dass der Beruf sehr zeitaufwendig sein wird. „Man kann das nicht gegen den Wunsch der eigenen Frau machen. Das geht einfach nicht.“ 

Er hat sich für die FDP entschieden, weil er das liberale Denken verinnerlicht hat: „Jeder soll nach seiner Facon leben.“ Mit allen Entscheidungen der Partei ist er auch auf Bundesebene nicht einverstanden, beispielsweise wie mit der Wahl und der Entscheidung in Thüringen umgegangen wurde – doch das sei eine interne Diskussion, die noch geführt werden müsse.

Zuletzt sagt Hiery noch, dass Aufseß sein absoluter Lieblingsort sei, “weil dort alte historische Tradition mit moderner Lebensweise optimal verbunden wird.”